ROBERT COYNE & JAKI LIEBEZEIT – I Still Have This Dream

Robert Coyne & Jaki Liebezeit - I Still Have This Dream
Geschätzte Lesezeit: 2 Minute(n)

Unsere Bewertung:


9

Gesamtnote

9

Eine Zusammenarbeit, die sich bew├Ąhrt hat. Schlie├člich ist I Still Have This Dream nach The Obscure Department (2013) und Golden Arc (2015) bereits die dritte Scheibe, die sie zusammen aufnehmen. Dass die Qualit├Ąt dabei hochgehalten wird, ist im Grunde schon im Vorfeld zu erwarten, wenn man sich anschaut, wer da zusammen arbeitet. Robert Coyne als Sohn des 2004 verstorbenen Musikers, Malers und Autors Kevin Coyne, der zudem auch bereits mit Eric Burdon, Spooky Tooth und anderen zusammenarbeitete, dazu Jaki Liebezeit als Drummer von Can, der sein virtuoses Spiel auch schon als Gastmusiker f├╝r Depeche Mode, Brian Eno und in diesem Jahrtausend f├╝r Phillip Boa unter Beweis stellte. Soviel sei vorweggenommen: Die Vorschusslorbeeren sind berechtigt.

I Still Have This Dream erscheint dabei als eine Art Soundtrack in Anlehnung an den franz├Âsischen Film noir. Eine eigene ├ästhetik also, die auch bereits von den ersten T├Ânen an in Cockney Mystic begegnet. Eine aufregende Unaufgeregtheit ist es, die dem Album immer wieder innewohnt. Ein entspanntes Treiben mit dem gekonnten Drumming Liebezeits, dazu Coynes eing├Ąngige Stimme, Gitarrenharmonien… Man kann sich gut im Klang fallen lassen an dieser Stelle. Trotz eines relativen Minimalismus in all dem begegnet einiges an Abwechslung. Beispielsweise, wenn man den Streichereinsatz betrachtet, der unter anderem in Soothing Sounds begegnet. Fingerpicking auf der Gitarre, ein ruhiges Treiben im Rhythmus und harmonische Streicher im Hintergrund ÔÇô einer der H├Âhepunkte des Albums.

Auch im k├╝rzesten St├╝ck Over begegnen die Streicher ÔÇô mit 49 Sekunden die k├╝rzeste Nummer, was dann von Thank You (I’ve Got The Idea) mit seinen elfeinhalb Minuten wieder ausgeglichen wird, das mit einem dezenten Groove die Spannung ├╝ber seine gesamte Spieldauer aufrechterh├Ąlt. Der Gro├čteil des Albums spielt sich nat├╝rlich in der Mitte davon ab ÔÇô und kann ├╝berzeugen. So auch der Titeltrack I Still Have This Dream, der den Streichereinsatz ein weiteres Mal gut zur Geltung bringt und auch mit gekonnten Background-Vocals arbeitet. Auch hier merkt man wieder, dass hier zwei Musiker zusammenarbeiten, die ihrem Spa├č an der Sache Ausdruck verleihen, ohne dabei irgendwelchen Zw├Ąngen jedweder Art zu erliegen.

Am Ende ein sehr gelungenes Album, das sich zwischen die St├╝hle setzt und dabei trotzdem gut sitzt. F├╝r viele mag es ein Blick ├╝ber den Tellerrand sein, da die stilistische Einordnung schwer m├Âglich ist. Wer sich durch die im bisherigen Text genannten Fixpunkte einigerma├čen angesprochen f├╝hlt, sollte definitiv einmal reinh├Âren.

Tracklist ROBERT COYNE & JAKI LIEBEZEIT ÔÇô I Still Have This Dream:

01. Cockney Mystic
02. Another Layer Of Mud
03. Ball Of Light
04. Soothing Sounds
05. Tough To Love
06. I Still Have This Dream
07. Over
08. In The Rehearsal Room
09. Slow Down
10. Thank You (I’ve Got The Idea)
11. And Out

I Still Have This Dream

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Geschrieben von
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