SALTATIO MORTIS – Brot und Spiele

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Unsere Bewertung:


5 Gesamtnote

5


was hat das Mittelalter nur aus uns gemacht?

18 Jahre und zehn Alben ist es her, seit ein junger Haufen SpielmĂ€nner aus Karlsruhe in die Welt hinauszog, um die Massen mit Mittelalterrock zu erfreuen. Die Pfeifen, DudelsĂ€cke und Drehleiern qualmten, die Texte drehten sich um Mythen, MĂ€rchen und – wie es sich fĂŒr Spielleute gehört – ein wenig augenzwinkernde Gesellschaftskritik. Jetzt steht Brot und Spiele in den Startlöchern – und lĂ€sst ein bisschen ratlos zurĂŒck.

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Vielversprechend, atmosphĂ€risch, nahezu gĂ€nsehauterzeugend kommt das Intro Ein StĂŒck Unsterblichkeit daher. Simple, aber effektive Gitarren- und KlavierklĂ€nge steigern sich ins Epische und erzeugen ungeheure Spannung auf das, was da kommen möge auf Album Nr. 11. Mit Große TrĂ€ume folgt sogleich die erste Single-Auskopplung. Gut gewĂ€hlt, denn der Song erscheint als treffende Kurzbeschreibung des gesamten Albums. Vergleiche zu (heutzutage eher seicht gewordenen) Deutschpunkbands wie den Toten Hosen kamen allerorts auf, leider nicht ganz ohne Berechtigung. In Ă€hnlicher Manier geht es weiter, Dorn im Ohr erzĂ€hlt von der politischen Wirkkraft der Musik, in Europa betrauert man die enttĂ€uschende Entwicklung des einstmals so vielversprechenden Europa-Gedanken. FĂŒr die Ballade Spur des Lebens holt man sich Marta JandovĂĄ (Die Happy) ans Mikro, mit Nie wieder Alkohol und dem selbstironischen Mittelalter sind auch zwei klassische Party-Sauflieder mit an Bord. Ein Highlight des Albums ist das titelgebende Brot und Spiele, welches knackig daherbrettert und mit einem nach Schlachtansage klingenden Dudelsack die volle Ladung Folk-Punk abliefert, aber dennoch irgendwo ein wenig nach dem „alten“ Saltatio Mortis klingt. Auch Brunhild erinnert eher an frĂŒhere Tage, bei Besorgter BĂŒrger bedarf es wohl keiner tiefsinnigen Analyse zur ErlĂ€uterung, mit wem die Jungs hier abrechnen.

Brot und Spiele hinterlĂ€sst gemischte GefĂŒhle. Das Mittelalter tritt deutlich in den Hintergrund (sowohl textlich als auch musikalisch), tatsĂ€chlich klingen Saltatio Mortis hier stark nach deutschsprachigem Punkrock – und bĂŒĂŸen damit einiges ihrer bisherigen Einzigartigkeit ein. Chorales Gegröhle peppt, wenn man so will, gefĂŒhlt drei Viertel der Songs auf, wirklich hervorstechen tun nur wenige. Die kreative Weiterentwicklung, das Wachsen und Erwachsenwerden mag man den Jungs natĂŒrlich nicht verwehren. Wer deutschsprachigen, eingĂ€ngigen Punkrock mit einer Prise Dudelsack mag, kann sicherlich Gefallen an Brot und Spiele finden. Der Rest, der noch am Saltatio Mortis frĂŒherer Tage hĂ€ngt, findet vielleicht eher Gefallen an CD 2 der Deluxe Edition – hier geht es wieder ganz zurĂŒck ins Mittelalter.

Brot und Spiele

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Tracklist SALTATIO MORTIS – Brot und Spiele:
  1. Ein StĂŒck Unsterblichkeit
  2. Große TrĂ€ume
  3. Dorn im Ohr
  4. Ich werde Wind
  5. Europa
  6. Spur des Lebens
  7. Brot und Spiele
  8. Nie wieder Alkohol
  9. TrÀume aus Eis
  10. Mittelalter
  11. Brunhild
  12. Besorgter BĂŒrger
  13. Sie tanzt allein
Geschrieben von
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