BURY TOMORROW – Black Flame

Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Unsere Bewertung:


8 Musik

6 Songwriting

10 Spaß

8

Bury Tomorrow perfektionieren Bury Tomorrow

Metalcore muss sich von seinen Kritikern oft den Vorwurf der Formelhaftigkeit gefallen lassen. Doch bei aller Anerkennung fĂŒr musikalische WandlungsfĂ€higkeit hat auch stilistischer Stillstand seinen Reiz – Wenn die QualitĂ€t stimmt. Wie bei Bury Tomorrow. WĂ€hrend sich Parkway Drive experimentierfreudiger geben und zuletzt mit Reverence weiter vom Metalcore abgerĂŒckt sind, halten die EnglĂ€nder auf ihrem fĂŒnften Studioalbum Black Flame unbeirrbar daran fest. Schon mit dem VorgĂ€nger Earthbound (2016) dĂŒrfte die fĂŒnfköpfige Band aus Southhampton so ihren australischen Kollegen den ein oder anderen Fan abgeworben haben. Ob Zufall oder nicht: Einige Riffs und Growlparts auf Black Flame erinnern an Ă€ltere Parkway Drive StĂŒcke. Doch genug der Vergleiche, denn die schwarze Flamme brennt ohne GrillanzĂŒnder.

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Das Wechselspiel aus dem gutturalen Gekeife von Frontmann Daniel Winter-Bates und dem sehnsĂŒchtigen Clean Gesang von Gitarrist Jason Cameron bestimmt auch auf Black Flame das Geschehen. Bury Tomorrow wissen, wie BrutalitĂ€t und Harmonie fĂŒr eingĂ€ngige Melodien vermengt werden mĂŒssen. Bereits beim Opener No Less Violent macht sich die fette Produktion bemerkbar, fĂŒr die es sich lohnt, einen qualitativ hochwertigen Kopfhörer auf die Ohren zu packen. Mit Adrenaline haben Bury Tomorrow den ersten nach Moshpit gierenden Konzertkracher auf dem Album, der von wuchtigen Gitarren mit Djent-Anleihen und prĂ€zisem Schlagzeug nach vorne getrieben wird. Es purzeln die Breakdowns. „Can you feel it, the rush it gives? Let go, discover what you’re here for, we feel it, Adrenaline“ sind schnell gelernte Lyrics zum Mitsingen fĂŒr emotional sicher mitreißende Live-Erlebnisse.

Bury Tomorrow – Black Flame (Official Video)

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Der Titeltrack Black Flame war bereits die erste Single – eine gute Wahl. Das Lied besticht durch den eingĂ€ngigen Refrain mit GĂ€nsehautgarantie, bei der Gitarrenarbeit kommen alle Headbanger auf ihre Kosten: Der erste Ohrwurm. Das aggressivere, bassige My Revenge dĂŒrfte live die Pit zum GlĂŒhen bringen, ist insgesamt aber ein zu typischer Bury Tomorrow Track und muss damit die undankbare Rolle des LĂŒckenfĂŒllers einnehmen. Interessanter wird es mit More than Mortal, das textlich vielfĂ€ltiger daherkommt, das Tempo steigert und eine mustergĂŒltige Balance aus brutalen Shouts und klarem Gesang findet. Der Refrain: zum Niederknien, zum Moshen, zum Weinen. Beim giftigen Knife of Gold, der zweiten Auskopplung des Albums, peitschen Zuhörern die Nuancen von Daniel Winter-Bates Schreivermögen um die Ohren, flott geknĂŒppelte Drums und ausgelassenes Saitenspiel verleihen dem Lied Dynamik.

Bury Tomorrow – Knife of Gold (Official Video)

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The Age
erinnert stilistisch wieder an Black Flame und More than Mortal. Weil das Konzept erneut aufgeht, gibt es kaum Abnutzungerscheinungen. Die Festivalrakete Stormbringer zelebriert den Metalcore mit prĂ€chtigen Riffs und Breakdowns, beim vorletzten Track Overcast lassen es Bury Tomorrow langsamer angehen, womit der Wechsel von gutturalem und klarem Gesang an Profil gewinnt. Das abschließende Peacekeeper versammelt nochmal all jene Elemente, die auch noch 2018 fĂŒr Bury Tomorrow stehen, bevor das Lied zu sphĂ€rischen Gitarren und Klangspielereien verstummt. Bis der Finger auf „Repeat“ klickt und die schwarze Flamme erneut zu brennen beginnt.

Bury Tomorrow – The Age (Official Video)

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Auch auf Black Flame lĂ€sst sich Bury Tomorrow mangelnde Abwechslung vorwerfen, echte Überraschungen gibt es  weder musikalisch noch beim Songwriting. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob vermeintlich fehlende Innovationskraft negativ ins Gewicht fĂ€llt, wenn das Ergebnis dermaßen ĂŒberzeugt. Black Flame ist ein Brett und wer sich fĂŒr Metalcore begeistert, kommt kaum daran vorbei.

Bury Tomorrow ist ein so brachiales wie zugÀngliches Album gelungen, das in einem gesÀttigten Genre auf vertraute Weise begeistert ohne zu langweilen. Fans werden es der Band ohnehin hoch anrechnen, dass sie ihrem Stil treu geblieben ist und diesen auf Black Flame weiter perfektioniert hat.

Update August 2018: Nachhaltige Beschallung durch Black Flame trÀgt zum allgemeinen Wohlbefinden ein und treibt die Endwertung auf 8.

Black Flame ist seit dem 13. Juli 2018 erhÀltlich.

Tracklist BURY TOMORROW – Black Flame

01. No Less Violent
02. Adrenaline
03. Black Flame
04. My Revenge
05. More Than Mortal
06. Knife of Gold
07. The Age
08. Stormbringer
09. Overcast
10. Peacekeeper

Black Flame [Explicit]

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4.5 von 5 Sternen (15 Kundenbewertungen)

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Termine BURY TOMORROW – Tour 2018

24.11.2018 MĂŒnster, Sputnikhalle
25.11.2018 Hamburg, Markthalle
30.11.2018 Berlin, SO 36
01.12.2018 Leipzig, Conne Island
03.12.2018 MĂŒnchen, Backstage
04.12.2018 Graz, Explosiv
07.12.2018 Wiesbaden, Schlachthof
08.12.2018 Köln, Essigfabrik

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Weblinks BURY TOMORROW:

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