JENNIFER ROSTOCK & ICH KANN FLIEGEN – Krefeld, Kulturfabrik (01.04.2012)

Geschätzte Lesezeit: 4 Minute(n)

Ausverkauft war die Kulturfabrik Krefeld am 01.04.2012, denn Jennifer Rostock hatte sich angekĂŒndigt. Die Berliner Rockband besteht aus Frontfrau Jennifer Weist (Gesang), Johannes „Joe“ Walter (Keyboard), Alex Voigt (Gitarre), Christoph Deckert (Bass) und Christopher „Baku“ Kohl (Schlagzeug). 2007 wurde Jennifer Rostock gegrĂŒndet und machte 2008 durch den Auftritt beim Bundesvision Song Contest auf sich aufmerksam. Mittlerweile kann die Deutsch-Rockband auf 3 Alben und einen Dokumentarfilm zurĂŒckblicken. Im Juli 2011 erschien ihr aktuelles Album „Mit Haut und Haar“. Die Musik von Jennifer Rostock lĂ€sst sich mit einer Mischung Punk, Rock und Pop beschreiben.

Passend zu dem Set haben Jennifer Rostock am heutigen Abend GĂ€ste mitgebracht. Ich Kann Fliegen. Die Band bestehend aus Niko (Gesang/Gitarre), Paul (Gitarre/Gesang), Niklas (Bass) und Bill (Schlagzeug) stammt aus Hannover und wurde 2006 gegrĂŒndet. Unter gleichem Namen erschien 2006 auch ihre Promo CD. PĂŒnktlich um 20.00 Uhr legten sie in der großen Halle der Kufa vor einem energiegeladenen Publikum los. Die Musik der Vier ist eine Mischung aus Deutsch-Rock und Pop. Die Texte wirken leicht und berĂŒhren auf eine sanfte Art und Weise und lassen so Raum fĂŒr eigene Gedanken. Mit viel Witz und Schlagfertigkeit war die Show der Jungs gespickt. Sie reagierten auf technische Probleme wie das Anschließen der Gitarre von Nico an die Effektmaschine gelassen und bauten es einfach in die Show mit ein. Sicher wĂ€re es einfacher gewesen, die Kabel vor dem Auftritt zu entwirren, aber so gehörte es eben zur Show. Die Stimmung war groß und Krefeld sehr Textsicher. „Ich Kann Fliegen“ interagierte mit den Krefeldern. Highlight war das Foto ins Publikum, bei dem alle die HĂ€nde hoch halten sollten und auf dem sich nun die Fans bei Facebook markieren können. Geschickt leiteten sie einen Schmusesong ein, fragten die Krefelder ob sie Lust darauf hĂ€tten, diese verneinten also wurde kurzerhand die Frage in die Halle geworfen, ob sie Jennifer Rostock wollen wĂŒrden. Die Menge grölte bejahend und so kam es frech von der BĂŒhne, dann mĂŒsse Krefeld auch am Schmusesong vorbei. Lieder wie „Katastrophen“, „Immer Weiter“ und „Es Ist Nicht Vorbei“ machten Spaß und zogen mit in die Welt von Ich Kann Fliegen hinein. Als dann noch zwei Bandmitglieder von Jennifer Rostock einen der Songs gesanglich begleiteten wuchs die Stimmung in der Halle noch weiter an. Die vier Jungs lieferten einen tollen 45 MinĂŒtigen Auftritt, ehe sie von der BĂŒhne gingen, nicht aber ohne ihre Drumsticks dem Publikum zu ĂŒberlassen.

Reger Betrieb mit gezielten und sitzenden Handgriffen machte sich auf der BĂŒhne breit, angeheizt von ungeduldigen Jennifer Rostock Fans. Nach und nach wandelte sich die BĂŒhne und mit einem Kasten Bier erhielt das Ganze seinen glĂ€nzenden Abschluss, das Krönchen sozusagen.

Gegen 21.10 Uhr war es soweit. Die Halle tobte und feierte Jennifer Rostock. Die Frontfrau hatte sich LED’s an die HĂ€nde geklemmt und spielte mit dem Licht wĂ€hrend des ersten Songs. Und dann ging es richtig los. Mit einer Mischung aus „Berliner Schnauze“ und ordinĂ€rem Charme eröffnete Jennifer Weist das Konzert. Darauf war ich irgendwie nicht vorbereitet, aber die meisten Fans schien diese Art nicht zu stören und so gewann Jennifer Rostock mit eben dieser etwas anderen Art. Unkonventionell und frech zog die Frontfrau ihr Ding durch, lieferte dabei aber auch ordentlich ab. Vielleicht ist es auch die Mischung aus einer Hammer Stimme, dem etwas ĂŒbers Ziel hinausgehen und einem eigenen Kopf, was diese Show zu etwas Besonderem machte. So wurden Fans auf die BĂŒhne geholt, die wĂ€hrend Unplugged-StĂŒcken Jennifer Rostock Bier trinkend unterstĂŒtzten. Ebenfalls UnterstĂŒtzung holte sich Jennifer fĂŒr ihr Liebeslied. Jedoch wurde der Statist wĂ€hrend des Songs durch eine Frau ersetzt, da er Jennifer zu nah kam.

Das Set war eine gute Mischung aus Aktion und knalliger Musik. Die Texte sind dabei tief und von großer Stimme getragen. FĂŒr „Himalaya“ holte Jennifer erneut einen Fan auf die BĂŒhne: Die Sarah, und diese, gar nicht scheu, rockte buchstĂ€blich mit Jennifer die BĂŒhne und die Halle. Stimmlich musste auch sie sich nicht verstecken und beeindruckte alleine durch ihren Mut, was Jennifer auch anerkennend zu wĂŒrdigen wusste. Es wurde viel Bier verschenkt an diesem Abend, fĂŒr Whiskey Cola mussten die MĂ€dels allerdings die Oberweite, natĂŒrlich ohne BH, zeigen. (Ja, diesmal anderes herum! Sonst ziehen sich ja immer die MĂ€nner aus, zumindest auf den letzten Konzerten. :o)) Aber auch die Jungs wurden aufgefordert die Nippel zu zeigen, anzuspitzen und in einer „Wall of Death“ aufeinander zu zu hĂŒpfen, dass man die Nippel aneinander krachen hört.

Es war ein Abend voller Entertainment und Musik, die gelebt wurde. Mal sah man Jennifer inmitten der Fans singen, mal holte sie ihre Fans auf die BĂŒhne. Der Auftritt wurde zu einem Erlebnis und bleibt ganz sicher im GedĂ€chtnis. Mit drei Zugaben verabschiedete sich Jennifer Rostock aus Krefeld und feierte Backstage ganz sicher noch mit einigen Fans weiter. Alles in allem war es ein amĂŒsanter und etwas ordinĂ€rer Abend, der noch dazu Spaß machte.

Eins bleibt noch zu sagen, das Team der Kufa und des Veranstalters haben wieder einmal ein großes Lob verdient!

Setlist:
01. Stur
02. Feuer
03. Wieder geht’s von vorne los
04. Mein Mikrophon
05. LĂŒgen haben schöne Beine
06. Es tut wieder weh
07. KapitÀn
08. Horizont
09. Hier werd‘ ich nicht alt
10. UNPLUGGED
11. 3 Mio
12. Insekten im Eis
13. Übergang
14. Ich kann nicht mehr
15. Meine bessere HĂ€lfte
16. Raus
17. Himalaya
18. Schlecht
19. Kopf oder Zahl (Z)
20. Tier/Party Rockers (Z)
21. Jenny (Z)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase möglich) oder direkt durch Anklicken der jeweiligen Bandfotos.

Jennifer Rostock:




Ich Kann Fliegen:




Autorin: Stephanie Brockhaus
Fotos: Marcus Nathofer

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