FRAKTUS – München, Muffathalle (23.01.2016)

Fraktus, (c) Marius Meyer
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Fraktus unterhielten die Muffathalle
Fraktus unterhielten die Muffathalle

Als 2012 das Comeback der vermeintlichen Techno-Pioniere von Fraktus verkündet wurde, fragte man sich, wie lange der Mythos um diese vermeintliche Band um Torsten Bage (Heinz Strunk), Dickie Schubert (Rocko Schamoni) und Bernd Wand aufrechterhalten werden kann. Vor allem nach der erfolgreichen Tour zur parallel zum Film erschienenen Fraktus – Millenium Edition. Eintagsfliege? Mitnichten. Der Hype ging weiter und die Band mit dem markanten Smirkey als Logo konnte immer wieder von sich reden machen, hatte unter anderem bei Mord mit Aussicht sogar deutschlandweite Fernsehpräsenz und nahm mit Welcome To The Internet ein neues Album auf, mit dem sich die Fanbase sogar noch weiter vergrößerte. Etwas, wovon man sich auch beim Tourstopp in München überzeugen konnte, wo die Band am Samstag, dem 23. Januar, die Bühne der gut gefüllten Muffathalle betrat.

Ziemlich exakt um 21:00 Uhr zählt der Countdown auf der Videoleinwand runter, das Publikum zählt sehnsüchtig wartend zur Sinussinfonie mit und der Jubel ist groß, als das Trio in der Halle an den Instrumenten steht. Was man im Gegensatz zur vorherigen Tour schnell merkt: Die Band ist deutlich mehr zusammengewachsen. Wo zuvor Unstimmigkeiten auf der Bühne herrschten, gibt man nun in bester Feinabstimmung die Stücke zum Besten. Was dem Gesamteindruck dabei ebenfalls sehr gut zu Gesicht stand, war die Videoprojektion, die den jeweiligen Stücken entsprechend immer wieder spannende und unterhaltsame Filme bot. Seien es die Psycho-Schrift bei Maler und Lackierer, Pacman-Animationen oder andere Videospiele: Neben dem gutgelaunten Trio wurde auch dahinter ein Mehrwert geboten.

Futuristische Instrumente gehören schon seit ihrer Gründung zum Standard bei Fraktus
Futuristische Instrumente gehören schon seit ihrer Gründung zum Standard bei Fraktus

Stücke vom Erstling harmonieren dabei gut mit dem neuen Album, was man beispielsweise gut daran sieht, wie das multilinguale Kleidersammlung mit seinem stampfenden Beat von Bernd Wands Traumvertonung über Mary Poppins nahtlos gefolgt wird. Überhaupt hatte auch jeder der drei Protagonisten die Gelegenheit, sein individuelles Können mal in den Vordergrund zu stellen. Sei es Bernd Wand bei besagter Mary Poppins, Torsten Bage in Schuhe aus Glas, bei dem auch die Querflöte zur Geltung kommt oder auch Dickie Schubert unter anderem bei Welcome To The Internet. Der große Verdienst an diesem Abend aber ist, dass all das mit einem intakten Bandgefüge präsentiert wird, was man unter anderem bei Saugetücher, eine Bage-Komposition, merkt: Alle drei erfreuen sich sichtlich daran, dass das Publikum lauthals im Chorus das „Saug auf!“ mitsingt.

So war es in der Muffathalle rund 90 Minuten lang ein Geben und Nehmen zwischen Band und Publikum und man war erstaunt, wie gut die Band aus Brunsbüttel auch am anderen Ende der Republik ankommt. Hätte man eine Umfrage gemacht, ob Fraktus wiederkommen sollen, dann wäre davon auszugehen gewesen, dass die repräsentative Antwort geheißen hätte: „Also ich hätt‘ Bock!“

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