DEATH FROM ABOVE 1979 – Dortmund, FZW (06.03.2015)

DEATH FROM ABOVE 1979 - Dortmund, FZW (06.03.2015)
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Für den richtigen Einstieg ins Wochenende sorgen am Freitag im Dortmunder FZW die Briten von Turbowolf. Sänger Chris, seines Zeichens passionierter Bart- und Zottelfrisurenträger, ist die geborene Rampensau: Er steht keine Sekunde still und bindet das Publikum von Beginn an mit ein. Zudem wird seine Oberbekleidung mit fortschreitender Songzahl weniger und er begibt sich nur allzu gerne mit seinem drahtig-schlaksigen Körper in die Menge. Untermalt wird seine Performance von rauem genreübergreifenden Rock’n’Roll mit Theremin, der durch Mark und Bein geht. Während des Auftritts füllt sich die große Halle des FZWs leider nur langsam, sodass sich das Duo The Picturebooks aus Gütersloh leider auch erst gegen Ende ihres kraftvollen Stonerbluesauftritts am Anblick einer dichteren Menschenmasse erfreuen kann. DEATH FROM ABOVE 1979 - Dortmund, FZW (06.03.2015)Charakteristika dieser Band sind eine röhrende effektschwangere Semiakustikgitarre, sowie ein Drumset, welches gänzlich ohne Becken daherkommt und somit die thematische Schwere und Spannung auf die Audienz überträgt.

Nachdem die Stimmung also ordentlich aufgepeitscht ist, betritt das kanadische Duo Death From Above 1979 die Bühne und zerbombt mit verzerrtem Bass, Samples und Drums auch die Gehörgänge in den hintersten Reihen. Das selbstverpasste Label Dancepunk wird der instrumentalisierten Aggression nicht ganz gerecht, die das brachiale Set versprüht. Der durchgehend schnelle Takt und die Härte des Basses schlagen mit überragender Wucht im Publikum ein, in dem auch Bassistin Lianna und Gitarrist Andy im Anschluss an ihr Backgroundsänger-Gastspiel während Trainwreck 1979 gerne ein Bad nehmen. Auch Drummer Blake und der hyperaktive Chris gesellen sich im Laufe des Abends mit zum Headliner, was der Show den letzten Schliff verleiht. Das Set beinhaltet gleichermaßen neue wie alte Songs, die jedoch -zumindest live- alle wie aus einem Guss klingen.

Noch ehe das Schlusssample verhallt ist und sich der frisch angeeignete Tinnitus durchsetzen kann, hat die Menge es geschafft, die Band für 3 Zugaben zu begeistern, die an Lautstärke und Strobo-Lichteffekten den Hauptteil der Show in den Schatten stellen und das Publikum ins Endstadium der Ekstase versetzen.

Wie vom Panzer überrollt, lassen sich die Überlebenden bereitwillig rauskehren, damit die Halle für die Visionsparty präpariert werden kann.

Death From Above 1979:

The Picturebooks:

Turbowolf:

Fotos: André Techert

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