BEN HOWARD & FRIENDS – Köln, Palladium (22.08.2015)

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    Angepriesen wurde ein Festival, an welches man sich dank der atemberaubenden Open Air Kulisse ‚FreilichtbĂŒhne Loreley‘ sowie
    einem BĂŒhnenprogramm, das jedes Singer/Songwriter Herz höher schlagen lĂ€sst, noch lange zurĂŒckerinnern wird.
    Aus produktionstechnischen GrĂŒnden wurde das Tagesfestival jedoch in
    das Palladium in Köln verlegt, dem absoluten Gegenteil von Frischluft,
    FreiheitsgefĂŒhl und freiem Himmel.
    Nichtsdestotrotz strömten etliche Konzertbesucher am
    Samstagabend in das berĂŒhmt berĂŒchtigte Industriegebiet, denn in diesem Jahr
    wird Ben Howard seine deutschen Fans nur einmal mit seinen in Melancholie
    getrĂ€nkten Songs beglĂŒcken. UnterstĂŒtzt wird der Singer/Songwriter dabei von Fink
    sowie den Newcomern Rhodes und Holly Macve.

    Eröffnet wird das Festival ‚Ben Howard & Friends‘ mit dem Roadmovie Austin To
    Boston
    , der die abenteuerliche Reise von Ben Howard, The Stabes, Bear’s Den
    und Nathaniel Rateliff in kultigen VW-Bussen von Austin’s ‚SXSW Musikfestival‘
    nach Boston dokumentiert.
    Ehe der heißeste Geheimtipp aus England, die 20-jĂ€hrige Singer/Songwriterin
    Holly Macve aus Yorkshire die BĂŒhne betritt, haben die FestivalgĂ€nger die Qual
    der Wahl: Biergarten, Kiosk oder kalter Fußboden.
    Holly Macve begeistert das Publikum mit ihrer dunklen, melancholischen,
    rauchigen Stimme, die Parallelen zu Lana Del Rey aufweist. Der rote Lippenstift
    und die schulterlange Lockenpracht ergÀnzen ihre Einzigartigkeit.
    Der 24-jĂ€hrige Rhodes aus Hertfordshire fĂŒhrt mit seinem Sound die dĂŒstere
    Stimmung weiter, allen voran mit seinen nachdenklichen und ernsten Songtexten.
    Eine erfrischende Abwechslung bietet Fink, der seine ersten Schritte im
    Musikbusiness als Ă€ußerst erfolgreicher DJ in der elektronischen Musikszene
    machte. Bevor er seinen Wandel zum melancholischen Singer/Songwriter vollzog,
    arbeitete er als Produzent mit Bands wie Elbow oder der unverwechselbaren Amy
    Winehouse, in ihrem damaligen zarten Alter von 17 Jahren. Seine Songs belebten
    bisher internationale Serienhits wie ‚Lie To Me‘, ‚Bitten‘, ‚Dr.House‘ oder ‚NCIS‘,
    selbst deutsche vorabendliche Soap-Operas wurden mittlerweile erklommen.
    So verwundert es auch nicht, dass der 42-jĂ€hrige zunĂ€chst zurĂŒckhaltend vom
    Publikum empfangen wird bis den KonzertgĂ€ngern schließlich bei dem Song Looking Too Closely sprichwörtlich die Kinnlade herunter zu fallen scheint, denn nun
    weiß so ziemlich jeder im Palladium seine spezielle Stimme einzuordnen. Das
    Publikum ist sichtlich angetan von seiner Show, die eine perfekte Mischung aus
    Akustikgitarre, dumpfen BassgerÀuschen und elektronischen KlÀngen bietet.
    Beifall und tanzende Menschen dominieren die AtmosphÀre bis zum Ende seines
    Sets. Abschließend bedankt sich der ĂŒber das ganze Gesicht strahlende Fin
    Greenall bei dem begeisterten Publikum mit den Worten ‚You are fucking
    awesome.‘

    Bevor der Headliner Ben Howard an diesem Abend die BĂŒhne betritt, wird den
    Festivalbesuchern nochmals eine Verschnaufpause von einer ganzen Stunde
    gegönnt. Viele zieht es entweder zum Merchandise-Stand oder zur Theke, einige
    nehmen jedoch sichtlich erschöpft auf dem Boden Platz, im stillen Gedanken an
    eine bequemere Sitzgelegenheit. Ein kalter Fußboden umgeben von StahltrĂ€gern
    ist eben nicht das Gleiche wie eine gemĂŒtliche Wiese unter freiem Himmel.
    Gegen 21.15 Uhr eröffnet der aus dem KĂŒstenstĂ€dtchen Devon stammende Ben
    Howard
    sein Set mit dem Song Small Things von seinem aktuellen Album I Forget
    Where We Were
    wĂ€hrend bunte, fließende WasserfĂ€lle die Leinwand zieren, die
    das Publikum in eine psychedelische Welt eintauchen lÀsst. Die KonzertgÀnger
    lauschen den sanften KlÀngen jubelnd und staunend zugleich. Mit seinem zweiten
    Studioalbum I Forget Where We Were stellt der Brite sein Talent fĂŒr das Schreiben
    und spezielle KlÀnge erneut unter Beweis, wovon sich die Fans in der ersten HÀlfte
    seines Sets ĂŒberzeugen dĂŒrfen, wie etwa bei Time Is Dancing oder Conrad, ehe er zu seinem aktuellen Radiohit Keep Your Head Up ansetzt,
    dessen Refrain ‚Keep your head up, keep your heart strong‘ enthusiastisch gefeiert
    wird. In der zweiten HÀlfte widmet er sich seinen treuen AnhÀngern und gewÀhrt
    ebenso neuen Fans Einblicke aus seinem DebĂŒtalbum Every Kingdom. Die
    ĂŒberschĂ€umende Melancholie in dem Song End Of The Affair lĂ€utet schleichend
    das nahende Ende des Festivals ein bevor Ben Howard den emotionsgeladenen
    Song Esmeralda zum Schluss als Zugabe serviert und das zufriedene Publikum in
    die sommerliche Nachtluft entlÀsst.

    Setlist BEN HOWARD @ Köln, Palladium (22.08.2015):
    01. Small Things
    02. Evergreen
    03. Time Is Dancing
    04. Rivers In Your Mouth
    05. I Forget Where We Were
    06. Conrad
    07. Every Time the Sun Comes Up (Sharon Van Etten cover)
    08. Keep Your Head Up
    09. All Is Now Harmed
    10. The Fear
    11. Black Flies
    12. End of the Affair
    13. Esmeralda (Z)

    Ben Howard:

    Fink:

    Fotos: Esther Mai

    Geschrieben von
    Mehr von Kathrin Arps

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