Lesedauer: 2 Minuten
Lesedauer: 2 MinutenMit der heutigen Veröffentlichung der Single „Run“ stellt sich Molly Mogul erstmals einem größeren Publikum vor und eröffnet zugleich den Vorlauf zu ihrem Debütalbum, das im Frühjahr erscheinen soll. Die deutsche Sängerin, Songwriterin und Performance-Künstlerin positioniert sich dabei bewusst zwischen Pop, experimentellen Klangräumen und körperbasierter Erzählkunst. „Run“ fungiert weniger als klassischer Einstiegssong, sondern als programmatische Setzung für ein Projekt, das musikalische und performative Ebenen gleichwertig behandelt.
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Molly Mogul ist in Inning am Ammersee aufgewachsen und kam eher beiläufig zur Musik. Eine irrtümliche Anmeldung im Schulchor wurde zum Ausgangspunkt einer künstlerischen Laufbahn, die sie später nach Bristol führte. Dort, zunächst privat motiviert, fand sie Anschluss an die britische Underground-Szene und begann, Songs auf Deutsch und Englisch zu schreiben. Einflüsse von Künstlerinnen und Künstlern wie Loyle Carner, Little Simz, Lava La Rue oder Biig Piig sind dabei weniger stilistisch als in der Haltung spürbar: offen, hybrid und genreübergreifend. In dieser Phase gründete sie auch das FLINTA-geführte Dirty Spread Collective und veröffentlichte erste Stücke unabhängig, teils unterwegs, teils in einem selbst ausgebauten Campervan.
Den Musikvideo zu dem Song kannst du dir ansehen:
Die Single „Run“ entstand genau in diesem Kontext. Als frühes Demo allein in Bristol geschrieben, entwickelte sich der Song später weiter – vom reduzierten Entwurf hin zu einer energetischeren Version mit deutlich cluborientierter Dynamik. Inhaltlich kreist der Track um Verdrängung, Selbstkonfrontation und den Versuch, inneren Konflikten auszuweichen. Die Erzählung bleibt bewusst offen und persönlich, ohne sich in abstrakten Bildern zu verlieren. Mollys Stimme bewegt sich dabei zwischen Zurückhaltung und Dringlichkeit, getragen von einer Produktion, die Minimalismus und Unruhe miteinander verbindet.
In der zweiten Hälfte des Songs verschiebt sich der Fokus spürbar. Rhythmus und Atmosphäre verdichten sich, der Sound öffnet sich in Richtung Club, ohne dabei seine innere Spannung aufzugeben. Diese Entwicklung spiegelt auch Mollys eigene Beschreibung des Stücks wider: ein Übergang von introspektiver Isolation hin zu einem hektischen Fluchtmoment, der letztlich ins Leere läuft. „Run“ verweigert einfache Auflösungen und setzt stattdessen auf Ambivalenz als zentrales Ausdrucksmittel.
Das kommende Debütalbum bündelt diese Erfahrungen zu einer zusammenhängenden künstlerischen Vision. Geschrieben wurde es gemeinsam mit Langzeitkollaborateur Niki (Young Hoffi), produziert von Yann Rose in den Pariser Ciel Rouge Studios, die unter anderem durch Arbeiten mit Brodinski, Charlotte Gainsbourg und Christine and the Queens bekannt sind. Inhaltlich verarbeitet das Album Jahre eines nomadischen Lebens zwischen Bristol, München, Barcelona und Paris und verbindet persönliche Bewegung mit ästhetischer Offenheit. Musik, Performance und visuelle Konzepte greifen dabei ineinander.
Mit „Run“ legt Molly Mogul einen ersten, klaren Marker. Die Single deutet an, dass es ihr weniger um Genrezugehörigkeit als um Ausdruck geht – um Pop, der sich nicht über Formeln definiert, sondern über Körper, Sprache und Atmosphäre. Das Debütalbum dürfte diesen Ansatz weiter ausformulieren und Molly Mogul als eigenständige Stimme im aktuellen Popdiskurs positionieren.
Weblinks MOLLY MOGUL:
Youtube: @mollymogul
Instagram: mollymogul
TikTok: @mollymogul
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