COMBICHRIST + WEDNESDAY 13 ÔÇô Frankfurt, Batschkapp (02.08.2018)

Combichrist, ┬ę Roger op den Camp
Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Egal ob Aggrotech, Electronic Rock oder Industrial Metal: Combichrist waren schon immer d├╝ster. Insofern ist es nicht sonderlich abwegig, wenn die Herren um Andy LaPlegua mit den Horrorpunks Wednesday 13 gemeinsam durch die Clubs ziehen. Unterst├╝tzt wurde die „Everybody Still Hates You Tour„durch das Elektroduo Night Club aus Los Angeles, das Ende August sein neues Album Scary World ver├Âffentlicht. Selbst wenn aufgrund der sommerlichen Temperaturen noch immer viele Besucher vor der Batschkapp sitzen und das ein oder andere Bierchen zischen, kann sich die Band nicht ├╝ber mangelnden Zuspruch beklagen. Wer noch immer die rein elektronische Vergangenheit von Combichrist vermisst, kann sich nun mit Night Club ├╝ber ein treibendes Synthpop-Set mit d├╝sterem Einschlag freuen.

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That was fun. ÔÜí´ŞĆ

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Die kleine, dank Klimaanlage wohltemperierte Halle der Batschkapp f├╝llt sich nun langsam, der Konzertabend ist mit rund 500 zahlenden G├Ąsten jedoch nicht ausverkauft. Selbst vor der B├╝hne lassen sich noch gem├╝tlich Pl├Ątze finden, doch das Publikum w├Ąchst und es sind ├╝berraschend viele Wednesday 13 Shirts zu sehen. Gruftige Outfits und von Horrorfilmen inspirierte Tattoos beweisen, dass die Besucher nicht nur wegen Combichrist erschienen sind.

Mit etwas Versp├Ątung betreten Wednesday 13 gegen 21 Uhr die B├╝hne, ihr Frontman und Namensgeber schwingt eine riesige Axt. Mit seinem Outfit und den langen Haaren erinnert er an Nightwolf aus Mortal Kombat, was absolut positiv gemeint ist. Die Saiteninstrumente sind auf Grabestiefe gestimmt, das Schlagzeug wummert, der Gesang k├Ânnte klarer sein. Die Band spielt entgegen des morbiden ├äu├čeren sehr lebendig und rockt vor allem St├╝cke vom aktuellen Album Condolences. Das Publikum ist angetan, reagiert zun├Ąchst aber verhalten. Es dauert eine Weile, bis Teufelsh├Ârner und F├Ąuste in die Luft gereckt werden. Bandmittelpunkt Wednesday 13 feuert das Publikum an und irgendwann hat er sie dann doch. Mehrfach wechselt er die Garderobe, um die Songs mal als Schlitzer, Teufel oder mit Stinkefinger-Schirm zu begleiten, mit einer Maske am Hinterkopf sorgt er f├╝r eine gruselige Pantomime – singt daf├╝r aber l├Ąngere Zeit mit dem R├╝cken zum Publikum. Das rastet dann doch noch ein bisschen aus, denn nat├╝rlich verzichten Wednesday 13 nicht auf Klassiker wie I Walked With a Zombie (im Medley mit I Want YouÔÇŽ Dead) und Bad Things, bevor um 21:40 Uhr das Set beendet wird. Ein bisschen mehr Action im Publikum w├Ąre der Band eigentlich geg├Ânnt gewesen.

Setlist WEDNESDAY 13 @ Frankfurt, Batschkapp (02.08.2018)

01. What the Night Brings
02. Blood Sick
03. Scream Baby Scream
04. Serpent Society
05. Prey for Me
06. Blood Sucker
07. Gimmie Gimmie
08. Bloodshed
09. Condolences
10. I Want YouÔÇŽ Dead / I Walked With a Zombie
11. I Love to Say Fuck (Frankenstein-Drag-Queens-From-Planet-13-Cover)
12. Bad Things

In der Umbaupause sorgen St├╝cke von Queen, Journey, John Farnham, Opus, Europe und Abba f├╝r pr├Ąchtige Unterhaltung. Die letzten Besucher erheben sich von den Bierb├Ąnken vor der Batschkapp und str├Âmen in die Halle, wo Combichrist gegen 22:15 Uhr loslegen. Mit All Pain is Gone schiebt die Band den Regler f├╝r Partystimmung nach ganz oben und mit Blut Royale gleich einen allseits beliebten Stampfer hinterher. Andy LaPlegua singt im schlichten B├╝hnenoutfit ohne aufwendiges Make-Up, der Rest der Band hat sich farblich in Szene gesetzt. Bandclown Joe Letz ist allerdings nicht auf der B├╝hne zu sehen, der Schlagzeuger musste nach Los Angeles reisen. Das tr├╝bt die Action an den Drums allerdings nicht: die beiden Schlagzeuger kloppen auf ihre Instrumente ein und werfen sich beim Spielen gegenseitig Drumsticks zu. Mit jedem Lied steigt die Temperatur in der Halle und sp├Ątestens bei Electrohead muss LaPlegua das Publikum nicht mehr anfeuern. Combichrist sind die klaren Headliner des Abends. Ein kleiner Moshpit beginnt vor der B├╝hne zu w├╝ten, manchereiner h├Ârt gar nicht auf zu springen, an den Seiten der Halle wird mit ausladenden Schritten getanzt. Fuck that Shit schreit die ganze Batschkapp mit, das neuere St├╝ck Exit Eternity wird ebenfalls heftig gefeiert.

Get your Body Beat ist wie immer Garant f├╝r Spa├č und beendet das regul├Ąre Set vergleichsweise fr├╝h, auf das Combichrist drei Zugaben packen. Maggots At The Party und What The Fuck Is Wrong With You? verwandeln die Batschkapp zum Abschluss in ein h├╝pfendes Tollhaus. Wirklich lange mag der Auftritt nicht gewesen sein, doch Combichrist haben ihren Fans auch in der Batschkapp wieder ein zufriedenes Grinsen ins Gesicht gekloppt.

Setlist COMBICHRIST @ Frankfurt, Batschkapp (02.08.2018)

01. All Pain Is Gone
02. Blut Royale
03. CanÔÇÖt Control
04. Electrohead
05. Throat Full Of Glass
06. Scarred
07. Fuck That Shit
08. Exit Eternity
09. Denial
10. Get Your Body Beat
11. Never Surrender (Z)
12. Maggots At The Party (Z)
13. What The Fuck Is Wrong With You? (Z)

Beitragsbild: Roger op den Camp (aufgenommen in Siegburg)

Geschrieben von
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