13. NOCTURNAL CULTURE NIGHT ‚Äď Deutzen, Kulturpark (Freitag, 07.09.2018)

Marc Almond, © Thomas Bunge
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Bereits zum 13. Mal fand die Nocturnal Culture Night im Kulturpark in Deutzen statt. An den drei Tagen wurden bei sch√∂nstem Sp√§tsommerwetter insgesamt knapp 60 Bands und K√ľnstler aus den Bereichen Dark Wave, Electro, Metal, Punk, Neofolk und Ambient auf mittlerweile vier B√ľhnen pr√§sentiert. Als Rahmenprogramm gab es Stummfilme und DJ Sets. Um den Anspr√ľchen eines immer gr√∂√üer werdenden Festivals gerecht zu werden, wurde den Festivalbesuchern ein vierter Parkplatz zur Verf√ľgung gestellt. Wie immer gab es Merchandising-St√§nde, bei denen man gleich CDs und T-Shirts der auftretenden Band kaufen konnte. Auch das Angebot an Speisen und Getr√§nken war reichhaltig und abwechslungsreich.

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Am Freitag √∂ffnete das Festivalgel√§nde um 15:00 Uhr. Das Wetter war perfekt. Die Sonne schien und die Temperaturen waren angenehm. Besser konnte man ein Festival nicht starten. Die ersten Besucher kamen rechtzeitig zum Einlass. Den Anfang machte das Duo SUIR auf der Parkb√ľhne. Das Projekt wurde Anfang 2016 in Frankfurt von Denis Wanic (Vocals & E-Gitarre) und Lucia Sei√ü (Digitale Drums & Synthesizer) ins Leben gerufen. Musikalisch kann man SUIR in Richtung Cold Wave/Dark Wave einordnen. Syntheziser und Gitarre werden geschickt eingesetzt. P√ľnktlich 16:00 Uhr begann die Show. Die ersten Besucher fanden sich vor der Parkb√ľhne ein, um den St√ľcken ‚Äď zum Teil Instrumentale zu lauschen. Eine Videoleinwand sorgte zus√§tzlich f√ľr visuelle Unterst√ľtzung.

Im Anschluss ging es auf der Amphib√ľhe weiter mit Any Second. Die Elektro-Formation wurde 2009 zun√§chst als Soloprojekt gegr√ľndet. Noch dieses Jahr soll das neue Album S√ľnde Mensch erscheinen. Fans tanzbarer elektronischer Musik konnten gleich loslegen. Treibende Beats und eing√§ngige Sounds sorgten f√ľr gute Stimmung. Zeitgleich starteten auf der Kulturb√ľhne 7pm Ritual. Die Neo-Folk Band vereinigt Westerngitarren mit Orchester- und Synthesizer-Kl√§ngen. Zu dieser fr√ľhen Stunde fand sich bereits eine beachtliche Anzahl Besucher ein, um diesen Kl√§ngen den sp√§ten Nachmittag zu genie√üen.

Als n√§chstes traten Whispering Sons auf der Parkb√ľhne auf. Die belgische Post-Punk Band wurde 2013 gegr√ľndet. Die Besucher erwartete ein musikalischer R√ľckblick mit d√ľsteren Sounds und einer tiefen Frauenstimme. Whispering Sons riefen so einige Zuh√∂rer herbei und begeisterten sie. Parallel trat TC 75 auf der Weidenbogen√ľhne auf. TC 75 ist ein Soloprojekt von Tino Claus, der bei den EBM-Projekten Amnistia und MRDTC aktiv ist. Hier konnte er nun seine eigenen Ideen ausleben. Die One Man Show lockte eine kleine Fangemeinde zur B√ľhne.

Auf der Amphib√ľhne folgten um 17:45 Plastic Noise Experience. Das aus Minden stammende Musikprojekt konnte in den 90er Jahren mit dem Song Gold der Coverversion Smalltown Boy schnell die Clubs erobern. Nat√ľrlich durften diese Songs auch beim NCN nicht fehlen. F√ľr die Besucher begann hier eine Zeitreise mit typischen 90er-Jahre Elektro-Sound. Die Sitzpl√§tze waren nun bis oben besetzt. Auch ein kurzer Regenschauer konnte die Fans nicht vom Tanzen abhalten. Viel entspannender war es da auf der Kulturb√ľhne, wo die Dark-Wave-Band I-M-R auftrat. I-M-R ist das Nachfolgeprojekt von In My Rosary, die in den 90er Jahren zahlreiche Alben ver√∂ffentlichten. Aktuell pr√§sentiert man eine Mischung aus Dark-Wave, Folk, Electro und Pop.

Auf der Weidenbogenb√ľhne erwartete die G√§ste nun ein echtes Highlight: Die Krupps. Mit mehr als 35 Jahren Bandgeschichte geh√∂ren sie mittlerweile zu den Urgesteinen der deutschen Musikszene. Stilistisch wandelte sich die Band mehrfach im Laufe der Jahre, so dass auch die Show auf dem NCN eine Achterbahnfahrt zwischen Elektro, Crossover und Metal war. Das Set war eine Mischung aus Klassikern wie The Dawning Of Doom und Germaniac sowie Titeln der neueren Alben, z. B. Nazis Auf Speed. Die Krupps lie√üen es ordentlich krachen. F√ľr die Besucher gab es jetzt keinen Stillstand mehr.

Mit knapp 30 Minuten Versp√§tung begann auf der Parkb√ľhne endlich die Show von KaS Produkt. Das franz√∂sische Duo wurde bereits 1980 in Nancy gegr√ľndet. Ihre Musik wurde als Teil der franz√∂sischen Cold Wave- und Electro Punk-Bewegung angesehen. Die B√ľhne war in dichten Nebel geh√ľllt. Das Intro glich der Filmmusik eines Horrorstreifens. S√§ngerin Mona Soyoc fesselte die Zuh√∂rer gleich mit vollem Einsatz ihrer Stimme und ihres K√∂rpers. Das Duo √ľberzeugte durch eine experimentierfreudige Performance.

Im Kulturpark d√§mmerte es bereits, als Gothminister die Amphib√ľhne betraten. Das Gothic-Metal-Projekt war im Jahre 1999 zun√§chst ein Soloprojekt von Bj√łrn Alexander Brem, wuchs aber im Laufe der Jahre immer mehr zu einer Band heran. Gothminister verbreiteten bei ged√§mpftem Licht dunkle Stimmung. Die Besucher kamen jetzt an den B√ľhnenrand und beobachteten die d√ľstere Horrorshow. Zeitgleich spielten The Devil And The Universe auf der Kulturb√ľhne. Das Minimal-Wave Projekt existiert seit 2013. Musikalisch bewegt sich das Projekt zwischen New Wave, Black Metal und Ritual. Dicht gedr√§ngt standen die Fans bis in die hinteren Reihen. Gespannt h√∂rten sie die Musik, welche von einer passenden Videoshow untermalt wurde.

Die Schweizer Dark-Wave-Band The Beauty Of Gemina absolvierten dieses Jahr bereits den dritten Auftritt auf dem NCN. Musikalisch reicht ihr Spektrum von Dark Rock √ľber Metal bis zu elektronischer Musik. Sogar Techno/Trance Elemente werden von der Band verwendet. Die Weidenbogenb√ľhne war nun in dichten Nebel geh√ľllt. Auch hier versammelten sich nun zahlreiche Fans vor der B√ľhne, um dieses musikalische Highlight zu genie√üen.

Anh√§nger ausgefeilter elektronischer Musik kamen gegen 21:30 Uhr auf ihre Kosten. Auf der Parkb√ľhne erwartete die G√§ste Clock DVA. Die Band wurde 1978 von Adi Newton und Steven Turner gegr√ľndet. Zahlreiche Alben erschienen in den 1980ern und fr√ľhen 90er Jahren. Stilistisch ist Clock DVA zwischen Industrial, Post-Punk und Ambient einzuordnen. Die B√ľhne war nun komplett dunkel. Lediglich die Videoleinwand lieferte das Licht und das passende Ambiente. Clock DVA ist mittlerweile nur noch selten live zu sehen. Auf dem NCN, war es also noch einmal eine gute Gelegenheit, f√ľr dieses selten gewordene Ereignis.

Eine Stunde sp√§ter war es Zeit f√ľr den Freitags-Headliner. Mit Marc Almond hatte man einen besonderen Musiker f√ľr das NCN gewinnen k√∂nnen. Marc Almond kann auf eine fast 40-j√§hrige Musikkarriere zur√ľckblicken. Begonnen hat er als S√§nger des Duos Soft Cell, dessen Hit Tainted Love auch an diesem Abend nicht fehlen durfte. Insgesamt gab es feinsten Elektro-Pop. Die Songs waren eine Mischung aus Solo-Songs, Klassikern von Soft Cell und einigen Coverversionen. Erwartungsgem√§√ü str√∂mten viele Fans zur Amphib√ľhne und feierten dieses Highlight.

Doch der Abend war noch nicht vorbei. Als Mitternachtsspecial pr√§sentierte das NCN Lizette Lizette. Die K√ľnstlerin ver√∂ffentlichte im letzten Jahr ihr Deb√ľtalbum Queerbody. Ihre Musik ist beeinflusst vom 80er Jahre Sound, vorwiegend Synthpop. Mit eing√§ngigen Melodien verzauberte sie die Besucher, die noch zur sp√§ten Stunde an die Parkb√ľhne kamen.

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