At The Drive-In – K├Âln, Palladium (30.03.2016)

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Aufgrund meines Alters stie├č ich erst Jahre nach der Aufl├Âsung auf At The Drive-In, aber seit ich die Band kennengelernt hatte (was sich mittlerweile auch auf einen zweistelligen Jahresbetrag bel├Ąuft) sehnte ich mich nach einer Reunion. Dieses Jahr wurden meine Gebete endlich erh├Ârt, der 1993 in El Paso gegr├╝ndete Post-Hardcore Truppe um S├Ąnger Cedrix Bixler fand sich f├╝r zwei Konzerte in Deutschland ein. Ein kleiner Wermutstropfen vorab war leider die unbegr├╝ndete Mitteilung, dass Gitarrist und Gr├╝ndungsmitglied Jim Ward fortan nicht mehr mit von der Partie sein wird. W├Ąhrend das Konzert in Berlin ausverkauft war, fand ich es jedoch verwunderlich, dass dies beim K├Âlner Palladium nicht der Fall war und sich im Vorfeld ungew├Âhnlich viele Leute bem├╝hten, ihre Tickets wieder loszuwerden. Tz.

Den ersten Grund, sich dar├╝ber im Nachhinein zu ├Ąrgern, lieferten Le Butcherettes, die 2007 in Mexico gegr├╝ndet wurden und mit Omar Rodr├şguez-L├│pez den zweiten Gitarristen von At The Drive-In zum Produzenten haben. Da er├╝brigte sich dann auch die Frage, wieso diese Band f├╝r den Support ausgew├Ąhlt wurde. Komplett in rot gekleidet zog das Garage-Punk Trio alle Register dieses Genres und kam damit sehr gut an. Vor allem Teri Gender Bender, an Mikrofon, Keyboard und Gitarre unterwegs, zog die Blicke auf sich und warf nur zu gern selbst welche mit weit aufgerissenen Augen direkt in die auf sie gerichteten Gesichter. Dazu kamen ausladende Tanzbewegungen und eine ebenso ausladende Stimme, mit der Teri sicher umzugehen wusste. Nicht nur das Publikum war begeistert, Teile des Hauptacts verfolgten die Show genauso interessiert vom Balkon aus.

Nun zu Grund Nr. 2: At The Drive-In. Das erste Quartal ist zwar gerade erst um, aber das Konzert des Jahres steht f├╝r mich schon fest, denn nach etlichen Konzertbesuchen machte sich bei mir tats├Ąchlich nochmal so etwas wie Aufregung bemerkbar, als die Band auf die B├╝hne kam. BEWARE! Wie auch der derzeit noch aktuelle Longplayer Relationship of Command von 2000 wurde der Auftritt mit Arcasenal und Pattern Against User eingeleitet. Dabei schien es fast, als sei die B├╝hne zu klein f├╝r Bixler, der immer wieder den Mikrost├Ąnder in die Luft warf und auffing, von links nach rechts rannte, ├╝ber den Boden kroch und auf alles stieg, was sich an bekletterbarem Equipment auf der B├╝hne befand. Ein verdammt l├Ąssiger Move Bixlers war es ├╝brigens, das Mikrofon am Kabel nach unten zu schleudern und mit dem Fu├č wieder nach oben zu treten. Ebenfalls interessant zu beobachten waren seine Umbauma├čnahmen. So stellte er sich kurzerhand seine Monitorbox aufrecht hin, um zun├Ąchst mit wackeligen Knien davon herunterzusingen, bis er den Mikrofonst├Ąnder quer dar├╝berlegte und b├Ąuchlings auf dem Boden liegend das Mikrofon bearbeitete. Mit Songs wie 300MHz und Lopsided wurden auch In/Casino/Out und die Vaya EP angespielt, jedoch blieb es ├╝berwiegend bei Liedern ihres letzten Albums. Zwischendrin lie├č Bixler es sich nicht nehmen, einige Ansagen zu machen. Dabei erw├Ąhnte er, dass die Band Deutschland w├Ąhrend eines l├Ąngeren Aufenthaltes im Jahr 1999 sehr zu sch├Ątzen gelernt hat und er betonte immer wieder, wie unendlich dankbar sie ├╝ber die Unterst├╝tzung ihrer deutschen Fans sind. Dass diese Dankbarkeit auf Gegenseitigkeit beruhte, lie├č sich an dem ohrenbet├Ąubenden Jubel unschwer erkennen.

Nachdem das dreizehn Songs umfassende Mainset mit Non-Zero Possibility einen etwas schwerm├╝tigen Ausklang fand, brachten die kurze Zeit sp├Ąter dargebotenen Zugaben Napoleon Solo und One Armed Scissor die Menge nochmal vollends zum Ausrasten, als h├Ątten die Leute 15 Jahre lang auf diesen Moment gewartet.
Nun wird es f├╝r die Band aber Zeit, ein neues Album und eine weitere Tour nachzulegen!

Setlist At The Drive-In – K├Âln, Palladium (30.03.2016)

01. Arcasenal
02. Pattern Against User
03. Sleepwalk Capsules
04. 300MHz
05. Proxima Centauri
06. Lopsided
07. Invalid Litter Dept.
08. Enfilade
09. Ursa Minor
10. Cosmonaut
11. Quarantined
12. Catacombs
13. Non-Zero Possibility
14. Napoleon Solo (Z)
15. One Armed Scissor (Z)

Leider waren an diesem Abend keine Fotografen erlaubt.

Relationship of Command

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Bild: Pressefreigabe

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