OLS schließt mit „bez nas“ den Kreis von „Poświaty“ – ein stiller Abschied zwischen Ritual und innerer Leere

Ols photo Aga Cyka
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Lesedauer: 2 Minuten

Mit dem neuen Musikvideo zur Single „bez nas“, veröffentlicht am 21. Januar 2026, setzt Ols einen bewussten Schlusspunkt unter ihr bislang persönlichstes Werk. Der Song bildet den Abschluss des Albums „Poświaty“, das bereits am 9. Mai 2025 über Pagan Records erschienen ist, und fungiert nun als nachträgliche visuelle Verdichtung eines Albums, das sich konsequent von äußeren Naturmythen hin zu inneren Landschaften bewegt. „bez nas“ – auf Deutsch Ohne uns – steht dabei sinnbildlich für Verlust, Vergänglichkeit und das Weiterdrehen der Welt nach dem Ende einer Beziehung oder Lebensphase.

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Das Musikvideo kannst du dir hier anschauen:


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Musikalisch bleibt Ols auch hier ihrer unverwechselbaren Handschrift treu. Polyphone Vokalharmonien bilden das Zentrum, schichten sich zu hypnotischen Klangräumen und werden von reduzierten, rituell anmutenden Instrumentalpassagen getragen. Die Stimme fungiert weniger als klassisches Erzählinstrument denn als Träger emotionaler Zustände. „bez nas“ wirkt dabei zurückgenommen, beinahe entleert, und entfaltet gerade dadurch eine besondere Intensität. Das begleitende Video greift diese Stimmung auf und arbeitet mit einer melancholischen, bewusst entschleunigten Bildsprache, die den Titelgedanken visuell nachhallen lässt.

Hinter Ols steht die polnische Künstlerin Anna Maria Olchawa, die das Projekt als radikales Ein-Frau-Konzept versteht. Komposition, Texte, Gesang, Instrumentierung sowie visuelle Gestaltung liegen vollständig in ihrer Hand. Der Name Ols verweist auf einen Erlenbruchwald – ein dunkles, sumpfiges Biotop – und beschreibt präzise die klangliche Ästhetik des Projekts: geheimnisvoll, tief verwurzelt und leicht unheimlich. Stimmen werden bei Ols zu architektonischen Elementen, zu Kathedralen aus Klang, die weniger erzählen als beschwören.

Das Album „Poświaty“ markiert innerhalb ihres Schaffens einen Wendepunkt. Das Werk umfasst acht Tracks und entfernt sich bewusst vom reinen Wald- und Naturfolk früherer Veröffentlichungen. Stattdessen richtet sich der Blick nach innen. Thematisch geht es um die Phase zwischen Kindheit und Erwachsensein, um das Zerfallen persönlicher Mythen und das Zusammensetzen einer Identität aus Erinnerungsfragmenten. Klanglich integriert Olchawa erstmals urbane Texturen, unterschwellige Trip-Hop-Anklänge, Dissonanzen und ein zentral eingesetztes Akkordeon, das dem Album eine neue, fragile Tiefe verleiht.

Tracklist:
01. o niej 
02. proch kość liść
03. światło III
04. pierwszy mit
05. mów do mnie
06. marzec
07. matka krew
08. bez nas

Das Album kaufen: Poświaty | Ols

Während frühere Arbeiten stärker von Folklore und Naturmystik geprägt waren, nutzt Ols auf „Poświaty“ die Natur eher als Spiegel psychischer Zustände. Vereinzelte, kaum greifbare Black-Metal-Screams und bewusst eingesetzte Unruhe brechen die harmonischen Vokalflächen auf. „bez nas“ fungiert in diesem Kontext als endgültiger Abschied – als Moment der Akzeptanz, in dem keine Erlösung versprochen wird, sondern ein stilles Weitergehen.

Mit dem Video zu „bez nas“ schließen Ols den erzählerischen Bogen von „Poświaty“ und unterstreichen ihren Status als eine der eigenständigsten Stimmen im modernen Folk-Underground. Das Projekt bewegt sich jenseits klarer Genregrenzen und versteht Musik als psychologische, fast rituelle Kunstform – intim, fordernd und lange nachwirkend.

Weblinks OLS:

Facebook: @Olsproject
Instagram: @ols_music
Bandcamp: Bandcamp
YouTube: @Olsproject


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