DAVID BOWIE – Blackstar

blackstar
GeschÀtzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Unsere Bewertung

9 Gesamtnote

Da reibt man sich beim Blick auf die Tracklist von Blackstar doch zunĂ€chst einmal verwundert die Augen: Ein Blick auf die Tracklist des neuen Albums von David Bowie und man sieht, dass hier nur sieben StĂŒcke sind. Aber mit mindestens viereinhalb und maximal beinah zehn Minuten Spieldauer sind diese alle ĂŒber der Grenze der Radiotauglichkeit anzusiedeln und man merkt: Auch mit seinen inzwischen 69 Jahren, auf seinem 28. Album möchte Bowie es dem Hörer nicht zu einfach machen. Dass er gerne mal experimenteller unterwegs ist, hat er oft gezeigt, Jazz-EinflĂŒsse kennt man von ihm, aber dass er auch bei all dem eingĂ€ngig und markant unterwegs sein kann, wurde auch immer wieder bewiesen. So trifft man hier nun auch altbekannte VersatzstĂŒcke, aber vor allem einen weiterhin aktiven Bowie, der sich nicht auf alten Lorbeeren ausruht.

Schon der titelgebende Opener mit seinen fast zehn Minuten LĂ€nge ist prototypisch fĂŒr das neue Werk. Man könnte in ihm so etwas wie eine OuvertĂŒre sehen. Melodiöse Bestandteile, beinah triphoppige Grooves, BlĂ€sersĂ€tze, abgrĂŒndige Passagen – all das mit einer schlĂŒssigen Dramatik und der vielseitigen Stimme Bowies. Diese musikalischen Bestandteile tauchen immer wieder auf, mal auf die eine, mal auf die andere Art und Weise gewichtet. ‚Tis A Pity She Was A Whore beispielsweise ist dabei noch eines der geradlinigeren Bowie-StĂŒcke, das mit Druck nach vorne geht, dabei Rock-Elemente wie auch Groove hat, aber auch mit dominanten BlĂ€sersĂ€tzen arbeitet. Gerade die BlĂ€sersĂ€tze sind es auch, durch die in Lazarus, dessen Video bereits fĂŒr viel Aufsehen sorgte, die Dramatik in diesem sehr traurigen StĂŒck Bowie-Jazz sehr stark untermauert wird.

David Bowies Blackstar hat Jazz, ist aber kein Jazz-Album

Dramatisch, ja traurig, fĂŒhlt sich das Album oft an. Girl Loves Me beispielsweise mit einem pulsierenden Beat, choral anmutendem und teils leicht gehalltem Gesang, dazu aber auch immer wieder lichte Momente, die Hoffnung zu geben scheinen. HĂ€lt sich hier der Jazz etwas zurĂŒck, so ist er im abschließenden I Can’t Give Everything Away wieder deutlicher zu hören. Immer wieder Saxofon-Improvisationen, aber dazu auch ein typischer Bowie, der sehr einnehmend singt.

So oft es hier nun fiel, ist schon beinah die Frage aufzuwerfen: Ist hier ein Jazz-Album entstanden? Nein, am Ende ist das Album vor allem eines: ein neues David Bowie-Album. Nicht gerade das, mit dem er die phĂ€nomenale RĂŒckkehr ins Format-Radio bewĂ€ltigen wird, dafĂŒr aber das, mit dem er eindrucksvoll zeigt, dass er auch heute noch in sehr guter Form ist. So schwer das Album zunĂ€chst greifbar ist, so schwer ist es in der Folge, sich ihm zu entziehen. Kein geeignetes Einstiegswerk fĂŒr David Bowie, aber wer das sucht, sollte dringend noch einmal den musikalischen Grundlagenkurs nachholen – fĂŒr Fans, Kenner und Interessierte ist es definitiv eine sehr starke RĂŒckkehr Bowies!

Tracklist DAVID BOWIE – Blackstar:
01. Blackstar
02. ‚Tis a Pity She Was a Whore
03. Lazarus
04. Sue (Or In a Season of Crime)
05. Girl Loves Me
06. Dollar Days
07. I Can’t Give Everything Away

Blackstar

Preis: EUR 5,99

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