ARCHIVE – Köln, Kantine (25.11.2016)

Fotos: ARCHIVE
Archive, © Marcus Nathofer
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Am 25.11.2016 spielen Archive eine von vier Shows in Deutschland in der Kantine in Köln. Die Tour läuft unter dem Titel „Kings Of The False Foundation“ und präsentiert das Zehnte Album der Londoner. Angereist waren Archive diesmal mit einer acht köpfigen Formation und einer sehr interessanten Vorband.

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Denn als Support spielt die 2008 als FreeJazz gegründete Band Dr (dr)one aus Paris, Frankreich. Die Musik klingt wie ein sehr sphärischer Soundcheck bei dem alle Instrumente gleichzeitig eine improvisierte Melodie spielen. Anfangs noch etwas gewöhnungsbedürftig, jedoch mit jedem Song überzeugender. Die junge Band steht noch in den Startlöchern ihrer Karriere. Schwierig zu sagen, ob ihre Musik den Nerv der Zeit treffen wird. Jedenfalls ist es kein 08/15 Gedudel von der Stange, sondern vielmehr etwas sehr Spezielles. Leider wirkte der Bühnenaufbau heute etwas gedrungen und die Musiker somit versteckt und Publikumsscheu. Am Ende des Auftritts hat die Musik aber einen Großteil der Zuhörer erreicht und es gab den anerkennenden Applaus.

In der ausverkauften Kantine in Köln wird an diesem Abend vornehmlich kein Essen, sondern vielmehr Nahrung für das Ohr ausgegeben. Archive sind diesmal als glorreiche Acht unterwegs. Danny Griffiths und Darius Keeler haben Dave Pen(ney), Mike Bird, Pollard Berrier, Holly Martin, Smiley alias Steve Barnard und Steve Davis mitgebracht. Driving in Nails ist der Opener und sofort sind alle in ihrem Element. Insgesamt acht Stücke vom aktuellen Album The False Foundation stehen auf der Setlist. Während Dave und Pollard mit ihrem Gesang bei den ersten 4 Liedern zum Einsatz kommen setzt Holly bei Crushed ein um dann in Hatchet, Kid Corner und Pulse das Mikrofon weiter zu übernehmen. Man merkt schnell, dass das zehnte Album der Band anders und dennoch typisch Archive ist, denn die Songs passen sich einfach perfekt mit den alten Werken in die gesamte Setlist ein. Wenn man die Acht beim Auftritt einmal einzeln betrachtet, merkt man schnell, dass jeder ein Vollblutmusiker ist und voll hinter dem steht, was er tut. Emotional und glaubwürdig werden die Lieder dem Publikum nahe gebracht, während dieses sich aus dem Umfeld gerissen in eine virtuell-akustische Klangwelt begibt. Hier wird auf die problematischen Themen der Zeit aufmerksam gemacht Ohne viel Konversation zwischen den Stücken reiht ein Song sich hinter dem andern ein. Nach dem letzten Lied Blue Faces gibt es weitere 4 Zugaben inklusive eines neuen unveröffentlichten Werkes. Am Ende ist mit Feel It auch alles gesagt. Band und Zuhörer trennen sich dankbar für einen wunderbaren Abend.

Anmerkung: Es gibt kein Lied der Band, bei dem ich auf dem Player die Weitertaste drücken würde. Ich persönlich liebe alle Gesangsstimmen, sei es Dave Pen, Pollard Berrier oder Holly Martin (aber auch die Stimmen derer, die diese Band früher begleitet haben). Jede ist intensiv und auf ihre Weise brillant. Danny Griffiths und Darius Keeler haben ein super Händchen für Musiker. Der Sound ist intensiv und eindringlich, aber auch gefühlvoll harmonisch.
Auch wenn ich diesen Auftritt nicht zu einem der besten von Archive zählen würde, so war es dennoch eines der besten Konzerte die ich 2016 besucht habe.

Setlist ARCHIVE@ Köln, Kantine (25.11.2016):

01. Driving in Nails
02. Sell Out
03. Stay Tribal
04. The False Foundation
05. Crushed
06. Hatchet
07. Kid Corner
08. Pulse
09. Splinters
10. The Weight Of The World
11. Bullets
12. Blue Faces
13. Bright Lights (Z)
14. (Unknown) new Song (Z)
15. You Make Me Feel (Z)
16. Feel It (Z)

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