ESBEN AND THE WITCH – München, Milla (24.04.2017)

ESBEN AND THE WITCH - München, Milla (24.04.2017)
Esben and the Witch, © Marius Meyer
Geschätzte Lesezeit: 2 Minute(n)

Ein Album mit nur vier Stücken? Willkommen in der Welt von Esben and the Witch! Da kann auch ein Album mit vier Stücken schon mal eine Dreiviertelstunde lang sein. Wie auch ihr inzwischen viertes Album Older Terrors eröffneten sie auch den Abend in München – direkt ohne Vorband – mit Sylvan, das langsam die Spannung aufbaute und in den Abend einleitete. Verhangene Klänge, der eingängige Gesang von Sängerin Rachel und auch in den ruhigen Momenten war die Anspannung spürbar, sodass man gar nicht anders konnte, als der Band von Beginn an aufmerksam zu folgen. Wobei auch zu konstatieren ist: Auch die ruhigen Momente wirken live bei Esben and the Witch deutlich dramatischer, sodass „ruhig“ eher relativ zu sehen ist.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Von fragil ruhigen Momenten bis hin zu lauten Ausbrüchen und Klangwänden war dabei alles zu durchleben an diesem Abend, an dem sich die Band durch ihre bisher vier Alben spielte, dabei immer wieder in den Klängen versank und dabei auch das Publikum mit in ihren Bann zog. Gut zu merken beispielsweise bei einer Nummer wie Dig Your Fingers In vom 2014er Album A New Nature, das mit verzweifelt bis hypnotischem Gesang zu zunächst ruhigen gezupften Gitarrenklängen und dezentem Schlagzeug zum Ende hin deutlich aufdreht und einen gesättigten Sound präsentiert. Auch das folgende No Dog zeigt es gut, wenn shoegazige Passagen sich mit einem schnell treibenden Schlagzeug- und Bass-Gewitter abwechseln.

Dynamik und Spannungsbogen stimmten durch und durch an diesem Abend, die Band fand genau den richtigen Weg zwischen den verhalteneren und verhallten Momenten, dem shoegazigen Touch und den großen Soundwänden. Zwar waren es nur neun Stücke, die gespielt wurden, aber wie eingangs schon erwähnt: Das kann mitunter sehr lang sein, wie eben beim aktuellen Album. Zudem ließ die Band auch immer wieder Raum für Improvisationen. Zum Schluss war dann zu merken: Es schienen viele Zuschauer dort gewesen zu sein, die die Band bereits seit dem ersten Album Violet Cries verfolgen oder wahlweise später dazukamen, sich aber mit allen Alben auseinandergesetzt haben. Zum druckvollen Marching Song zum Abschluss wurde noch einmal gut mitgegangen und kräftig applaudiert.

Ein wirklich gelungener Montagabend in der Münchner Milla war es, der vermuten ließ, dass diese Band noch eine große Zukunft haben wird. Zu wünschen wäre es ihr auf jeden Fall!

Setlist ESBEN AND THE WITCH – München, Milla (24.04.2017):

01. Sylvan
02. Marking The Heart Of A Serpent
03. Dig Your Fingers In
04. No Dog
05. Dull Gret
06. The Fall Of Glorieta Mountain
07. The Wolf’s Sun
08. The Jungle
09. Marching Song

Weblinks ESBEN AND THE WITCH:

Homepage: www.esbenandthewitch.co.uk
Facebook: www.facebook.com/esbenandthewitch
Twitter: www.twitter.com/weareeatw

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1 Comment

  • Kann ich nur bestätigen. In Hamburg waren es handgezählte 8 Stücke in knapp 85 Minuten und dann eine akustische Zugabe. Und nett sind die drei dann auch noch 😉

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