Nocturnal Culture Night 2011 Tag 2 – Deutzen, Kulturpark (03.09.2011)

Geschätzte Lesezeit: 13 Minute(n)
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Nach einem erfolgreichen ersten Tag konnte der Festivalsamstag gut gelaunt begrĂŒĂŸt werden. Auch das Wetter war uns wieder gut gesonnen, konnte man in Deutzen doch bereits am frĂŒhen Mittag bei rund 28°C in der Sonne brutzeln.

Musikalisch wurde der zweite Tag von den Hamburgern [soon] auf der kleinen BĂŒhne eröffnet. Die 2003 gegrĂŒndete Formation durfte in den vergangenen Jahren auf zahlreichen Konzerten als Supportact auftreten, z.B. bei Saltatio Mortis, Lacrimas Profundere, Das Ich, und ist einigen Besuchern sicherlich gut im GedĂ€chtnis geblieben. Mit einer melodischen Mischung aus Rock und Metal fuhren die drei Jungs auf und nun wurde sicher auch der letzte noch ruhende Besucher aus dem Zelt gelockt. Auf der großen BĂŒhne ging es direkt im Anschluss ebenso mit einer Hamburger Band weiter, jedoch diesmal wesentlich elektronischer. Das Spoken- Word Musikprojekt Oberer Totpunkt setzte dem Samstagmittag das gewisse Etwas auf und zog so manchen Fan in seinen Bann. Im Anschluss sollten wir eigentlich auf der kleinen BĂŒhne das Electropop- Projekt Obscenity Trial begrĂŒĂŸen dĂŒrfen. Leider mussten Obscenity Trial ihren Auftritt auf dem diesjĂ€hrigen NCN kurzfristig absagen, so dass sie uns an diesem Tag verwehrt bleiben sollten.


F.O.D.

Das war natĂŒrlich sehr schade, aber dennoch gab es keine allzu langen Gesichter, denn auf der großen, mittlerweile vom Sonnenlicht nur so gefluteten, großen BĂŒhne erwarteten uns schon bald die Electropop- Combo F.O.D. Nachdem die 2000 gegrĂŒndete Band zunĂ€chst lange Zeit als Trio unterwegs war, holten sie sich etwas spĂ€ter Ex- Blutengelchen Eva Pölzing an Bord, um die Songs mit einer Portion glockenhellem Stimmchen aufzupeppen. Wo man zuerst noch fast ausschließlich nach And One klang, den guten Steve und seine Crew sogar als Supportact auf Tour begleitete, brachte die Umstrukturierung etwas frischen Wind in die Sache, so dass sich das Ganze nun sogar schon mal ab und zu nach Blutengel anhört. Und tatsĂ€chlich ist das, was die vielen Fans und Besucher, die sich vor der Sonne in den Schatten flĂŒchteten und daher vorrangig die Ă€ußeren RĂ€nder vor der BĂŒhne einnahmen, nicht wirklich musikalisch revolutionĂ€r. Dennoch klingt das Gehörte nicht schlecht und Frontmann eXcess- D und Eva harmonieren gut auf der BĂŒhne. Ein gemeinsames „Angels“ kommt ebenso gut an wie ein Cover von Blutengels „Seelenschmerz“, bei welchem Eva alleine die BĂŒhne schmĂŒckte und die Menge unterhielt. Die meisten fĂŒhlten sich wohl bei so viel bekannter Klangkulisse und tanzten sich trotz der Hitze schon mal ordentlich ein.

Setlist
01. Maschinentanz
02. Germany
03. Angels
04. Seelenschmerz
05. Heal me
06. Jung und stolz
07. Dirty pop
08. Burn out
09. Gleichstrom
10. STM


X-Divide

Mit geschmeidigem Synthiepop ging es nun auf der kleinen BĂŒhne weiter mit X- Divide. Das Duo, bestehend aus Jens ( Management, Live Keys, second Vocals) und Eric (Vocals), wurde 2005 gegrĂŒndet und stellte sich nach und nach immer mehr als super Insidertipp heraus. Sowohl Eric als auch Jens sind schon lange keine AnfĂ€nger mehr auf ihrem Gebiet, hatten doch beide schon vor der GrĂŒndung der Band unabhĂ€ngig voneinander BĂŒhnenluft geschnuppert. Und genau diese Erfahrung merkt man den beiden auch an, wenn man sie auf der BĂŒhne performen sieht. Vom Anfang bis zum Ende saß wirklich jeder Ton und alles war aufeinander abgestimmt. Und nicht nur das war entscheidend, denn das, was da von der BĂŒhne schallte, machte der Band auch sichtlich Spaß. Leider hatte das Publikum ein kleines Mittagstief, so dass Eric die Menge immer mal wieder etwas anfeuern musste. Nachdem sich aber doch bereits einige Fans bei Songs wie „Sympathy“ oder „So In Love“ warm getanzt hatten, gab es fĂŒr viele bei einem ausgedehnten, abschließenden Namnambulu- Medley keine stillen Beine mehr. Ein schöner Auftritt, der in meinen Augen an diesem Tag ein bisschen zu wenig Beachtung erhielt.

Setlist
01. Sympathy (NamNamBulu remix)
02. My Love is Guaranteed
03. So in Love
04. Forever
05. NamNamBulu Medley of Now or Never, Moments, Faces and Surviving


Shiv-R

Als nĂ€chstes sollte mit Shiv- R eine absolute Deutschland- Premiere aufgefahren werden. Als Geheimtipp des NCN- Veranstalters deklariert, erwartete uns nun eine Band, die mir völlig unbekannt war. Die aus Australien stammende Formation besteht seit 2008, hat seither mit ihrer ersten Veröffentlichung ordentlich gepunktet bei den dortigen Musikfreunden und wird nun auf Europa losgelassen. Dass es einige sehr gespannte NCN- Besucher gab, die der dĂŒsteren Elektroband entgegenfieberten, wurde an den nahezu voll besetzten BĂ€nken vor der großen BĂŒhne deutlich. Und tatsĂ€chlich war der deutschlandweit erste Auftritt der Combo ein voller Erfolg: treibende Beats, die zeitweise etwas an Combichrist oder Hocico erinnerten, gepaart mit einem energischen und dynamischen Frontmann und einer adrett gekleideten Lady, die ihrerseits musikalisch und optisch dem Ganzen beisteuerte. Musikalisch wurde auf die ersten Veröffentlichungen zurĂŒckgegriffen und mit „Pharmaceutical Grade“ sogar ein brandneuer Song prĂ€sentiert. Dem Publikum gefiel, was von der BĂŒhne an die Ohren und in die Beine drang. Ein gelungener Start fĂŒr die Band in unseren Gefilden!

Setlist
01. Intro
02. Blood Spatter (Forensic Re-Examination)
03. The End
04. Pharmaceutical Grade (new song)
05. Incision
06. Zeitgeist
07. Taste
08. Parasite (Repossession)

Elane


Fernab von harten, treibenden Elektrobeats formierte sich vor 10 Jahren eine Band namens Elane, auf welche sich bereits einige Fans an der kleinen BĂŒhne freuten. Mit einer Vielzahl verschiedener Instrumente, mal leisen und bewegenden, mal lauten und bombastischen Tönen schaffen es die 5 SauerlĂ€nder eine gelungene Mischung aus Zauberei und Energie in ihren Songs zu vereinen. In Kombination mit der elfenhaften Stimme von Frontfrau Joran schafften Elane es in den vergangenen Jahren, sich einen festen Platz im Genre zu erkĂ€mpfen und dĂŒrfen sich seither an einer stetig wachsenden Fangemeinde erfreuen. Und als die Band an jenem Samstag gut gelaunt auf die BĂŒhne trat und das mitreißende „Deae Noctis“ in die Menge schallte, schien auch alles wie perfekt. Jedoch wurde diese Stimmung schnell getrĂŒbt, denn bereits beim zweiten Song versagte die gesamte Elektronik. Stromausfall! ZunĂ€chst war noch nicht ganz klar, wie weit sich diese Problematik erstrecken wĂŒrde. Da sich die Reparaturarbeiten in die LĂ€nge zogen und die Band ihren Auftritt nur so dahin gehen sah, bot sie den Fans noch einen kleinen akustischen Geschmack ihrer Songs. Da natĂŒrlich weder Mikros noch VerstĂ€rker funktionierten, musste man ganz genau hinhören, um ĂŒberhaupt etwas von dem mitzubekommen, was die Band dort prĂ€sentierte. Nach einem kurzen Song und ein paar Unklarheiten ĂŒber weitere StĂŒcke, die dem Publikum hĂ€tten dargeboten werden können, verließen Elane die BĂŒhne und sprachen persönlich mit ihren Fans. Der Auftritt war beendet.

Nachdem in Sachen Strom viel ausprobiert, umgesteckt und gewerkelt wurde und auch die RĂŒckmeldungen von der großen BĂŒhne fĂŒr sich sprachen, auf der es ebenfalls keinen Strom mehr gab, war sehr bald klar, dass dies ein generelles Problem war. In ganz Deutzen gab es ein zu geringes verfĂŒgbares Reservoir an Strom und dem örtlichen Stromanbieter war es nicht möglich, diese fĂŒr Deutzen aufgrund des Festivals ungewöhnlich große Menge an Strom zu liefern. Veranstalter und Helfer des NCN- Festivals gaben nun alles und versuchten, das Problem so gut es geht zu beseitigen. Da dies jedoch Zeit brauchte und niemand wirklich wusste, wann der Kulturpark wieder ausreichend mit Strom versorgt werden wĂŒrde, gab es nun erstmal eine Pause auf vorerst unbestimmte Zeit. Die Besucher nahmen es jedoch Ă€ußerst gelassen, ruhten sich etwas im Schatten aus, nahmen ein paar Drinks oder Speisen zu sich und unterhielten sich ĂŒber das an jenem Wochenende bereits Erlebte oder ĂŒber komplett andere Dinge. Nach ungefĂ€hr zwei Stunden war die Stromproblematik behoben und es konnte wie geplant weiter gehen im Programm. An dieser Stelle noch einmal ein Lob an die Veranstalter fĂŒr das schnelle Beheben der Strompanne!


Psyche


Nun konnte es auf der großen BĂŒhne endlich mit einem richtigen Urgestein der Szene – Psyche – weitergehen. Seit beinahe 30 Jahren ist das ursprĂŒnglich von Darrin Huss und seinem Bruder Stephen Huss gegrĂŒndete EBM-/Synthpop- Projekt immer wieder verantwortlich fĂŒr den einen oder anderen musikalischen Kracher gewesen. Und auch wenn es einige Umstrukturierungen in der Band gab und Darrin mittlerweile ohne seinen erkrankten Bruder, aber dafĂŒr mit einigen begabten Live- Keyboardern auf der BĂŒhne steht, ist und bleibt Psyche nach wie vor unverwechselbar gut. Die Besucher strömten aus allen Ecken des heimeligen Kulturparks und versammelten sich dicht vor der BĂŒhne. Wie eine Erlösung wirkte dann der erste Song „Uncivilized“, den ein energiereicher Darrin Huss seinen Fans darbot. Und bereits ab der ersten Sekunde hatte er die Menge gepackt und es ließ einen bis zum Schluss einfach nicht mehr los. Kracher wie „Sanctuary“, „Unveiling The Secret” oder das Joy Division Cover „Disorder“ schlugen ein wie eine Bombe und die Menge feierte, was das Zeug hielt. Die Stimmung war wirklich sagenhaft und das Warten hatte sich allemal gelohnt!

Setlist
01. Uncivilized
02. Krieg
03. Gods And Monsters
04. Disorder
05. Sanctuary
06. Miseryv
07. Unveiling The Secret
08. 15 Minutes
09. Goodbye Horses


Sensory Gate

Da wir in unserem Zeitplan durch das Stromproblem nun etwas zurĂŒck hingen, gab es nun die erste Überschneidung. Denn noch als Psyche den Fans vor der großen BĂŒhne einheizten, starteten auf der kleinen BĂŒhne Sensory Gate mit ihrem Auftritt. Die 2004 gegrĂŒndete Band – bestehend aus Andrea Pozzi und Max Iannuzzelli – weiß wie keine andere, verschiedene Stilrichtungen der Szenemusik zu kombinieren und sie in eine individuelle, mitreißende und beeindruckende Form zu bringen. Auf Sensory Gate hatten wir uns ganz besonders gefreut, ĂŒberzeugte uns das italienisch- deutsche Musikprojekt nicht nur mit ihrem starken Debutalbum „Ianus“, sondern lieferten sie auf dem vergangenen NCN auch einen solch beeindruckenden Auftritt ab, dass sie kurzerhand von den Fans zur besten Newcomer- Band des NCN 2010 gewĂ€hlt wurden. Verdienterweise sollte ihr Auftritt aus diesem Grund beim diesjĂ€hrigen NCN auch wesentlich spĂ€ter in der Running Order stattfinden.
Wie im vergangenen Jahr sind die beiden SoundtĂŒftler mit ein paar großen Dominosteinen im GepĂ€ck, die nun die BĂŒhne zierten, angereist. Zudem stach einem sofort ein ĂŒbergroßer Brief ins Auge: „Civilization. Sensory Gate. Dead end road. Nowhere.“. Nach einem atmosphĂ€rischen Intro fĂŒhrte uns ein stimmstarker Max auch direkt an ein neues StĂŒck namens „Domino Effect“ heran. Emotional ergriffen lebte er jeden Ton, den er da ins Mikro transportierte, und es machte große Freude, dem Treiben auf der BĂŒhne zuzusehen. Neben weiteren neuen Song wie „Civisolation“ oder „City Diary“, welche uns einen tollen Vorgeschmack auf das neue Album, das derzeit in Planung ist, gaben, drangen auch einige Kracher vom Ianus- Album wie „Laying hopes“ oder „Hallowed“ an unser Ohr. Sensory Gate lieferten an jenem Samstag eine geniale Show ab! Nach einem solchen Leckerbissen haben wir nun richtig Appetit auf das neue Album bekommen und sind sehr gespannt.

Setlist
01. Among the dead (Intro)
02. Domino effect
03. Crowd
04. Laying hopes
05. Mercy
06. Hallowed
07. New dawn
08. City diary
09. Never
10. Civisolation


Merciful Nuns


Auf der großen BĂŒhne sollte es nun ebenso stimmungsvoll mit den Merciful Nuns weitergehen. Drei Jahre nachdem Artaud Seth sein erfolgreiches Projekt Garden Of Delight ad acta gelegt hatte, schöpfte er nochmal aus dem Vollen und zauberte eine Combo herbei, die sich tief im Gothic- Rock verankert fĂŒhlt. Obwohl es natĂŒrlich noch immer hell draußen war, wurde bereits beim Intro durch Nebel und zwei Bildschirme, auf denen – passend zu den KlĂ€ngen – Videos zu sehen waren, eine dĂŒstere AtmosphĂ€re geschaffen. Mit „The Portal“ wurden schwere, dunkle KlĂ€nge ins Publikum befördert und mit dem strahlenden Sonnenschein lieferte sich der Song ein regelrechtes Kontrastspiel. Artaud, der in schwarzer Lederkutte und Sonnenbrille auf der BĂŒhne stand, wusste es, zu jedem Moment und jeder dĂŒsteren Emotion den perfekten Ausdruck zu finden. Mal glitt er regelrecht ĂŒber die BĂŒhne, mal bewegte er sich energisch und seinen Fans reichte der charismatische Frontmann bei „Hypogeum“ sogar die Hand. Das Trio – bestehend aus Artaud Seth (Gesang), Jawa (Bass) und JĂłn (Gitarre) lieferten einen tollen Auftritt ab, die so manchen Besucher sicherlich gedanklich zurĂŒck in die 80er beförderte.


Setlist

01. The Portal
02. Hypogeum
03. Body Of Light
04. Tower Of Faith
05. Evolution
06. The Eclipse
07. The Seal
08. Sanctuary


Klangstabil


Noch bevor die Merciful Nuns ihr Set beendet hatten, war es vor der kleinen BĂŒhne schon mĂ€chtig voll geworden. Gespannt wartete die Menge auf das Duo Klangstabil, das zwar schon 1994 gegrĂŒndet wurde, jedoch erst in den vergangenen Jahren zum richtigen Insidertipp in der Szene herangewachsen ist. Das musikalische Spektrum von Klangstabil ist von Beginn an nahezu unerschöpflich: von eingĂ€ngige Electro- Pop- Nummern bis hin zu experimentellen Klangkulissen, die auf ein Minimum an Vocals zurĂŒckgreifen, ist in ihrem musikalischen Repertoire nahezu alles vertreten. Was jedoch alle Songs eint, ist der Blick in die Tiefe, teilweise sogar in die AbgrĂŒnde des menschlichen Daseins. Und wer Boris May und Maurizio Blanco bereits live erlebt hat, der weiß, dass genau dieser Tiefgang von den beiden auf der BĂŒhne so exzellent ausgelebt wird wie von niemand anderem.

Mit „Shadowboy“ eröffneten die beiden ihr Set; im Hintergrund zeigte ein Bildschirm verschiedene Menschen, die dieses Wort einfach nur nachsprachen, was etwas verwirrend und bedrĂ€ngend wirkte, aber eben auf die typische Klangstabil- Art. Und nun folgte wirklich ein Kracher dem anderen und das Publikum war nicht mehr zu halten, als Boris sich bei Songs wie „Math & Emotion“, „Twisted Words“ oder „You May Start“ gestisch und mimisch verausgabte. Es war wirklich wieder ein Erlebnis, die beiden auf der BĂŒhne performen zu sehen. Klangstabil lieferten – wie gewohnt – eine tolle Show ab, der auch eine zwischenzeitige kleine Technikpanne bei „Love Has Too Much Audience“ keinen Abbruch tat.

Setlist
01. Shadowboy
02. Math & Emotion
03. Perdere per vincere
04. Beziehungsohr
05. Twisted words
06. Love has too much audience
07. Push Yourself
08. You may start
09. Math & Emotion Remix
10. Lauf Lauf
11. Vertraut
12. Gloomy Day


Absolute Body Control


Auf der großen BĂŒhne wartete nun wieder ein absolutes Urgestein in Sachen elektronischer Musik auf das NCN- Publikum. Alles, was der Belgier Dirk Ivens bisher im musikalischen Bereich angepackt hat, erstrahlte zu Klanggold, sei es nun sein Projekt Klinik, Dive oder Insekt. Aber auch Absolute Body Control, das er zusammen mit Eric Van Wonterghem vor mehr als 30 Jahren grĂŒndete, zog Erfolge nach sich und wirkte stilprĂ€gend fĂŒr die Electro Body Music.

Vor der BĂŒhne hatten sich viele Fans von ABC eingefunden und gespannt vernahmen wir die ersten Töne von „Melting Away“ und dort ging es mit einem gut gelaunten und dynamischen Dirk auch direkt zur Sache. Die begeisterte Menge tat ihm bedingungslos nach und zappelte und tanzte, was das Zeug hielt. Absolute Body Control prĂ€sentierten einen bezeichnenden Rundumschlag ihrer verschiedenen Schaffensjahre, angefangen bei „Is There An Exit“, ĂŒber „Figures“ bis hin zu „Surrender No Resistance“. Und immer wieder spĂŒrte man diese Hingabe zu den Beats und man hatte wirklich Freude an der Sache – sowohl auf der BĂŒhne als auch im Publikum. Ein absolut gelungener Auftritt!

Setlist
01. Melting Away
02. Sorrow
03. Surrender No Resistance
04. Love At First Sight
05. Is There An Exit?
06. Figures
07. So Hard
08. Automatic
09. Never Seen
10. Into The Light
11. Stardust Fever (Z)


32 Crash


Weiter ging es auf der kleinen BĂŒhne mit 32 Crash; es blieb also elektronisch. Hinter dem Trio, das dem Publikum bereits beim NCN 2009 einen gelungenen Auftritt bescherte, verbirgt sich niemand anderes als Jean- Luc De Meyer. Hatte er doch schon mit Front 242 Pionierarbeit in Sachen EBM geleistet, so stellte er mit Len Lemeire (Implant) und Jan D’Hooge (Vive La FĂȘte) ein neues spannendes Projekt auf die Beine. NatĂŒrlich war die Neugierde der Besucher groß und so war es nicht verwunderlich, dass es vor der BĂŒhne wieder einmal rappelvoll war. Mit etwas VerspĂ€tung aufgrund eines weiteren Technikproblems ging es dann auch endlich los. Umgeben von Nebel und Lichtern tauchte die Band aus dem Dunkel auf und schaffte es sofort, die Menge in ihren Bann zu reißen. Jeder Beat ging direkt ins Blut ĂŒber und so stand niemand mehr still. 32 Crash lieferten eine tolle Mischung aus Songs von ihrer ersten Scheibe wie z.B. „Propaganda“, „Fast Crash“ oder „Ismodia“ sowie Songs des neuen Albums „Y2112Y“, das bald veröffentlich werden soll. Nach einem bereits sehr umfangreichen Set gaben die drei dann sogar noch zwei Zugaben und machten damit sicherlich viele Fans restlos glĂŒcklich und zufrieden.

Setlist
01. Intro
02. 100Y Remix
03. The Attack On ZA4
04. Humanity
05. What Happend Here
06. Propaganda
07. Dust & Drought
08. Neighbours
09. Lasercutter
10. Spacemen And Poets
11. I Remembre
12. Kryptonically Yours
13. Aliens On Earth
14. Slow Crash
15. Ismodia
16. The Man Who Came From Later
17. Les Mouches
18. Fast Crash
19. The Man Who Remixed Later (Z)
20. Dawning Sun (Z)


Atrocity

Als Headliner auf der großen BĂŒhne hatte sich die Metal- Formation Atrocity angekĂŒndigt. NatĂŒrlich war reiner Metal sicher nicht das, was alle Besucher des NCN favorisierten, dessen war man sich bewusst. Aus diesem Grund hat sich die bereits 1985 von Alexander Krull und seinen Mannen gegrĂŒndete Band etwas Tolles ausgedacht: eine Best- Of- Show, bei der natĂŒrlich hauptsĂ€chlich die StĂŒcke von den Cover- Alben „Werk 80“ und „Werk 80 II“ im Mittelpunkt stehen sollten. Somit war die Freude groß, endlich aus vollem Halse ein paar 80s Pop- und Wave- Classics mitgröhlen zu können.

Und mit dem Camouflage Cover „The Great Commandment“ ging es nach einem atmosphĂ€rischen Intro auch direkt los. Der langhaarige Frontmann sang aus tiefstem Leibe ins Mikro und öffnete immer wieder die Arme, so als wĂŒrde er etwas predigen. Im Hintergrund tanzten zwei gut aussehende, junge Damen auf erhöhten TanzflĂ€chen und untermalten die Songs mit ihren Bewegungen passend. Immer wieder sprach Alexander auch zur Menge, forderte sie zum Jubeln und Mitfeiern auf und tatsĂ€chlich wurde die Stimmung bei Songs wie „Die Todgeweihten“, zu welchem Liv Kristine die Backgroundvocals beisteuerte, oder dem Cover von And One’s „Deutschmaschine“ immer ausgelassener. Eine tolle, unterhaltsame Show und ein phantastischer Abschluss des zweiten Festivaltags – zumindest auf der großen BĂŒhne.

Setlist
01. Intro
02. The Great Commandment (Camouflage Cover)
03. Taste Of Sin
04. Fade To Grey (Visage Cover)
05. Die Todgeweihten
06. Blut
07. Seasons In Black
08. Die Deutschmaschine (And One Cover)
09. Willenskraft
10. Cold Black Days
11. The Sun Always Shines On TV (A-HA Cover)
12. Shout (Tears For Fears Cover)

NatĂŒrlich sollte aber auch die kleine BĂŒhne fĂŒr jenen Tag von einem Headliner geschlossen werden. HierfĂŒr war die Karlsruher Formation In My Rosary vorgesehen, die die Menge mit einer Mischung aus Darkfolk, Wave und Electro- Pop in eine selige Nachtruhe zu schicken. Und natĂŒrlich gab es auch an diesem Tag noch eine anschließende After- Show- Party, auf der sich sicherlich noch der ein oder andere verausgabte und den Tag tanzend ausklingen ließ. Wir machten uns indes auf den Heimweg, um fit fĂŒr den nĂ€chsten Tag zu sein. Hatten wir doch heute schon so viele tolle Acts wie Sensory Gate, Klangstabil oder Absolute Body Control gesehen, so freuten wir uns nun noch mehr auf einen schönen dritten Festivaltag bei der Nocturnal Culture Night.

Bilder des zweiten Tages gibt es HIER in unserer Konzertgalerie: NCN Festival 2011 Tag 2

Autorin: Tanja Pannwitz
Fotos: Michael Gamon

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