STICK TO YOUR GUNS – Köln, Essigfabrik (11.12.2017)

Vainstream Rockfest © Jan Focken
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Welcome to the hardcore show!

Noch bevor die Tour zu Ende war, gab es schon eine Zugabe, und zwar in Form der Zusatzshow in Köln. An einem Montagabend war die Essigfabrik nur einen Tag nach dem ursprĂŒnglichen Tour-Ende wieder gut besucht – nicht ausverkauft oder voll, aber einer Zusatzshow durchaus wĂŒrdig.

Silent Planet eröffneten den Abend mit ihrer ausbalancierten Mischung aus Shouts, Gesang, Groove und epischen Melodien. Montage können wesentlich schlimmer sein; das war eine willkommene OuvertĂŒre fĂŒr eine abwechslungsreiche Nacht. „Welcome to the hardcore show!“ begrĂŒĂŸten dann First Blood gut gelaunt den Saal, der sich weiter fĂŒllte. Und das war keine leere Versprechung oder gar AttitĂŒden-HĂŒlse: Es gab mit straightem Hardcore im Stile von Sick of it all ordentlich auf die Umme: Upbeats, Groupshouts – no bullshit. Zwar etwas redundant – stumpf ist trumpf – aber durchaus unterhaltsam.

FĂŒr die grĂ¶ĂŸte Abwechslung, ja fast schon einen Bruch, sorgten in der Folge Being As An Ocean. Deren Midtempo lastige Soundwand ist garantiert ein Erlebnis fĂŒr zu Hause. An diesem Abend fĂŒhlte sich das eher wie eine Bremse an. Der Gesang on point, das Songwriting aber zu eintönig und eindeutig zu entschleunigend. Abwechslung auf einem Konzert mit vier Bands ist jederzeit willkommen, denn nichts ist schlimmer als vier Mal nahezu dieselbe Show mit denselben musikalisch-emotionalen Beats.

Aber es machte sich durchaus etwas Langeweile breit, bis Stick To Your Guns die BĂŒhne enterten. Zwar sichtlich mĂŒde angesichts der vergangenen EU/UK-Tour, aber noch lange nicht satt. „Welcome back to the hardcore show!“, flĂŒsterte mir eine imaginĂ€re Stimme zu. Der sympathische FĂŒnfer aus Kalifornien legte emotional und dynamisch mit dem Opener des aktuellen Albums True View los und ließ darauf die hitverdĂ€chtigsten Titel der Veröffentlichung folgen.

True View

Preis: EUR 13,99

4.8 von 5 Sternen (8 Kundenbewertungen)

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Shouter/SĂ€nger Jesse Barnett zeigte sich dankbar und gerĂŒhrt, die Möglichkeit eines zusĂ€tzlichen Gigs zu bekommen. Wie gewohnt, ließ er sein Publikum an seinem Innenleben teilhaben, erklĂ€rte die Songs und tauschte sich so mit den interessierten Fans auf der BĂŒhne ĂŒber Politik und sonstige Probleme des Lebens aus. Hardcore mit Wut im Bauch und der Faust in der Luft. Vorne meist das Jungvolk, das sich gerade frisch am Merchandise-Stand eingedeckt hatte, weiter hinten die Punk- und Hardcore-Opas (ich mittendrin!) in ausgewaschenen Madball-Shirts. Mit voranschreitender Trackzahl gesellten sich immer mehr Ă€ltere Songs von den Alben Diamond und Disobedient dazu -ganz zur Freude aller Anwesenden.

Die Melodie-Parts ĂŒberließ Jesse wie ĂŒblich dem moshenden und stagedivenden Publikum. Nach diversen Circle-Pits, jedoch auch besinnlicheren Songs gab es den krönenden Abschluss mit Amber und Against Them All. Jungvolk sowie Szene-Dinos mit dem breitesten LĂ€cheln seit dem WM-Gewinn 2014, singend, gröhlend. Blut, Schweiß, Emotionen – gotta love the hardcore scene.

Am Ende war es dann eine Riesen-Party, die die Crowd teilweise auf der BĂŒhne feierte. SĂ€nger Jesse hatte sich bereits lĂ€ngst vom Mikrofon verabschiedet und den sichtlich angetanen Fans ĂŒberlassen. Die rockten gemeinsam mit der Band die Show zu Ende. Da bleibt mir nur, die Band selbst zu zitieren, die stets die Werte der Szene und des Zusammenlebens betont: „Let’s keep this necessary artform alive!

Foto: Jan Focken (Archiv)

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