ROBERT PLANT – Carry Fire

ROBERT PLANT - Carry Fire
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9 Gesamtnote

Gesamtnote

9

Es wird immer viel von Led Zeppelin geschrieben, Veröffentlichungen wie die vor gut einem Jahr veröffentlichten Complete BBC Sessions heizten das sicherlich auch noch einmal an, nun stehen wir ein Jahr vor dem 50jährigen Bandjubiläum. Aber all das sind Dinge, die einen Robert Plant offensichtlich nicht beeindrucken können. Völlig unaufgeregt veröffentlichte dieser mit Carry Fire nun sein inzwischen elftes Solo-Album und zelebriert damit die Entwicklung eines eigenen Musikverständnisses, das wenig von Konventionen hält und die eigene Kreativität stattdessen in den Vordergrund stellt. Rock’n’Roll ist hier nicht alles und es werden gerne neue Wege gesucht.

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Diese Wege können auf vielseitige Art und Weise beschritten werden. Eine Variante davon ist die exotische. Davon zeugt beispielsweise gut der Titelsong des Albums. Orientalisch wirkende Klänge mit einer gesunden Spur Zurückhaltung, dennoch betont und vor allem so intoniert, dass die Klänge einen einnehmen. Auch eine gewisse Fragilität schwingt dabei gerne mit. Eine, die man schon im Opener The May Queen merkt, wo der exotische Charakter auf Nachdenklichkeit trifft. Letztere begegnet dann auch deutlich in New World…, das vor allem ein nachdenklich-zerbrechliches Rockstück darstellt. Man merkt hier erneut, dass Robert Plant eben sein eigenes Ding macht, ohne dabei dran zu denken, dass er ja auch Sänger einer höchst erfolgreichen Rockband war und/oder ist.

Völlig außer Acht lassen sollte man aber auch auf Carry Fire die prototypische Rockmusik nicht. Stücke wie Bones of Saints zeigen das sehr gut. Druckvolle Rock-Sounds, Freude am Riff, all das begegnet hier. Auch Bluebirds Over the Mountain gehört dann noch einmal zu den druckvolleren Klängen des Albums. Melodisch, druckvoll und auch betont hat man es hier mit einem angenehmen Rock-Song zu tun, der dem Album gut zu Gesicht steht. Aber es ist zudem nicht nur der Rock-Sound, es kommen unter anderem auch Streicher dazu, die der Nummer weitere Nuancen geben. Vielseitigkeit wird immer wieder großgeschrieben und am Ende passt es alles sehr gut zusammen, was geboten wird.

Wenn man das Album am Ende losgelöst von der Historie betrachtet, so stellt man fest, dass es aus allen musikalischen Blickwinkeln zu überzeugen weiß. Vielseitigkeit, Qualität, Abwechslungsreichtum – all das kann Robert Plant auch anno 2017 auf einem Album vereinen. Und das nicht als routinierte Arbeit, sondern nach wie vor mit neuen Akzenten. Somit ist Carry Fire ein sehr respektables Album geworden.

Tracklist ROBERT PLANT – Carry Fire:

01. The May Queen
02. New World…
03. Season’s Song
04. Dance With You Tonight
05. Carving Up the World Again… a wall and not a fence
06. A Way With Words
07. Carry Fire
08. Bones of Saints
09. Keep It Hid
10. Bluebirds Over the Mountain
11. Heaven Sent

Weblinks ROBERT PLANT:

Homepage: www.robertplant.com
Facebook: www.facebook.com/robertplant
Twitter: www.twitter.com/robertplant

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