VUUR & ZIJDE / IMPAVIDA ÔÇôSplit

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Unsere Bewertung:


9

Gesamtnote

9

F├╝r alle Freunde des Obskuren haben sich in diesem trostlosen Fr├╝hling K├╝nstler:innen von den beiden Labels zusammengetan, die allgemein als die Dealer f├╝r das Obskure bekannt sind. Zwei ihrer zwielichtigsten Protagonisten haben uns eine Split kredenzt, die alle Facetten der Definition dieses Wortes erf├╝llt. F├╝r Prophecy Productions (das hier federf├╝hrend auftritt) wird das bis jetzt noch unbekannte Projekt Vuur & Zijde auf die Split-EP gebrannt. Dabei bedeutet unbekannt selbstverst├Ąndlich in unseren Zeiten, dass sich hinter dem noch ungel├Ąufigen Namen, der ├╝bersetzt soviel wie Feuer & Seide bedeutet, f├╝r Genre-Bewanderte unter uns tats├Ąchlich gel├Ąufige K├╝nstler:innen verbergen. Die kennt man beispielsweise aus niederl├Ąndischen Black Metal und┬áAvantgarde Black Metal┬á Formationen wie Laster, Nusquama und Terzij de Horde. Ohne an dieser Stelle bereits zu viel vorweg zu nehmen: Ja, und das ist bei Vuur & Zijde auch rauszuh├Âren. Die drei der Split-EP beigesteuerten Songs sollen ein Preview auf ein Full-Length Albums sein, das demn├Ąchst erscheinen soll.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Auf der anderen Seite starten Impavida aus dem Hause V├ín Records in gewohnt verzweifelter Einsamkeit. Die gesichtslosen Atmospheric Schwarz Metaller bringen es zwar auf insgesamt zwei nihilistische, Albtraum-leere Studio-Alben (Eerie Scenerie 2008; Antipode 2019), h├╝llen sich jedoch dar├╝ber hinaus in bedr├╝ckendes Schweigen. Antipode jedoch spricht f├╝r sich selbst und ich h├Âre es immer noch schreien.

Starten wir von oben nach unten und demnach mit Vuur & Zijde. Man lie├č sich f├╝r die Aufnahmen an der friesischen K├╝ste nieder und nahm das Liedgut in einer einsamen Jurte auf. Entsprechend reduziert und klassisch nimmt sich dann auch die Produktion aus. Die Titel der Songs erinnern auch ohne, dass man flie├čend niederl├Ąndisch sprechen k├Ânnen muss, stark an die rohen, inspirierenden ├ľrtlichkeiten ihres Ursprungs. Vuur & Zijde setzen mit ihren drei Beitr├Ągen zur Split Zonnestorm, Zilt und Noordzee auf Atmosph├Ąre und Soundkonstruktionen, die ihre Musik erfahrbar und erf├╝hlbar macht.

Da das vorrangig gew├Ąhlte Mittel hier Black und Post Black Metal mit deutlichen avantgardistischen Elementen ist, macht diese Erfahrung sehr eindringlich und aufw├╝hlend. Aber da ist noch viel mehr. Die Emotion erschlie├čt sich aus Komponenten der Musik, die man in den Songs selbst nicht h├Ârt, sich aber aus vorhandenen Bestandteilen in den St├╝cken selbst, gewisserma├čen vor dem inneren Ohr zusammensetzen. Diese Art der expressiv eklektischen Soundkomposition kommt einem schon aus dem Laster-haften Schaffen bekannt vor und es wir einem doch sehr schnell gewahr, wer hier unter anderem die F├Ąden in der Hand hat. Und so passiert etwas, wenn man Zonnestorm h├Ârt. Ganz wie die B├Ąume, die w├Ąhrend jenem r├Ątselhaften Naturereignis schneller zu wachsen scheinen, werden wir in diesen unerkl├Ąrlichen Strudel apokalyptischen Hallens und das finster sph├Ąrische Inferno fern donnernden Entz├╝ckens hineingezogen. Im Kern bleiben die Niederl├Ąnder so geheimnisvoll wie nostalgisch und so bleibt auch im Verborgenen, wem genau von F. N. oder R. wir die wundersch├Âne, erhabene wie spukhafte Stimme zu verdanken haben, wem das grimmig rasende Tremolo und wem die finster verlorenen Blasts.

Impavida liefern ihrerseits mit unter anderem┬áWahn & Stille auf dem zweiten Teil des Splits eine Viertelstunde entr├╝ckte Verzweiflung, die einem ob des ihm innewohnenden lauernden Nihilismus niederdr├╝ckt und mit krankmachender Enge erf├╝llt. Repetitive, vereinzelte, clean gespielte Noten auf der Gitarre pr├Ągen diesen verlorenen Wahnsinn, der uns als Soundtrack irgendwo zwischen weitem, kaltem, nebeligem Black Metal und Noise von God Kills Himself hier aufgeladen wird. Zwischendrin, als fernes Echo kreischt He, Who Walketh The Void verzerrte Agonie. Schwer greifbares, kaum nennbares, flirrend dahinflie├čendes Grauen. Wundersch├Ân!

Zusammen betrachtet, greifen die f├╝nf Songs auf der EP hervorragend ineinander. Nach den┬ásehr pr├Ągenden circa 35 Minuten hat man eigentlich nur noch drei W├╝nsche: Dass das Deb├╝t von Vuur & Zijde nicht mehr allzu lang auf sich warten l├Ąsst. Dass Impavida bis zum n├Ąchsten Album bitte nicht wieder elf Jahre verstreichen lassen. Und dass es weitere Kooperationen zwischen K├╝nstler:innen von Prophecy Productions und V├ín Records geben m├Âge.

Die Split-EP von VUUR & ZIJDE und IMPAVIDA erscheint am 08. Mai in unterschiedlichen Formaten bei Prophecy Productions.

Vuur & Zijde - Zonnestorm

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Tracklist VUUR & ZIJDE / IMPAVIDA ÔÇôSplit:

01. Vuur & Zijde -- Zonnestorm
02. Vuur & Zijde -- Zilt
03. Vuur & Zijde -- Noordzee
04. Impavida -- Gram
05. Impavida -- Wahn & Stille

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Weblinks VUUR & ZIJDE:

Bandcamp: https://vuurenzijde.bandcamp.com/album/vuur-zijde-impavida
Facebook: https://www.facebook.com/vuurenzijde/
Label: https://de.prophecy.de/kuenstler/vuur-zijde/

Weblinks IMPAVIDA:

Facebook: https://www.facebook.com/trueimpavida/
Bandcamp: https://impavida-vanrecords.bandcamp.com/

Geschrieben von
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