PETER HEPPNER – München, Backstage (09.09.2022)

PETER HEPPNER - München, Backstage (09.09.2022)
Peter Heppner & Band (Handy-Foto), © Marius Meyer
Geschätzte Lesezeit: 2 Minute(n)

Die vielen Pandemie-bedingten Verschiebungen haben schon zu einigen Überschneidungen geführt und füllen derzeit weiterhin ordentlich die Terminpläne. Das dürfte jeder, der gerne Konzerte besucht, bereits festgestellt haben – und das teilweise schmerzlich. Hinzu kommen allerdings noch weitere Blüten, wie im Falle Peter Heppners, der einst mit mehreren Monaten Abstand dazwischen die Akustik-Tour und die TanzZwang-Konzertreise plante. Durch die vielen Verschiebungen bedingt war es nun aber so, dass er bspw. in München gleich zweimal im selben Monat auftritt. Das fühlt sich auf der einen Seite ungewohnt an, ist auf der anderen Seite aber auch eine gute Gelegenheit, sehr zeitnah zueinander zwei Gesichter desselben Künstlers zu sehen.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Als erstes war am 09. September das ungewohntere Gesicht zu sehen und zu hören in Form des Akustik-Sets. So betrat man das große Werk des Backstage und wusste schon anhand der Bestuhlung, das hier heute etwas anders ist. Gegen 20 Uhr sollte es dann auch direkt losgehen, ein Vorprogramm gab es nicht und in der Besetzung Achim Färber, Carsten Klatte, Dirk Riegner und natürlich Heppner ging es mit Unloveable los. Ruhige Töne im elektronischen Outfit ließen sich hier gut auch im akustischen Gewand umsetzen. Der Start war geglückt und man erlebte an diesem Abend viele Momente, die überraschten. Manchmal, weil man das Stück gar nicht auf dem Zettel hatte, manchmal aber auch, weil man mit einer so gelungenen akustischen Umsetzung nicht rechnete.

So begegnete bspw. an zweiter Stelle bereits Care For You, das man live eher selten hört. Der Groschen fiel – zumindest beim Schreiber dieser Zeilen – eher langsam, aber von den ersten Tönen an konnte es gefallen. Leben… I Feel You aus der Zusammenarbeit mit Schiller hingegen überraschte ob seines Arrangements, das man sich so unelektronisch gar nicht vorstellen konnte. Und zwischen all dem gab es natürlich das, was ein Heppner-Konzert ausmacht: Eine gute Mischung aus Stücken aus den Solo-Werken, Wolfsheim und der zahlreichen Kollaborationen mit anderen Künstlern. Wie auch bei den „verstärkten“ und elektronischeren Shows war es auch in dieser Umsetzung: Eine große Bühnenshow darf man hier natürlich nicht erwarten, aber dies wurde durch die sympathische Band gut ausgeglichen, denn es herrschte eine sehr entspannte Atmosphäre und der Abend schien den Musikern zu gefallen.

Woran man das merkte? Nun, trotz der Tatsache, dass es (leider) so einige freie Plätze im Saal gab, kam die Band nach dem „stripped down“ ebenfalls erstaunlich gut funktionierenden …und ich tanz! gleich dreimal zur Zugabe zurück. Nebst „Pflichtmomenten“ wie Kein Zurück begeisterte die Band zudem auch mit Stücken wie dem Surabaya Johnny aus der Feder von Kurt Weill und Bertolt Brecht samt munterer Erklärung, wie Peter Hepper selbst zu dem Stück kam und der dritten Zugabe mit dem Titel Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre, das im Original von Marlene Dietrich stammt. Die Standing Ovations von Seiten des Publikums waren nach diesem Set mehr als verdient! Und wenn er schon nicht wissen mag, zu wem er gehört, so zeigte der Abend auf jeden Fall erneut, wohin: auf die Bühne! Und auf dieser wird er dann ja auch schon in wenigen wieder stehen.

Tracklist PETER HEPPNER – München, Backstage (09.09.2022):

01. Unloveable
02. Care for You
03. Meine Welt
04. Leben… I Feel You
05. Künstliche Welten
06. Once in a Lifetime
07. The Sparrows and the Nightingales
08. And I…
09. Once Again
10. Good Things Break
11. Wir sind wir
12. Die Flut
13. …und ich tanz’
14. Surabaya Johnny (Kurt Weill/Bertolt Brecht) (Z)
15. Was bleibt (Z)
16. Herz (Metropolis) (ZZ)
17. Kein Zurück (ZZ)
18. Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre (Marlene Dietrich Cover) (ZZZ)

Weblinks PETER HEPPNER:

Homepage: www.phwerk.de
Facebook: www.facebook.com/peterheppneroffiziell

Written By
More from Marius Meyer

TILL SEIFERT – Der beste Ort sind wir

„Am Ende wird es gut sein“, das singt Till Seifert auf seinem...
Read More

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.