NEIL DIAMOND – Classic Diamonds

MARATHON - Mark Kelly's Marathon
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8 Gesamtnote

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8

Alle Jahre wieder? Weihnachten mag in diesem Jahr noch so anders sein, auf die Wiederveröffentlichungen, Best Ofs und ähnliche Veröffentlichungen ist Verlass. So auch hier: Neil Diamond hat sich gemeinsam mit dem London Symphony Orchestra ins legendäre Londoner Abbey Road Studio begeben und eine Auswahl seiner größten Erfolge mit einem Orchester neu eingespielt. Dass das Ganze nun in der Vorweihnachtszeit erscheint, sei aber auch an dieser Stelle ganz neutral erwähnt. Einem, der steil auf die 80 zugeht, macht man da ganz bestimmt keine Vorwürfe. Ja, ganz genau: 80! Eine stolze Zahl, so stolz wie die fast sechs Jahrzehnte, die seine Karriere inzwischen umspannt.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Aus dieser langen Zeit hat Neil Diamond hier eine Auswahl zusammengestellt, bei der man in manchen Momenten erst einmal staunt, wie facettenreich manches Stück doch ist. Das geht schon beim Opener Beautiful Noise los. Das Original von 1976 ist eher ein stampfendes Singer-Songwriter-Stück, das in den Rock ragt, 2020 hört man, wie anders es auch klingen kann: Mit eingängigen Streichern, einem guten klassischen Arrangement und einer Stimme, die auch heute noch stark intoniert, was sie da singt und in einem ruhigen Fahrwasser stellt Neil Diamond hier die Schönheit in den Vordergrund. Der Start ist gemacht, der erste Eindruck gut. Und so soll er auch bleiben!

Ein I’m A Believer (im Original eigentlich von The Monkees) ist ebenfalls so ein Moment, bei dem man eine Weile braucht, um zu merken, was da gerade geschieht. Spätestens im Chorus stellt man fest: An eine so ruhige Variante hätte man sich eher nicht vorgestellt. Gut, dass es Neil Diamond tat, denn im balladesken Klassik-Bereich steckt hier sehr viel Schönheit drin. Ruhig, eingängig und ja, nahezu besinnlich hört sich das alles an. Aber zu keiner Zeit langweilig. So auch bei Holly Holy – vom Western-Touch des über 50 Jahre alten Originals ist hier nicht mehr viel zu spüren. Stattdessen tapst es munter nach vorne, zieht das Tempo ein wenig an und hat schon eine Spur von Theater in sich. Die Arrangeure Walter Afanasieff und William Ross haben hier gute Arbeit geleistet.

Wenn nach einer knappen Stunde der Evergreen Sweet Caroline das Ende markiert, so bleibt man angenehm angetan zurück. Ob das nun zu Weihnachten oder im Hochsommer erschienen wäre, ist dabei völlig nebensächlich. Das Orchester hat hier genau den richtigen Anteil, ohne den Rest zu erdrücken, die Stücke sind klar erkenntlich und werden auch in Neil Diamonds hohen Alter noch sehr kraftvoll intoniert. Auch den Stücken hört man ihr Alter nicht an. Die Musik klingt frisch und zusammenhängend, sodass man konstatieren kann, dass hier eine ganze Menge richtig gemacht wurde!

Tracklist NEIL DIAMOND with the London Symphony Orchestra – Classic Diamonds:

01. Beautiful Noise
02. Hello Again
03. I Am…I Said
04. I’m A Believer
05. Song Sung Blue
06. September Morn
07. America
08. Holly Holy
09. You Don’t Bring Me Flowers
10. Play Me
11. Love On The Rocks
12. Heartlights
13. I’ve Been This Way Before
14. Sweet Caroline

Weblinks NEIL DIAMOND:

Homepage: www.neildiamond.com
Facebook: www.facebook.com/neildiamond
Twitter: www.twitter.com/NeilDiamond

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