LENA MEYER-LANDRUT – Köln, Essigfabrik (16.04.2013)

LENA MEYER-LANDRUT - Köln, Essigfabrik (16.04.2013)
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Im Rahmen ihrer No one can catch us Tour trat Lena Johanna Therese Meyer-Landrut in der Kölner Essigfabrik auf, um ihre Fans mit einer Mischung aus Coversongs und Liedern ihrer drei Alben zu begeistern. Der Hype um „unsere“ Lena ist nach dem unerwarteten Erfolg beim Eurovision Songcontest 2010 und dem zehnten Platz im darauf folgenden Jahr merklich abgeebbt. War sie vor gut zwei Jahren noch vor 10.000 Fans in der LANXESS Arena zu Gast, so spielte sie dieses Jahr in der nahegelegenen und deutlich kleineren Essigfabrik. LENA MEYER-LANDRUT - Köln, Essigfabrik (16.04.2013)Es war eine Clubtour, also ohne große Videoleinwände, Bühnendeko, Hintergrundtänzerinnen und Kostümwechsel. Natürlicher und damit auch ein wenig passender zur Hauptakteurin des Abends.

Das Konzert in Köln war das erste von zwei Heimspielen auf ihrer No one can catch us Tour, denn die gebürtige Hannoveranerin Lena wohnt mittlerweile in der Domstadt Köln, sodass vermutlich auch der ein oder andere Freund von Lena anwesend war, um sie einmal live zu erleben. Insgesamt rund 1.200 Menschen hatten den Weg zur Essigfabrik gefunden und das Alter hätte gemischter kaum sein können: Vom Mann jenseits der 60, über Mittzwanziger bis hin zu Kindern, die vielleicht sechs Jahre alt waren, war wirklich alles vertreten. Besonders interessant war die Aufteilung in der Halle, denn das vordere Drittel war durchweg von Kindern und jungen Teenagern besetzt. Dann folgten im zweiten Drittel die jungen und junggebliebenen Erwachsenen, während ganz Hinten insbesondere diejenigen standen, die primär als Begleitung ihrer Kinder angereist waren.

Gegen 20:10 Uhr war es dann so weit und Lena betrat nach ihrem Intro die Bühne, auf der ihre fünf Musiker kurz vorher schon Platz genommen hatten. Der erste Song des Abends war To The Moon und die Zuschauer waren sofort aus dem Häuschen. Die Stimmung kam insbesondere aus der vorderen Hallenhälfte, denn die mit Knicklichtern ausgestatteten Kinder waren Hin und weg von „ihrer“ Lena (also ich meine natürlich „LEEEEEEEEEEEEEEEE-NAAAAAAAAAAAAAAAAA“). Es wurden kleine Briefe auf die Bühne geworfen und fleißig Plakate und Poster hochgehalten.

Direkt nach dem ersten Song war es aber erst mal vorbei mit Gesang, denn Lena sprang in den Bühnengraben und musste einen besonders jungen Zuschauer trösten, der (vor lauter Freude?) zu weinen angefangen hatte. Auch im Laufe des Abends kümmerte sich Lena gut um den jungen Teil ihres Publikums, in dem sie dazu aufrief ausreichend zu trinken und den ersten Reihen auch mal eine kleine Wasserflaschendusche spendierte.

Ganze drei Alben gibt es von Lena bereits und von jedem wurden natürlich auch Songs gespielt, wobei sie ab und an mal einen Coversong eingeflochten hatte. Die Coversongs, welche den Kindern überwiegend unbekannt gewesen sein dürften (zu Zeiten vonLENA MEYER-LANDRUT - Köln, Essigfabrik (16.04.2013) Britney Spears Hit Me Baby One More Time waren sie noch nicht geboren), sprachen dann eher die erwachsenen Zuschauer an, welche auch alle ihren Spaß an diesem Abend hatten. Nur was Begeisterung und Stimmung anbelangte gingen sie im Vergleich zu den Kindern immer unter, sodass sie für den Ablauf des Konzertes eher Statisten waren.

Keine Statisten waren die begeisterungsfähigen Kleinen, welche fleißig jeden Song unaufgefordert mitsangen und sich auch beim Geschlechter getrennten Singen rege beteiligten. Die elfjährige Antonia durfte sogar mit auf die Bühne und den Chorus von Day to Stay mitsingen (von Lena gedrückt werden inklusive).

Für Stardust packte Lena mit einer Mundharmonika auch selber ein Instrument aus und unterstützte ihre fünf Musiker, welche sie den Zuschauern kurz darauf während ASAP auch vorstellte, bevor gegen 21:30 Uhr der offizielle Teil des Konzertes zu Ende war. Doch natürlich folgten auf die lautstarken Rufe nach einer Zugabe auch noch ein paar Lieder, denn immerhin war mit Satellite, der Song auf den wohl jeder wartete, noch nicht gespielt worden. Nach vier Bonusliedern war dann endgültig Schluss, denn am nächsten Tag mussten viele der Anwesenden ja wieder fit für die Schule sein.

Es war familientaugliche Unterhaltung an diesem Abend im April und im Vergleich zu Justin Bieber Konzerten hatten hier wenigstens auch die begleitenden Elternteile ihren Spaß. Obwohl in den Medien immer mal wieder die Gesangsqualitäten von Lena bemängelt werden, empfand ich es in der Essigfabrik nicht als schlecht. Ist sie eine der besten Sängerinnen Deutschlands? Sicher nicht. Wird sie jemals eine der Besten werden? Vermutlich nicht. Aber das Konzert hat viel Spaß gemacht und die sympathische und teils unbeholfene Art von Lena hat ja doch etwas Süßes an sich.

Setlist:
01. To The Moon
02. Pink Elephant
03. Mr. Arrow Key
04. Better News
05. Neon (Lonely People)
06. Not Following
07. Who’d Want to Find Love
08. Day to Stay
09. Je veux (ZAZ cover)
10. Bliss Bliss
11. Taken by a Stranger / Tainted Love (Soft Cell Cover)
12. A Million And One
13. Good News
14. I Just Want Your Kiss
15. Rich Girl (Hall & Oates Cover)
16. Stardust
17. Lifening (Snow Patrol Cover)
18. ASAP
19. Hit Me Baby One More Time (Britney Spears Cover) (Z)
20. Satellite (Z)
21. Lille Katt (von Georg Riedel und Astrid Lindgren) (Z)
22. Goosebumps (Z)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase möglich) oder direkt durch Anklicken der Fotos.

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