IVAR BJORNSON & EINAR SELVIK – Hugsj√°

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Unsere Bewertung:


6

Gesamtnote

6

Schade …

Das beste aus Enslaved und Wardruna zusammenzubringen war das Ziel, als Ivar Bj√łrnson und Einar Selvik vor vier Jahren die gemeinsame Arbeit aufgenommen hatten. Diese bestand zun√§chst in einer Reihe von Konzerten und finalisierte die gemeinsamen Bem√ľhungen dann mit dem Album Skuggsj√°: A Piece For Mind & Mirror. Und wie schon beim Vorg√§ngeralbum ging Hugsj√° eine Konzertreise voraus. Bei der wurde unter anderem festgestellt, wie gut sich das so erarbeitete Songmaterial eignet, um es dekorativ vor H√∂hlen, Fjorden und allerlei anderem norwegischem Naturschauspielspiel kundtzutun. Und so dr√§ngt sich beim H√∂ren des Materials zum ersten Mal der Eindruck auf, als h√§tte bei diesem doch sonst so congenial arbeitenden Duo die Form √ľber den Inhalt gesiegt.

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Kurzum, man merkt es Hugsj√° an, dass es f√ľr ein breiteres Publikum geschrieben wurde: Raue Black-Metal-Elemente, die Skuggsja zu etwas Neuem und Besonderen gemacht hatten, treten nun st√§rker in den Hintergrund und werden durch allerlei Gef√§lligkeiten aufgeweicht. Der intuitive, schamanistische Pulsschlag, der Warduna auf den Runajold-Alben so naturalistisch angetrieben hat, ist auf Hugsj√° mancherorts durch sehr dick aufgetragene, pathetisch-paganer Romantik auf dem Altar der Eing√§ngigkeit geopfert wurden. Ich betone hier ganz deutlich mancherorts, aber um der Ehrlichkeit Gen√ľge zu tun, kratzen St√ľcke wie Fornjot oder Um Heilage Fjell diesbez√ľglich schon arg an der Grenze des Ertr√§glichen. Haben Bj√łrnson und Selvik hier den Auftrag direkt vom norwegischen Tourismusb√ľro erhalten? Man blickt gen Horizont, dr√ľckt sich ein Tr√§nchen weg und fragt sich: Wann wurde hier die Grenze zwischen Erhabenheit und Pathos so vorhersehbar √ľberschritten? Ni D√łtre Av Hav und Ni M√łdre Av Sol haben auch wirklich alles, um dieses grad angesagte, traditionelle, pagane Feeling zu verbreiten. Nur leider erreicht es einen eben nicht.

Zum Gl√ľck geht Hugsj√° aber auch anders. Und zwar immer dann, wenn die beiden ihr K√∂nnen, ihre Erfahrung und ihre Kreativit√§t b√ľndeln, um beispielsweise Unerwartetes zu schaffen. Oska, sticht hier mit einen orientalischen Anleihen sehr sch√∂n heraus und hat mich sehr an das viel zu wenig beachtete, vor drei Jahren erschienene Deb√ľtalbum Mozaic von Sunset In The 12th House erinnert. Bei Nattseglar, Nytt Land und Utsyn reifen beide noch einmal zu alter progressiver Skuggsj√°-Form. Auch der Titelsong ber√ľhrt durch seine schlichte Sch√∂nheit. Das reicht aus meiner Sicht aber nicht, um Hugsj√° zu einem guten Album zu machen. Denn schon bei Nordvegen fragt man sich, ob sich hier Norwegens neue „Pop-Poeten“ zu einer ganz „mega-irren“ Jam-Session getroffen haben. Ein Song, der wahrscheinlich nicht nur mich ratlos gemacht hat und eher deplatziert auf dem Album wirkt.

Hugsj√° zeigt insgesamt weniger Kreativit√§t als noch sein Vorg√§nger, weniger Enslaved (irgendwie hat mir pers√∂nlich einiges an Bj√łrnsons Einfluss gefehlt), weniger Progressivit√§t und weniger Authentizit√§t … schade.

Hugsj√° ist am 20. April bei By Norse Music erschienen.

Anspieltipp: Oska

Hugsj√°

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Tracklist IVAR BJORNSON &¬†EINAR SELVIK ‚Äď Hugsj√°:

01. Hugsj√°
02. WulthuR
03. Ni D√łtre Av Hav
04. Ni M√łdre Av Sol
05. Fornjot
06. Nattseglar
07. Nytt Land
08. Nordvegen
09. Utsyn
10. Oska
11. Um Heilage Fjell

Ivar Bj√łrnson & Einar Selvik ‚ÄĒ Hugsj√°

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Geschrieben von
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