KATIE MELUA & KATE MILLER-HEIDKE – Düsseldorf, MEH (24.10.2012)

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Am Mittwoch, den 24. Oktober 2012 machte die georgisch-britische Sängerin Katie Melua auf ihrer The Secret Symphony Tour einen Halt in der Düsseldorfer Mitsubishi Electric Halle (ehemals Philipshalle) in Düsseldorf-Oberbilk. Mit im Gepäck hatte die 28-jährige Musikerin ihr aktuelles Album Secret Symphony bei welchem sie erstmals mit einem Symphonieorchester zusammen arbeitete.

Die Mitsubishi Electric Halle war an diesem Abend bestuhlt und pünktlich um 20:00 Uhr hatten die Zuschauer ihre Plätze gefunden und, teils mit einer Tüte Popcorn in der Hand, platzgenommen. Bevor jedoch Katie Melua die Bühne betrat, war zuerst mit Kate Miller-Heidke der Supportact an der Reihe. Kate Miller-Heidke ist eine australische Sängerin und Songwriterin aus Brisbane, welche auch ein relativ neues Album Nightflight (Veröffentlichung: 13. April 2012) mit nach Düsseldorf gebracht hatte. Als musikalische Verstärkung war nur Keir Nuttall, ihr Ehemann und Gitarrist, mit angereist, sodass der Fokus nahezu komplett auf Kates Stimme lag.

Die Sopranistin, welche in ihrer Heimat Australien keine Unbekannte mehr ist und schon auf gute Chartplatzierungen und Platinauszeichnungen zurückblicken kann, verzauberte Düsseldorf durch ihre kraftvolle Stimme und experimentelle, poppige Songstrukturen. Das Publikum klatschte höflich, wirkte jedoch trotz der guten Leistung auf der Bühne nicht überaus begeistert. Dies schien jedoch mehr am Publikum, als an der gut halbstündigen Darbietung des Duos zu liegen, denn auch Katie Melua hatte es später schwer den Anwesenden Begeisterungsstürme zu entlocken.

Zu Beginn des Hauptkonzertes um 21:00 Uhr betrat Katie Melua im kurzen blauen Kleid die Düsseldorfer Bühne. Der größte Teil der Bühne war noch von einem roten Vorhang verhüllt, sodass anfangs nur Katie und ihre Akustik-Gitarre zu hören und sehen waren. Nach dem Opener Piece By Piece gesellte sich das vierköpfige Secret Symphony Orchester (zwei Violinen, Bratsche und Cello) an ihre Seite. Die fünf Damen bekamen nach If You Were A Sailboat und To Kill You With A Kiss noch mehr Gesellschaft, als endlich der Vorhang beiseite gezogen wurde und den Blick auf das Bühnenbild und weitere Musiker frei gab.

Katie wirkte gut gelaunt und schien in Plauderstimmung zu sein, so erzählte sie von ihrer Hochzeit mit dem ehemaligen britischen Motorradrennfahrer James Toseland, welche keine zwei Monate her war. Dies sei, so Katie, eigentlich schade für ihre Musik, denn die Inspiration für viele ihrer Lieder sei durch verflossene Lieben und gebrochene Herzen gekommen.

Es machte Spaß Katie und ihren Musikern beim Spielen zuzusehen, denn dass jeder unheimlichen Spaß hat, an dem was er tut, war mehr als offensichtlich. Obwohl die Darbietung auch den Düsseldorfern zu gefallen schien, hielten sie sich mit Mitklatschen oder sonstigen Begeisterungsbekundungen erstaunlich zurück. Natürlich sind bestuhlte Konzerte für das etwas ältere Publikum nicht zu vergleichen mit einem Stadion voller kreischende Teenies, doch ein wenig mehr Interaktion der Zuschauer, sei es durch Mitklatschen, -schnippen, -singen oder ähnliches wäre doch schön gewesen. Einzelne taten dies zwar, doch der großen Menge gefiel die Rolle als komplett passiver Zuschauer doch mehr. Schade!

Als Katie zu The Flood erstmals ihre Gitarre bei Seite legte und nicht mehr an ihren Mikrofonständer gebunden war, konnte sie sich frei bewegen und brachte Dynamik in das Bühnengeschehen, welche ich dort bisher vermisste.

Besonders schön war, dass Katie Melua nicht nur stur die Setlist runterspielte, um so schnell wie möglich wieder in ihr Hotelzimmer zu kommen, sondern nahezu jeden Song ansagte und die eine oder andere Anekdote zum Besten gab. Das Rod Stewart Cover Gasoline Alley erinnere sie an ihre Großmutter (mit der sie häufig telefoniert), welche sie jedoch aufgrund von Flugangst noch nicht auf einem Konzert erleben konnte. If The Lights Go Out sei eine Kindheitserinnerung aus Georgien, als während des Bürgerkrieges Strom knapp war und die Lichter oft ausgingen. Das von ihrer Mutter gespielte Klavier war zu diesen Zeiten das einzige Entertainment und hat vermutlich ihre Liebe zur Musik entfacht.

Natürlich durfte mit The Walls Of The World auch ihre aktuelle Single nicht fehlen. Zwischen Secret Symphony und The Bit That I Don’t Get stellte Katie ihre Musiker vor und zwar in der Reihenfolge, in der sie sie kennen gelernt hatte. Auch hier durfte eine kleine Geschichte pro Person nicht fehlen. Katie zeigte sich insbesondere davon begeistert, dass es erstmals mehr Frauen als Männer im Tourbus seien.

Ein besonders interessantes Stück stellte The Night I Dreamed I Was Awake dar, da es bisher noch nicht veröffentlicht wurde und daher auch für alle Anwesenden ein unbekannter Song war. Nach 19 Songs war es mit Two Bare Feet vorerst vorbei, doch natürlich fand Katie noch Zeit für zwei Zugaben, bevor sie die Düsseldorfer in die Nacht entließ.

Es war ein schönes Konzert mit zwei bezaubernden Sängerinnen, die sich von ihrer besten Seite zeigen konnten. Gefühlvoll, sympathisch und voller Lebensfreude präsentierte sich insbesondere Katie, wenn auch ein wenig mehr Dynamik nicht geschadet hätte. Sowohl vor, als auch auf der Bühne. Trotz allem war es ein großartiger Abend.

Setlist Katie Melua:
01. Piece By Piece
02. If You Were A Sailboat
03. To Kill You With A Kiss
04. The Closest Thing To Crazy
05. Mary Pickford
06. The Flood
07. A Moment Of Madness
08. Gasoline Alley (Rod Stewart Cover)
09. Somewhere In The Same Hotel
10. Shy Boy
11. If The Lights Go Out
12. The Walls Of The World
13. Secret Symphony
14. The Bit That I Don’t Get
15. Forgetting All My Troubles
16. The Night I Dreamed I Was Awake
17. Call Off The Search
18. Moonshine
19. Two Bare Feet
20. Nine Million Bicycles (Z)
21. I Cried For You (Z)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase möglich) oder direkt durch Anklicken der Fotos.

Katie Melua:

Kate Miller-Heidke:

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