VNV Nation – Dresden, Alter Schlachthof (05.12.2015)

VNV Nation, (c) Danny Sotzny
Geschätzte Lesezeit: 4 Minute(n)

Tour: Compendium 1995-2015 – 20 Years Of Work

Vor genau 20 Jahren brachten VNV Nation ihr erstes Album auf den Markt. Um dies gemeinsam mit Ihren Fans zu feiern, sind sie mit Ihrer extra langen Compendium Tour in fĂŒnf StĂ€dten in Deutschland unterwegs. FĂŒr jeden Fan ein absolutes Muss, sich auf eine VNV-Zeitreise, mit vielen Lieblingstiteln aus 20 Jahren Bandgeschichte, zu begeben. Außerdem standen noch besondere Gastauftritte, Specials und eine einzigartige, große Licht- und Videoshow auf den Plan. Somit auch ein guter Grund fĂŒr MonkeyPress und uns, sie im Alten Schlachthof in Dresden zu besuchen. Den alten Schlachthof in Dresden findet man recht gut und die Location ĂŒberzeugte auch auf dem ersten Blick. Es war schwer zu ĂŒbersehen, dass dieses Konzert ausverkauft war. Anfangs doch noch recht angenehm gefĂŒllt, Ă€nderte es sich doch drastisch beim Hauptact.

ÜberpĂŒnktlich (19:40 Uhr) stand als Vorband das Duo von Marsheaux, eine Synthie-Pop Band aus Griechenland, auf der BĂŒhne. Zwei MĂ€nner, die weiße Wolfsmasken trugen, begannen auf Ihren Laptops das Intro abzuspielen. Unter Beifall kamen wenig spĂ€ter auch die beiden Musikerinnen Marianthi Melitsi und Sophie Sarigiannidou auf die BĂŒhne und verzauberten das Publikum mit Ihren Engelsgleichen Stimmen. Da die beiden nicht nur singen, sondern auch gleichzeitig auf Ihren Synthesizern spielen, war eine großartige BĂŒhnenshow / Performance nicht möglich. Die Band beeindruckte das Publikum mit wundervollem Gesang, Synthie-Pop und Trance Melodien vom feinsten. Ihre Live Stimmen sind klar, kraftvoll und gleichzeitig zart / zerbrechlich. Das Publikum in den vorderen Reihen tanzte, klatschte und ging gut mit. In den hinteren Reihen kam die Stimmung leider nicht ganz an, war hier doch noch ein sehr großes Kommen und wieder Gehen (zur Raucherecke) zu verzeichnen. Die beiden SĂ€ngerinnen applaudierten auch nach jedem Song und bedankten sich so jedesmal von neuem beim Publikum. Gegen 20:10 Uhr wurden sie mit viel Applaus verabschiedeten. Marsheaux unterhielten mit ruhigen aber eingĂ€ngigen Melodien die anwesenden VNV-Fans. Allerdings waren sie fĂŒr meinen Geschmack ein wenig zu ruhig, um die Massen anzuheizen. Diese Musik lĂ€dt eher zum TrĂ€umen und Entspannen ein.

Setlist Marsheaux @ Dresden, Alter Schlachthof (05.12.2015):
01. Exit
02. Leave in Silence
03. Radial Emotion
04. Come On Now
05. The Sun and the Rainfall
06. Break
07. Inhale

Danach war erst mal fĂŒr gute 30 Minuten Pause angesagt, bei eintöniger Techno Mucke. Dadurch fĂŒhlte sich die Pause wahrscheinlich auch lĂ€nger an, als sie eigentlich war. Einigen Fans schien diese Pause auch zu lang und sie begannen gegen 20:30 Uhr mit Pfiffen und Rufen nach der Band. Als endlich das Licht erlosch und das Intro begann, verwandelte sich der Schlachthof schnell in einen Hexenkessel. Die Fans erblickten auf der Leinwand nacheinander erst das Band Logo von VNV Nation, dann „Compendium“, „1995-2015“, „Dresden“, und unter lautem Gekreische zĂ€hlten sie den Countdown von 10 auf 1 herunter. Danach kamen die vier Akteure auf die BĂŒhne und legten unter tosenden Applaus mit Space & Time los. Die Massen bewegten sich, rissen Ihre Arme nach oben und sangen lauthals mit. Nach dem ersten Song begrĂŒĂŸte Ronan, sichtlich ĂŒberwĂ€ltigt, sein Publikum mit den Worten „Wir haben ganz viel Musik fĂŒr euch. Ich wollte euch nur kurz begrĂŒĂŸen.“ Danach kam ein Hit nach dem anderen, wie angekĂŒndigt. Zwischendurch ließ es sich Ronan nicht nehmen immer wieder mit dem einen oder anderen aus der Menge zu scherzen, und auch seinen Fanclub aus Bayern persönlich zu begrĂŒĂŸen. Bei seinem Statement, dass „er immer sehr gern in Sachsen ist“ rastete die Menge aus. Zwischen den Songs und auch wĂ€hrenddessen forderte Ronan immer wieder die Leute auf mitzumachen und mitzusingen, was allerdings gar nicht von Nöten war. Die Stimmung war durchgĂ€ngig super, das Publikum kreischte, sang fast alle Lieder mit und feierte einfach seine Band. Besonders schön war die AtmosphĂ€re, als bei dem Instrumentalteil von Illusion alle mitsangen. Selbst SĂ€nger Ronan war gerĂŒhrt und dankte den Fans mit einem Kopfnicken. Bei dem nĂ€chsten Song Control erbebte noch einmal der Saal bevor es mit Ghost etwas ruhiger wurde. Bei den etwas ruhigeren Songs trat auch die Licht- und Beamershow etwas mehr in den Vordergrund und untermalte die Songs mit tollen Lichteffekten. WĂ€hrend sich die Massen in den vorderen Reihen dicht an dicht drĂ€ngten, lichteten sich ab Mitte des Konzertes hinten etwas die Reihen. Somit blieb etwas mehr Raum zum Tanzen. Nach bereits 18 gespielten Liedern, verabschiedete sich die Band mit einem „Thank you so much!“, und hinterließ eine tobende Menge, die nach Zugabe schrie. Es sollten in Summe zwei Zugaben werden. Wobei der erste Zugabeblock aus Cold, Chrome und Solitary bestand, nach weiteren Zugabe-Forderungen kam dann noch mal ein lĂ€ngerer Zugabeblock, was den Fans mit Sicherheit gefiel. Außerdem fehlte ja auch noch der Special Guest.

Mit Special Guest Stephan L. Groth (Apoptygma Berzerk) zelebrierten VNV Nation „Kathy’s Song“

Erst in der zweiten Zugabe sollten die Fans den Special Guest zu Gesicht bekommen. VNV baten, wie schon zuvor angekĂŒndigt, Stephan L. Groth von Apoptygma Berzerk auf die BĂŒhne und sie sangen gemeinsam den Remix von Kathy’s Song. Das Publikum honorierte dies mit tosendem Applaus. Nach 23 Liedern dachten viele es wĂ€re jetzt Schluss. Einige verließen bereits den Saal und gingen, wĂ€hrend die restlichen Fans sich noch Beloved, Resolution und Perpetual anhörten und bis zum endgĂŒltigen Schluß feierten und sich restlos verausgabten. Gegen 23:25 Uhr, gut drei Stunden spĂ€ter, verabschiedeten sich VNV Nation endgĂŒltig von der BĂŒhne. Einige waren vielleicht sogar ein bisschen erleichtert, da sie sich so verausgabt hatten und am Ende ihrer KrĂ€fte waren.

Es war ein großartiges Konzert, mit kleinen Mankos bei der Akustik im hinteren Teil der Halle, mit vielen Emotionen bei den Fans wie auch bei der Band. Der Special Guest hĂ€tte etwas frĂŒher auftreten können und warum wird mein Lieblingssong Beloved immer erst zum Schluß gespielt?  😉 Mir persönlich gefiel das Konzert im Sommer auf der ParkbĂŒhne in Leipzig sogar noch etwas besser. FĂŒr die anwesenden VNV Nation Fans war es aber mit Sicherheit das Non plus Ultra – ein JubilĂ€umskonzert, welches seinen Namen verdient hat. Zumindest war die Stimmung vor Ort der Wahnsinn!

Setlist VNV NATION @ Dresden, Alter Schlachthof (05.12.2015):
01. Space & Time
02. Tomorrow Never Comes
03. Darkangel
04. Genesis
05. Illusion
06. Epicentre
07. Legion
08. The Great Divide
09. Control
10. Ghost
11. Homeward
12. Off Screen
13. Sentinel
14. Gratitude
15. Testament
16. Standing
17. Everything
18. The Farthest Star
19. Cold (Z)
20. Chrome (Z)
21. Solitary (Z)
22. Nova (ZZ)
23. Kathy’s Song (Come Lie Next To Me) (Victoria Mix) (Apoptygma Berzerk cover) – Gast-Auftritt von Stephan Groth (ZZ)
24. Beloved (ZZ)
25. Resolution (ZZ)
26. Perpetual (ZZ)

Fotos: Danny Sotzny

Geschrieben von
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