Lesedauer: 3 Minuten
Lesedauer: 3 MinutenDer Delerium-Remix von „Let The Flowers Grow“ ist ab dem 23. Januar 2026 verfügbar. Das kanadische Duo Bill Leeb und Rhys Fulber, bekannt als die Ambient-Techno-Seite von Front Line Assembly, hat die orchestrale Zusammenarbeit von Peter Murphy und Boy George in eine regale, verfeinerte elektronische Neuinterpretation verwandelt. Die beiden Goth- und Pop-Ikonen hatten Ende 2024 mit dem von Youth (Pink Floyd, Killing Joke) produzierten Original eine kraftvolle Botschaft der Akzeptanz und Hoffnung geliefert – nun bekommt dieser Song eine weitere faszinierende Dimension.
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Es ist eine Kollaboration, die niemand kommen sah, aber alle wollten: Peter Murphy, die unsterbliche Stimme von Bauhaus und Urvater des Gothic Rock, vereint mit Boy George, dem schillernden Frontmann von Culture Club. „Let The Flowers Grow“ entstand 2024 fast zufällig in Spanien, als Murphy bei Aufnahmen mit Youth ein unvollendetes Demo von George hörte. Die Melodie mit ihrer „Roy Orbison-artigen Stimme“ faszinierte ihn sofort. In nur 20 Minuten fügte er seine eigenen Verse hinzu, harmonisierte mit George im Refrain – und ein kleines Meisterwerk war geboren.
Die Geschichte dieser beiden Künstler reicht Jahrzehnte zurück. Murphy und George begegneten sich erstmals in den frühen 80ern backstage bei einem Magazine-Konzert, bei dem Bauhaus als Support spielten. Der junge Boy George, damals ein „selbststilisierter Dandy des 17. Jahrhunderts“, wie Murphy ihn beschrieb, wollte Howard Devoto treffen. Ihre zweite Begegnung fand bei Top of the Pops statt, wo beide Bands ihre BBC-Debüts gaben – Bauhaus mit „Ziggy Stardust“, Culture Club mit ihrer ersten TV-Aufnahme. George begrüßte Murphy herzlich und offenbarte sich als Bauhaus-Fan.
Der Song selbst begann als persönliches Statement über Georges Coming-out, entwickelte sich aber zu einer universellen Hymne, die Akzeptanz für sexuelle Orientierung, Rasse, Geschlecht, Glauben und Religion einfordert. „I’ve been changing / and mama don’t know / let her tears fall / and make the flowers grow“ – die Zeilen sprechen von Transformation, von Schmerz, der zu Wachstum führt. Youth, der Killing Joke-Bassist und Produzent, brachte seine orchestrale Vision ein und schuf eine epische, Scott Walker-würdige Produktion.
N
un haben Delerium – das Ambient-Projekt von Front Line Assembly-Gründer Bill Leeb und seinem langjährigen Partner Rhys Fulber aus Vancouver – den Song neu interpretiert. Seit 1987 erschaffen die beiden atmosphärische Klanglandschaften, die Industrial-Roots mit Ambient-Techno verschmelzen. Ihr größter Hit „Silence“ mit Sarah McLachlan aus dem 1997er Album „Karma“ ist bis heute ein Trance-Klassiker. Leeb und Fulber beschreiben „Let The Flowers Grow“ als „eine gefühlvolle Reise voller liebenswerter Gefühle, bei der Poesie und Musik kollidieren“ – und ihre Neuinterpretation unterstreicht genau das mit raffinierten elektronischen Texturen.
Der Delerium-Remix bietet einen eleganten Kontrast zum intensiven Psytrance-Workout, das Ben Watkins von Juno Reactor Ende 2025 veröffentlichte. Beide Remixe zeigen, wie vielseitig der ursprüngliche Song ist. Das Original fand übrigens so großen Anklang bei den Fans, dass Murphy es als Bonustrack zu seinem 2025er Album „Silver Shade“ hinzufügte – ein Album, das vom britischen Vive Le Rock Magazin als zweitbestes Album des Jahres gewählt wurde.
Peter Murphy, geboren 1957 in Northampton, prägte mit Bauhaus ab 1979 den Gothic Rock wie kaum ein anderer. Songs wie „Bela Lugosi’s Dead“ und „She’s in Parties“ sind unsterbliche Klassiker. Nach der Auflösung von Bauhaus 1983 (und kurzen Reunions) verfolgte Murphy eine erfolgreiche Solokarriere. Boy George, geboren 1961 in London, wurde mit Culture Club in den 80ern zum Weltstar. Hits wie „Karma Chameleon“ und „Do You Really Want to Hurt Me“ machten ihn zur Pop-Ikone und zum Vorreiter für LGBTQ+-Sichtbarkeit in der Popkultur.
Dass diese beiden Künstler nun gemeinsam ein Statement für Akzeptanz und Hoffnung setzen – und dass es von elektronischen Pionieren wie Delerium und Juno Reactor neu interpretiert wird – zeigt die zeitlose Relevanz ihrer Botschaft. In einer Welt, die von Identitätsfragen geprägt ist, fühlt sich „Let The Flowers Grow“ kraftvoll und notwendig an.
PETER MURPHY & BOY GEORGE: Juno Reactor formt „Let The Flowers Grow“ zu einem elektronischen Epos
Weblinks PETER MURPHY:
Webseite: www.petermurphy.info/
Facebook: @petermurphyinfo
Weblinks BOY GEORGE:
Webseite: www.boygeorgeuk.com
Facebook: @boygeorgeofficial
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