THE RED PAINTINGS – Köln, Sonic Ballroom (09.10.2018)

The Red Paintings / Bernd Kuhn
Geschätzte Lesezeit: 2 Minute(n)

Die LĂ€den wollen einfach nicht grĂ¶ĂŸer werden. Leider. Eine Band wie The Red Paintings hĂ€tte angesichts ihrer musikalischen QualitĂ€ten große Hallen verdient – es bleibt aber seit Jahren bei den kleinen Kaschemmen, in die sich keine 100 Mann verirren. So leider auch an diesem Dienstagabend. Keine Vorband, kaum Licht, kaum Platz fĂŒr die Band, kaum Platz fĂŒr das Publikum – und erst recht kein Platz auf der „BĂŒhne“ fĂŒr die zwei menschlichen LeinwĂ€nde, die sich in guter Red Paintings-Tradition parallel zur Live-Musik anmalen ließen.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Das zweite, voraussichtlich im Februar erscheinende Album befasst sich, wie SĂ€nger Trash McSweeney uns unlĂ€ngst im ausfĂŒhrlichen Interview erzĂ€hlte, vor allem mit Krieg und Tierrechten. Es ist keine optimistische Platte – ob die quietschbunten BĂŒhnenoutfits der Vorjahre nun deshalb einem matten Tiefschwarz weichen mussten? DarĂŒber hinaus tragen die „human canvases“ nun Erdkugeln und keine klassischen Masken mehr auf ihren Köpfen. Ja, bei den Red Paintings geschieht nichts ohne die nötige Liebe zum Detail im Rahmen des Konzepts.

In knapp 90 Minuten spielten Trash und seine dreiköpfige, nach wie vor durchweg weibliche Band einen guten Mix aus altbekannten, beliebten Songs des Erstlings The Revolution Is Never Coming und völlig neuen StĂŒcken. AuffĂ€llig dabei der perkussive Charakter der neuen Songs, die fast durchweg auf dominanten und recht zappeligen Drums basieren. Sonst bleibt aber auch bei Songs wie I’ll See You Suicide, Arctic Is Screaming oder dem Michael Jackson-Cover They Don’t Care About Us vieles beim Alten: Abwechslungsreicher Art Rock + Violine – eine in der großen weiten Welt der Rockmusik eher selten gehörte Kombination.

Geduldiges Publikum

FĂŒr einen denkwĂŒrdigen Moment sorgten die Zuhörer bei der ersten Zugabe Hong Kong. Gegen Ende des mehr als acht Minuten langen Songs gibt es immer wieder kurze Pausen mit vollstĂ€ndiger Stille – eine davon verlĂ€ngerte McSweeney als kleines Experiment eigenmĂ€chtig auf die LĂ€nge von fast einer Minute, um sich im Anschluss daran beim „geduldigsten Publikum, dass die Band je hatte“ zu bedanken. Kurz darauf endete die Show mit dem neuen und so kurzen wie lĂ€rmigen Fuck The System und einer auf volle Pulle angeschalteten Trockeneisnebelmaschine. Die leistete in dem winzigen Club gute Dienste – dass die vier Musizierenden wĂ€hrenddessen die BĂŒhne verließen, merkte kaum jemand.

Nach einem weiteren gelungenen Konzert wird es nun aber wirklich Zeit fĂŒr Album Nummer zwei. Hoffentlich kann dann endlich die PR-Maschine so richtig angeschmissen werden, sodass sich die Besucherzahlen bei einer kommenden Tournee spĂŒrbar erhöhen. Verdient hĂ€tten es The Red Paintings allemal!

Setlist THE RED PAINTINGS @ Köln, Sonic Ballroom (9.10.2018)

01. Conscious Shutdown
02. I’ll See You Suicide
03. Chinese Whispers
04. They Don’t Care About Us
05. It Is As It Was
06. Streets Fell Into My Window
07. The Fall Of Rome
08. Mad World
09. Wasps
10. You’re Not One Of Them
11. Arctic Is Screaming
12. The Revolution Is Never Coming
13. Hong Kong
14. Fuck The System

Geschrieben von
Mehr von Patrick Friedland

LIMP BIZKIT im Sommer wieder auf Deutschland-Tour

Noch immer ist kein neues Album in Sicht, Limp Bizkit bedienen ihren...
Weiterlesen