BILLY BRAGG – Köln, Gloria (27.11.2017)

Billy Bragg, © Natalie Kreuter
Billy Bragg, © Natalie Kreuter
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Wenn es einen gibt, auf den der Satz „die Wut ist jung“ perfekt passt, dann ist das Billy Bragg. Und er hat einiges zu erzählen, das macht er in seinen epischen Ansagen klar. Zuviel ist passiert, was dem Engländer, der sich seit seinen musikalischen Anfängen Ende der 1970er, Anfang der 1980er Jahre als linker Singersongwriter für die Rechte der „Zu kurz Gekommenen“ einsetzt. Dabei wird er nicht müde, gegen jene zu kämpfen, die die Umwelt zerstören, Kriege anzetteln, über Menschenrechte lachen und auch mit ihrem Zynismus die Welt nicht gerade zu einem schönen Ort machen. Dafür gibt es ja Bragg, der mit seinen poetischen Protestsongs genau für die Musik macht, die noch an das Gute im Menschen glauben.

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Die Setlist ist ein Überblick über 30 Jahre Schaffen des Mannes, der schon gegen die Thatcher Regierung rebelliert hat und der mit beinahe 60 Jahren auch nicht altersmilde wirkt, im Gegenteil. Bragg weiß genau, wie man ein Publikum fesselt und so dürfen Ansagen auch gerne mal länger sein, als das eigentliche Stück. Das hat der charismatische Mann aus Barking/Essex einfach drauf.

Egal, ob es sich um seine Reise durch die Vereinigten Staaten auf den Spuren Woody Guthries handelt, mit dem er, wie jeder Liedermacher eng verbunden ist und sogar zwei Alben mit Songs des Mannes aufnahm, handelt, um den Prostest der Saffiyah Khan, die als Einzige Zivilcourage bewies und mit einem Lächeln, das um die Welt ging, zeigte was sie von der English Defence League (einer englischen politischen Organisation, die rechtsextreme Tendenzen hat) so hält oder um allgemeine Dinge, wie den Kauf von Zahnstochern mit Minzgeschmack oder wo man eine Zahnbürste mit harten Borsten herbekommt. All das wird von Billy Bragg derartig fesselnd geschildert, dass man sich am Ende der zwei Stunden fragt, wo denn die Zeit hin ist.

Mit Songs seines neuen Albums, wie King Tide And The Sunny Floods oder Full Englisch Brexit und Klassikern wie Must I Paint You A Picture oder There Is A Power In The Union trifft Bragg immer den richtigen Ton.

Mittlerweile eine feste Tradition auf Billy Bragg Konzerten ist die letzte Zugabe A New England, die aus allen Kehlen mitgesungen wird und bei der Strophe, die Bragg der verstorbenen Kirsty MacColl, die die Nummer 1985 in die britischen Top Ten brachte widmet, schleichen sich Tränen in die Augen mancher Zuschauer, die einen noch immer kämpfenden und hoffentlich niemals aufgebenden Uncle Bill euphorisch feiern.

Bis zum nächsten Mal.

Setlist BILLY BRAGG @ Köln,Gloria (27.11.2017)

01. Sexuality
02. The Warmest Room
03. She Came Along To me (Woody Guthrie Cover)
04- The Sleep Of Reason
05. The Man In The Iron Mask
06. Accidents Waiting To Happen
07. Saffiyah Smiles
08. Must I Paint You A Picture
09. Levi Stubb´s Tears
10. King Tide And The Sunny Flood
11. Greeting To The New Brunette
12. Why We Build The Wall (Anais Mitchell Cover)
13. I Keep Faith
14. There Is a Power In Union
15. Full English Brexit (Z)
16. The Times They Are-A Changin´ Back (Bob Dylan Cover, Z)
17. Waiting For The Great Leap Forwards (Z)
18. A New England (Z)

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Weblinks BILLY BRAGG:

Official: http://billybragg.co.uk/bridgesnotwalls/
Facebook: https://www.facebook.com/billybraggofficial/

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