DOOL – Summerland

Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Unsere Bewertung:


10

Gesamtnote

10

Ich weiß noch ziemlich genau, wann ich Dool zum ersten Mal live gesehen habe. Es war zum dritten Prophecy Fest Juli 2017. Die Band hatte im Februar desselben Jahres ihr DebĂŒt Here Now, There Then veröffentlicht. Ich stand ziemlich weit vorn und beobachtete die destillierte Energie der Vier-Saiten-Front. Das synergetische Zusammenspiel, das perfekt und so natĂŒrlich schien. Unheimlich fĂŒr eine so junge Band. Und ich beobachtete Ryanne van Dorst, die Röhre, die mich mit ihrer spröden, coolen Schönheit und ihrer kraftvollen, betörenden Performance fast sofort an Patti Smith und PJ Harvey erinnerte. Und ich dachte mir: So sehen Rock-Stars aus.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Ich war damit damals ĂŒberhaupt nicht die erste und sollte auch lĂ€ngst nicht die letzte sein, die so etwas ĂŒber Dool formulierte. Die Pressestimmen waren sich beinahe beĂ€ngstigend einig und sie waren einstimmig huldvoll. Here Now, There Then war ĂŒbrigens abgesehen von dieser Live-Erfahrung auch das erste Album, das ich hier bei Monkeypress.de mit den vollen 10 Punkten bewertet habe. In den letzten drei Jahren hatten die NiederlĂ€nder Zeit, weiter ausgiebig zu touren. Da waren, ich ĂŒbertreibe nicht, alle Venues dabei, die das Rocker-Herz begehrt. Dool heimsten einiges an Preisen ein und veröffentlichten eine EP mit einem Cover, das mir VerzĂŒckung brachte, Betreiber von Youtube-KanĂ€len mit der Schere des vorauseilenden Photoshop-Gehorsams ausstattete. Love Like Blood strotzt auch musikalisch vor Selbstbewusstsein.

Summerland nun soll die Wanderung fortsetzen, die mit Here Now, There Then begonnen wurde. Und das gleich auf mehreren Ebenen. Zum einen die Reise als Band, die in den letzten Jahren noch einmal stĂ€rker zusammengewachsen ist. Zum anderen ist es auch wieder die lyrische und spirituelle Reise von Ryanne von Dorst. Und die pulsiert und sprĂŒht in den hektischsten, wie lebendigsten Farben. Summerland ist ein sinnlicher, magischer, andersweltlicher Ort, an dem diese spirituellen Erfahrungen eine musikalische Haptik bekommen. Dazu gehören abgrĂŒndiger Post Rock ebenso, wie die Fantasie anregender Psychedellic Rock und manchmal treibender, manchmal melancholischer Post Rock, der die Songs weit macht und vorausschauend. Hier und da sind diese umhĂŒllt von einem orientalisch sĂŒĂŸem Schleier (Good Particle), der dem Ganzen etwas angenehm Eklektisches verleiht. Und dabei versammelt sich auf Summerland kein verkopftes Schneeflockenliedgut, das sich nur zögerlich einigen AuserwĂ€hlten offenbart. Wie bereits auf dem VorgĂ€nger haben wir auch hier wieder eine Liste abwechslungsreichster Tracks, allesamt eingĂ€ngig, mitreißend und vielschichtig. Summerland lĂ€sst keine WĂŒnsche offen. FĂŒr sowas gibt es den Rock.

Songs wie Sulphur & Starlight, aber auch Wolf Moon oder The Well’s Run Dry sind fucking Rock-Hits. Einem ersten Impuls folgend wĂŒnscht man sich eine bessere Welt, in der diese Songs aus dem Underground an die OberflĂ€che und in die Radio-Stationen gespĂŒlt werden, damit verdammt noch mal jeder hören kann, wie gut diese Band ist. Dann schaut man auf die Spieldauer und ernĂŒchtert. Bei aller Kurzweil, der Brillanz und dem inneren BedĂŒrfnis immer und immer wieder auf Play zu drĂŒcken: Mit knapp sieben Minuten Laufzeit wird Sulphur & Starlight niemals im Radio laufen. Aber wer hört denn heute noch Radio? Eigentlich doch nur noch Leute, denen Musik völlig gleichgĂŒltig ist.

Dool jedenfalls haben mit Summerland nahtlos an ihren VorgÀnger angeschlossen, lÀssig ausgebaut und werden uns (sobald sie wieder können) zeigen wie man damit eine Stage in Lava verwandelt. Und was sich hier nach so einfachen Worten anhört, bedeutet im Fall der NiederlÀnder wieder mal nichts anderes als ein weiteres perfektes Album.

Summerland erscheint am 10. April in unterschiedlichen Formaten bei Prophecy Productions.

Dool - Wolf Moon [official music video]

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Tracklist DOOL – Summerland:

01. Sulphur & Starlight
02. Wolf Moon
03. God Particle
04. Summerland
05. A Glass Forest
06. The Well’s Run Dry
07. Ode To The Future
08. Be Your Sins
09. Dust & Shadow

Summerland (Digipak)

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Weblinks DOOL:

Official: https://allthosewhowanderaredool.com
Facebook: https://www.facebook.com/allthosewhowanderaredool
Bandcamp: https://dool-nl.bandcamp.com
Label: https://de.prophecy.de/kuenstler/dool

Geschrieben von
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