Peter Heppner – My Heart Of Stone

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9 Bewertung

9

Peter Heppner ist wieder da, und wie. Auf seinem ersten Album „Solo“ konnte man Stücke wie „Vorbei“, „I Hate You“ und „Das geht vorbei…“ hören, die stark nach Abrechnung oder Verarbeitung der Erlebnisse mit „Wolfsheim“ klangen. Auf „My Heart of Stone“ hört man davon nichts mehr. Der Blick richtet sich selbstbewusst nach vorne. Freuen wir uns auf den neuen Output des sympathischen Hamburgers und werfen einen Blick auf das neue Werk, das in Zusammenarbeit mit Dirk Riegert und Lothar Manteuffel entstanden ist.

Perfekt eingestimmt wird man am Anfang durch das Instrumental „Prolog“, das nur durch ein Piano gespielt wird, bevor „Give us what we need“ mit tranceähnlichen Sounds den Hörer in Stimmung bringt. Eine typische Heppner Gesangslinie macht schließlich Platz für den Refrain, mit dem man ins Universum fliegen möchte, die Melodie trägt uns von ganz alleine. Man schnalzt mit der Zunge und möchte mehr. Bitte sehr: die Vorab-Single „Meine Welt“ verzaubert direkt zu Anfang mit einem zärtlichen Arpeggiator, der fast den kompletten Song trägt. Der bewusst naiv-spielerische Text und der Mitsing-Chorus tun ihr Bestes, um den Track den ganzen Tag im Ohr zu behalten. Das ist ganz großes Kino. Düster, in schönster melancholischer Art und Weise gibt es ein wunderbares Duett bei „Deserve to be alone“ zu genießen. Die beiden Stimmen von Kim Sanders und Peter Heppner gehen eine gelungene Symbiose ein, der perfekte Track für einsame Abende mit Rotwein und Kaminfeuer. „God Smoked", den man sich kostenfrei vor Veröffentlichung herunterladen konnte, entpuppt sich als einer der interessantesten Songs auf „My Heart of Stone“: in den Strophen recht düster, man spürt eine gewisse klaustrophobische Enge, unterstützt durch eine Art Electro-Funk mit einer Prise „Kraftwerk“, bevor sich der Chorus wunderbar öffnet und großzügig Platz macht für eine positive Aufbruchstimmung. Selbst die Instrumentals „Pénombre Islandaise“, „D’antan“ und „Au Large“ fügen sich positiv ins Gesamtbild der CD ein und lassen den Hörer kurz Luft schnappen. Einen „Es geht weiter, egal was passiert ist“-Song par excellence gibt es mit „ I Won’t Give Up“ zu bestaunen. „Uplifting“, ja fast rockig kommt der Track daher. E-Gitarre und Piano geben sich ein Stelldichein, die Mischung macht´s eben. Bei „A love divine“ (mit schönem „Theremin“-Sound im Chorus) haben wir sie wieder, die gewisse Melancholie, die der Künstler mit der Ausnahmestimme am besten transportieren kann. Genau das wollen wir hören und bekommen es auch. Doch die Achterbahnfahrt der Gefühle geht weiter, denn „Letter From Africa“ und besonders „Noch nicht soweit“ (der für gehörig Gänsehaut sorgt, wenn man sich in der richtigen Stimmung befindet) halten den Qualitätsstandard hoch. Doch bevor man sich in Selbstmitleid verliert, setzt Heppner den Track „Cry Tonight“ als kleines Sahnebonbon oben drauf, als wolle er uns an die Hand nehmen und sagen: „Keine Angst, mach dir keine Sorgen, alles wird gut!“

Fazit: Äußerst abwechslungsreiches Album, das keine Längen hat und für ein positives Gefühlschaos sorgt.

Diese CD könnte Euch gefallen, wenn Ihr auf Wolfsheim, Schiller und Heppner steht.

Tracklist:
01. Prologue – Instrumental
02. Give Us What We Need (Truth Is Not The Key)
03. Meine Welt
04. Deserve To Be Alone
05. Pénombre Islandaise – Instrumental
06. God Smoked
07. Whenever I Miss You
08. D’antan – Instrumental
09. I Won’t Give Up
10. A Love Divine
11. Letter From Africa
12. Au Large – Instrumental
13. Noch nicht soweit
14. Cry Tonight
15. Épilogue
16. Meine Welt – Kids Edit

„My Heart of Stone“ ist auch als Deluxe Edition (2 CD) erhältlich.

Autor: Frank Stienen

Lest dazu auch das Interview mit Peter Heppner:
http://sparklingphotos.de/interviews/peter-heppner

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