LOST IN DESIRE – III

Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Unsere Bewertung:


7 Gesamtnote

7

Bereits am 18. Januar 2019 veröffentlichten Lost in Desire nach 2010 und 2013 ihren dritten Longplayer. Passenderweise hört das neue Baby auf den Namen III. Die Veröffentlichung enthĂ€lt zehn Tracks. Drei dieser Tracks, nĂ€mlich 100 Grams of Your Heart, Play und Dying For the Dumb, erschienen schon in Ă€hnlicher Version Ende 2014 auf der 100 Grams of Your Heart – EP; wĂ€hrend Burning Man im MĂ€rz 2017 und Venus in Furs im April 2018 veröffentlicht wurden. Letzterer sticht ein wenig heraus, denn hier hat Stephan R. Sutor, das Mastermind hinter Lost in Desire, eine eigene und recht hörenswerte Interpretation des gleichnamigen StĂŒckes von Lou Reed abgeliefert. Bevor ich auf einzelne Tracks eingehe, möchte ich erwĂ€hnen, dass dieses Album durchweg einen synthielastigen und weichen Sound im Geiste der Achtziger prĂ€sentiert, welches auch nicht mit Stereoeffekten geizt. Ecken und Kanten oder große Überraschungen im Sound, sucht man allerdings vergeblich. DafĂŒr schlĂ€ngeln sich die eingĂ€ngigen Melodien sanft in das Ohr des Hörers und laden, je nach Stimmung, zum TrĂ€umen oder auch Mittanzen ein.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Das Album startet mit Say Hello Say Goodbye, einem Mid-Tempo Song mit eingĂ€ngigem Rhythmus und Stephans recht gefĂŒhlvoller aber intensiver stimmlicher PrĂ€senz. Wer sich einen eigenen Eindruck von diesem Song bilden möchte: Zeitgleich mit dem Album wurde auch das dazu passende Video veröffentlicht. Mit dem bereits oben erwĂ€hnten 100 Grams Of Your Heart folgt eine dunkel-romantische Ballade die mit ihrer Stimmung direkt an den Opener anknĂŒpft. Bei In the Shadows werden Countrymusik-Elemente mit baladesken Synthie-Lines kombiniert. Die BPM-Schraube wurde ganz nach unten gedreht – und so lĂ€d dieser Titel zum TrĂ€umen ein. Das direkt darauffolgende Vienna, eine LiebeserklĂ€rung des Wahlkanadiers Sutor an seine fĂŒr ihn ferne Heimatstadt, schliesst sich nahtlos an. Mehr Pathos und GefĂŒhl geht nicht mehr. Burning Man ist wieder eines der aktuelleren Lieder und steht mit seiner Energie und den prĂ€senten Drums in Kontrast zu den bisherigen StĂŒcken. Dennoch wirkt es aufgrund seiner Rhythmik und der mit Hall belegten Vocals eher baladesk. Gemeinsam mit seinem langjĂ€hrigen Partner Wojtek Grzymala liefert Stephan Sutor als die Silicon Brothers Remixe ab. Mit Venus In Furs stellt er nun seine Version des Lou Reed-Klassikers vor. DarĂŒber urteilen, ob und wie gelungen die Neuauflage wurde, kann sich jeder selbst: Das Video dazu findet sich am Ende dieses Artikels.

Mit Play wirds wieder ein wenig poppig-melancholisch. Der richtige Song um nachts allein durch eine schlafende Stadt zu wandern. Zusammen mit dem Wiener Mark Heller komponierte Stephan Sutor die eingĂ€ngige Melodie schon im Jahre 2014, was diesen Song allerdings keineswegs angestaubt wirken lĂ€sst, sondern noch gut in die heutige Zeit passt. Die hallenden und modulierten Vocals und die vielen Soundeffekte in Sacrifice mögen sicher Geschmachssache sein – der Beat aber stimmt. Der Lead nimmt sich hier ein wenig zurĂŒck, sodass man sich stĂ€rker auf den Text konzentrieren kann: „How far are you willing to go. Would you sacrifice your/the loved one?“ und „How far would you go to save your world?“ wird immer wieder aufs Neue gefragt. Eine Antwort auf diese Fragen wird dem Hörer keine geliefert. Mit Dying For The Dumb, so wie Play auch schon auf der 100 Grams Of Your Heart – EP von 2014 zu finden, wirds kurz vor Schluss sehr 80s und synth-poppig. Dieser Song bereitet den Hörer gut auf die Climax am Ende des Releases vor: Blackout ist einer der stĂ€rksten Tracks auf der Album und geht synth-pop-lastig mit eingĂ€ngigem Sound gut nach vorn, was ihn sicher auch gut fĂŒr den Einsatz am DJ-Pult eignen lĂ€sst. Auch ist die Stimme hier direkter und wirkt nicht derart melancholisch und sehnsĂŒchtelnd wie in den meisten der anderen Tracks.

Alles in allem ist es ein rundes Album geworden, das mit Say Hello Say Goodbye, Venus In Furs und Blackout auch wohltuende Ausreisser aus der sonst so gleichförmigen Veröffentlichung hat. Wer etwas fĂŒr ruhige Momente sucht, kann hier sicher ohne Reue zuschlagen.

Lost in Desire – Venus in Furs

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Lost In Desire – Say Hello Say Good Bye

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Tracklist LOST IN DESIRE – III:

01. Say Hello, Say Goodbye
02. 100 Grams Of Your Heart
03. In The Shadows
04. Vienna
05. Burning Man
06. Venus In Furs
07. Play
08. Sacrifice / How Far Are You Willing To Go
09. Dying For The Dumb
10. Blackout

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Weblinks LOST IN DESIRE:

Official: http://www.lostindesire.com
Album: https://lostindesire.bandcamp.com/
Facebook: https://www.facebook.com/LostInDesire
Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCOfIfYZ51iJSyyFlHpD5buQ

Geschrieben von
Mehr von Dietmar Grabs

Fotos: PROJEKT 26

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