ENTER SHIKARI – Nothing Is True & Everything Is Possible

ENTER SHIKARI - Nothing Is True & Everything Is Possible
Enter Shikari - Nothing Is True & Everything Is Possible
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„Doctor, fetch the anaesthetist!! So when I go under the knife I believe in this“. Vor sechs Jahren kritisierten Enter Shikari in der Leadsingle zum großartigen vierten Album The Mindsweep das Gesundheitssystem in der britischen Heimat. „Dank“ Corona bekommt nun auch der Rest der Welt mit, was da so alles schiefläuft. Nur ein Beispiel für die eindeutigen politischen Zeigefinger, die Rou Reynolds und seine drei Kollegen in ihrer Bandgeschichte immer wieder erhoben.

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Die ganz plakativen, unmissverständlichen Aussagen lässt das Quartett auf Nothing Is True & Everything Is Possible, den neuen und insgesamt sechsten Album, weitestgehend weg. Stattdessen wird viel über die Gesellschaft an sich gesprochen/gesungen/gebrüllt, die, Zitat Reynolds, „in der letzten Zeit zunehmend von Optimismus in Richtung Einschüchterung abgedriftet ist.

Enter Shikari - THE GREAT UNKNOWN

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Da passt es doch scheinbar nur zu gut, dass der Frontmann direkt im ersten Song The Great Unknown in die Leere da draußen schreit: „If there’s anyone out there – just give me a sign!“ Sagen wir mal so: Wenn Shikari hoffentlich wie geplant gegen Jahresende auf Tour gehen, werden sehr viele Menschen „out there“ sein und „signs“ geben. Denn der Song vereint auf knapp dreieinhalb Minuten alles, was Fans an der Band lieben und gäbe wohl einen perfekten Konzertopener ab. Zunächst getrieben von klaren Keyboardklängen und groovigen Gitarrenlicks, knallt später der Refrain vor allem dank des treibenden Drummings von Rob Rolfe so richtig.

Und dann beginnt einmal mehr eine wilde Reise durch unzählige musikalische Welten. Eingängige Pop-Rock-Stücke wie Crossing The Rubicon oder Satellites, die auch gut auf das rückblickend vielleicht etwas lasch wirkende letzte Album The Spark gepasst hätten, wechseln sich mit störrischen, zappeligen bis hyperaktiven Songs wie den Singles The Dreamer’s Hotel und The King ab.

Dubstep, Punkrock, Klassik – Moment mal, Klassik???

Dazu gesellen sich immer wieder die gewohnten Dubstep-Einschübe und – man höre und staune! – rein orchestrale Parts. Für Elegy For Extinction arbeiteten Enter Shikari sogar mit dem Prager Sinfonieorchester zusammen. Da hat jemand sein Bandmotto „abusing music’s worthless genre boundaries since 2005“ mal wieder richtig ernst genommen.

Doch keine Bange: Wer die Alben seit Common Dreads liebte oder mochte, findet auf Nothing Is True & Everything Is Possible genug Vertrautes. Die großen Melodien sind da, Energie und Tempo sind da, Rou Reynolds holt Tonlagen aus sich heraus, mit denen kaum einer rechnet – und am Ende fügt sich alles zu einer absolut runden Sache zusammen. Knapp über 40 Minuten Musik für Menschen, die Gitarren ebenso mögen wie Synthesizer und dazu in der Lage sind, Scheuklappen abzulegen, sich auf etwas Neues einzulassen. Nur diejenigen, die auf neue „Metalcore trifft Kirmestechno“-Bretter im Stile der Debüt-LP Take To The Skies hofften, werden wieder einmal enttäuscht.

Enter Shikari - ‘thē kĭñg’

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Tracklist ENTER SHIKARI – Nothing Is True & Everything Is Possible

01. The Great Unknown
02. Crossing The Rubicon
03. The Dreamer’s Hotel
04. Waltzing Off The Face Of The Earth (I. Crescendo)
05. Modern Living …
06. Apocoholics Anonymous (Main Theme In B Minor)
07. The Pressure’s On
08. Reprise 3
09. T.I.N.A
10. Elegy For Extinction
11. Marionettes (I. The Discovery Of Strings)
12. Marionettes (II. The Ascent)
13. Satellites
14. The King
15. Waltzing Off The Face Of The Earth (II. Piangevole)

Weblinks Enter Shikari:

Homepage: www.entershikari.com
Facebook: www.facebook.com/entershikari
Instagram: www.instagram.com/entershikari

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