SEABOUND & IRIS – Oberhausen, Zentrum Altenberg (10.04.2014)

Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

„Nichts hat funktioniert, außer der Faktor Mensch – also ihr und wir!“

Da gibt es schon nur ein kleines HĂ€ndchen voll elektronischer Ausnahmebands, die fernab allem Einheitsbrei ihr Unwesen treiben, doch was ist, wenn es um diese Bands plötzlich still wird? Dann mĂŒssen wir ausharren und uns in wohlwollender Geduld ĂŒben, denn frĂŒher oder spĂ€ter hat das Warten immer ein Ende. Und dieses wurde im Falle von Seabound und Iris am 10.04.2014 im Zentrum Altenberg Oberhausen klangvoll zelebriert. Speak in Storms – so melden sich Seabound nach jahrelanger Album-Abstinenz nun endlich zurĂŒck und die gleichnamige Tour verspricht wirklich Großes.

Den Startschuss zum Tourauftakt setzen Iris, die sich mit ihrem Elektropop irgendwo zwischen zart und lieblich und klar und deutlich befinden. Dass hinter den US-Amerikanern um den charismatischen Frontmann Reagan Jones eine lange BĂŒhnenabstinenz liegt, bemerkt man nur am Rande. Reagan versucht charmant, den einen oder anderen Soundpatzer zu ĂŒberspielen und so können die Jungs trotz des ungĂŒnstigen Sounds und der hin und wieder mangelhaften Technik in der Location bei ihren Fans punkten. Songtechnisch fahren Iris mit Klassikern und neuerem Material auf, das liebevoll, mal lauter, mal leiser den ersten Teil des Abends fĂŒllt und gut bei den Fans ankommt.

Setlist Iris:
01. Another Way
02. Closer To Real
03. Imposter
04. Appetite
05. Cruel Silence
06. Fighter
07. The Marianas Depth
08. Nobody Wins
09. Unknown
10. Don’t Cry
11. New Invaders

In der kurzen Umbaupause steigt die Spannung mehr und mehr und als Seabound um 21:15 Uhr die BĂŒhne stĂŒrmen, ĂŒberschlĂ€gt sich der Jubel regelrecht. Ausverkauft und ĂŒberfĂŒllt ist die Halle heute Abend nicht, aber die freudige LautstĂ€rke, die von den Fans ausgeht, klingt nach der mindestens 10-fachen Menge an Publikum. Ist das nicht viel mehr wert? Schnell zeigt sich, dass diese Frage einfach nur mit einem klaren „Ja“ beantwortet werden kann, denn das, was Band und Fans hier heute Abend gemeinsam auf die Beine stellen, ist wirklich ĂŒberwĂ€ltigend. Beim neuen Opener For Life wird bereits so stark zelebriert als befĂ€nden wir uns schon jetzt am ersten großen Höhepunkt und diese ausgelassene Stimmung reißt und reißt nicht ab. Ganz im Gegenteil, denn Frontmann Frank Spinath und seine Jungs setzen alles daran, die Menge immer mehr zum Brodeln zu bringen. Ob Torch, bei dem Frank jedes Wort, jeden Ton gestisch und mimisch passend untermalt, Exorcize, Everything oder Poisonous Friend – wir lassen uns treiben, bewegen, empor heben, tauchen ein ins Gestern und ins Heute, stĂŒrzen gemeinsam ab, um dann gemeinsam wieder den Weg nach vorne anzutreten. Selten habe ich so viel GefĂŒhl in elektronischer Musik gespĂŒrt wie heute Abend, selten eine so magische Verbindung zwischen Fans und Band erlebt. Und auch wenn Frank immer wieder herausstellt, wie viel doch an diesem Abend schief gegangen ist…das ist in Momenten wie diesen so unsagbar nebensĂ€chlich, denn der Moment ist heute Abend stets perfekt. Und um den geht es doch?! „Nichts hat funktioniert, außer der Faktor Mensch – also ihr und wir!“ Der Faktor Mensch – ein Bild, wie es passender nicht hĂ€tte gewĂ€hlt werden können.

NatĂŒrlich schaffen es die Fans nach dem Hauptset, Frank Spinath und seinen Mannen noch die eine oder andere Zugabe zu entlocken und so werden mit Songs wie Watching Over You oder Hooked noch einmal magische Momente geschaffen, die man am liebsten auf ewig festhalten möchte. Ein wirklich großartiger Tourauftakt!

Setlist Seabound:
01. For Life
02. Torch
03. For Another Day
04. Exorcize
05. Contraband
06. Avalost
07. A Grown Man
08. Everything
09. Poisonous Friend
10. Nothing But Love (Z)
11. Watching Over You (Z)
12. Black Feathers (Z)
13. Hooked (Z)

Seabound:

Iris:

Fotos: Michael Gamon

Geschrieben von
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