ENTER SHIKARI – The Mindsweep

ENTER SHIKARI - The Mindsweep
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9 Bewertung

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Enter Shikari – The Mindsweep

Drei Jahre nach dem phänomenalen, aber leider doch etwas versteckt gebliebenen Album A Flash Flood Of Colour melden sich Enter Shikari mit einem neuen Longplayer zurück. Soviel sei vorweggenommen: Die vier Engländer halten sich auch diesmal an ihr Bandcredo „Abusing music’s worthless genre boundaries since 2003“. Wieder einmal mischt das Quartett fast alle erdenklichen Subgenres von Elektro-/Rock- und Vokalmusik zu einem großen, erfrischenden, energetischen Ganzen, in welchem der Wechsel zwischen leisen, atmosphärischen und sehr lauten, pfeilschnellen Passagen nochmal deutlich häufiger erklingt, als es noch beim Vorgänger der Fall war. Der Schrei-Anteil nimmt im Vergleich zu A Flash Flood Of Colour ebenso wieder zu wie die Anzahl der Background-Vocal-Auftritte von Bassist Chris Batten.
Jedoch versuchen sich Enter Shikari auch erfolgreich daran, noch nicht im eigenen Bandkontext gehörte Einflüsse in ihren Sound zu integrieren. Dass sich alle vier Bandmitglieder nach Aussage von Sänger Rou Reynolds im Interview mit einem großen deutschen Musikmagazin auf The Dillinger Escape Plan einigen können, lässt der Song There’s a price on your head erahnen, welcher sich mit seinen akzentuierten Jazz-Gitarrensoli deutlich von den Mathcore-Heroen um Greg Puciato beeinflusst zeigt. Direkt im Anschluss beginnt ein sechseinhalbminütiges Kontrastprogramm namens Dear Future Historians… als Piano-Ballade und endet mit einem Mitgröl-Refrain und Orchestralstreichern, hier und da blitzen über das gesamte Album verteilt auch immer mal wieder die frickeligen Radiohead der letzten 15 Jahre auf. Die bereits vorab veröffentlichten Tracks The Anaesthetist und The Last Garrison setzen dagegen auf Eingängigkeit und hochpolitische Inhalte. Ersterer handelt von den Gefahren, welche vom zunehmend privatisierten Gesundheitsystem in England für die „Working Class“ ausgehen und sollte den ein oder anderen Hörer zusammen mit der durchaus Indie-Disco-tauglichen „Anti-Kriegs-Hymne“ The Last Garrison ins Grübeln bringen.

Kurzum: The Mindsweep liefert in einer guten Dreiviertelstunde alles (und vielleicht noch mehr), was sich der geneigte Enter Shikari-Fan erhofft. Wer die Band aus St. Albans und ihren einmaligen Stilmix aber bisher schon zu anstrengend fand, sollte auch um Album No. 4 besser einen weiten Bogen machen.

Tracklist:
01. The Appeal & The Mindsweep I
02. The One True Colour
03. The Anaesthetist
04. The Last Garrison
05. Never Let Go Of The Microscope
06. Myopia
07. Torn Apart
08. Interlude
09. The Bank Of England
10. There’s A Price On Your Head
11. Dear Future Historians…
12. The Appeal & The Mindsweep II

Dauer: 44:37 Minuten

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