Die Funkhausgruppe – Mono-Poly

Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

10 Bewertung

10

Die Funkhausgruppe – Mono-PolyDie Funkhausgruppe - Mono-Poly


Die Funkhausgruppe - Mono-Poly

Ab dem 24.06.2011 gehört die Neue Deutsche Welle nicht mehr länger der Vergangenheit an. Denn in mehr oder weniger geheimer Mission fanden sich vier Bands zusammen, um der alten Schule einen modernen Schwung zu geben. So trafen sich in den vergangenen Jahren Hertzinfarkt, Sonnenbrandt, Die Perlen und Welle: Erdball regelmäßig zum gemeinsamen Komponieren, Singen und Aufnehmen. Die Funkhausgruppe war entstanden! Und nun – passenderweise kurz nach Sommerbeginn – lässt diese starke Combo ihr frisches und erfrischendes Debütalbum „Mono-Poly“ auf das Volk los.

Der erste Song „Stadtflucht“ versprüht auch direkt gute Laune. Die eingängige Elektro- Punk- Nummer mit rotzigem Frauengesang, bei der einem gar nichts anderes übrig bleibt, als sich im Takt zu bewegen, eröffnet das Album auf hohem Niveau. Vom elektronischen Punk wechseln wir bei „Die Physiker“ schnell zum Welle:Erdball- typischen Klacker- Elektro. Die Stimmen von Hertzinfarkt- Sängerin Diana und Honey (Welle:Erdball) stehen in perfekter Symbiose und der Chorus geht sofort ins Ohr. Auch bei diesem Track mag niemand still stehen. Übrigens ist der Videoclip zu „Die Physiker“ als kleine Zugabe auf der CD enthalten. Prädikat: sehenswert. Träumerisch wird nun bei „Der Sommer Ist Da“ der Beginn der schönen Jahreszeit zelebriert. Und so verschmilzt süßlicher Frauengesang mit einem ansprechenden instrumentellen Arrangement zu einer einladenden Popnummer. Doch genug geträumt für den Moment. Bei „Space Odysee“ befinden wir uns wieder auf dem Boden der elektronischen Tatsachen. Pochende Drums und monotone Basslines gepaart mit teils skurrilen Soundeffekten machen den Song im Vergleich zu seinen Vorgängern deutlich dunkler. Auch die leicht gedämpften Vocals tragen einiges zu diesem düsteren Ambiente bei. Gleichbleibend elektronisch geht es fast nahtlos zu „Liebe Zu Viert“ über. Neben „Die Physiker“ einer meiner Favoriten auf dieser Scheibe! Musikalisch nimmt man sich in den Strophen etwas zurück, um sich dann zum Chorus umso mehr zu steigern. „Komm schalt‘ dein Herz aus, egal, was passiert!“ ruft eine glasklare weibliche Stimme immer wieder aus den Lautsprechern. Und schon wieder habe ich einen Ohrwurm!

„Die Zeit Steht Still“ bricht inhaltlich etwas aus dem Gesamtkonzept aus, denn es wird ernster. Männliche Vocals mit ratternder elektronischer Untermalung schaffen eine melancholische Stimmung, von der man als Hörer sofort gepackt wird. Immer wieder hören wir ein gesprochenes „Tick Tack Tick Tack“, das im Kontrast zum eigentlichen Songtitel steht. Beim Titelsong „Mono-Poly“ wird wieder aus dem Vollen geschöpft, es wird etwas punkiger. Hier grooven und quietschen die Synthesizer, die Gitarre kommt wieder zum Einsatz und die Drums geben einen raschen Rhythmus vor. Verbunden mit der rotzigen Frauenstimme wird ein weiterer Höhepunkt auf „Mono-Poly“ geschaffen. Ein Lied, das mir einfach nicht mehr aus dem Kopf und aus den Beinen geht! Und da haben wir auch schon das erste Cover: „Computer Nr. 3“! In den 60ern war es eine der Pophymnen von France Gall, heute hat die Funkhausgruppe diesem Oldie einen aktuellen Touch verliehen. Faszinierend, wie man doch mit wenigen Effekten einen längst vergessenen Song in die Gegenwart retten kann. Auch bei „Tanzpalast“ darf wieder ausgiebig getanzt werden und zwar noch schneller und schriller als bei allen anderen Dance-Nummern auf diesem Silberling. Ein toller Song, bei dem sich die Mädels ordentlich auslassen. „Fernweh“ setzt den Schlusspunkt auf „Mono-Poly“ und unterscheidet sich deutlich von allem, was wir bis hierher gehört haben. Da ertönen Pianoklänge, die mit authentischen Drums und einem abgehackten Bass untermalt werden, und gesungen wird hier von der gesamten Funkhausgruppe. Ein toller und unerwarteter Abschluss!

Mit „Mono-Poly“ wurden alle Erwartungen, die ich an dieses aufregende Projekt hatte, übertroffen! Jeder Song hat seinen eigenen Charme, seinen eigenen Charakter und verführt den Hörer auf seine eigene Art und Weise.

Am 17.07.2011 darf die Funkhausgruppe übrigens auf dem Amphi Festival begrüßt werden und bis es soweit ist, können wir „Mono-Poly“ rauf und runter hören.

Tracklist:
01. Stadtflucht
02. Die Physiker
03. Der Sommer ist da
04. Space Odyssee
05. Liebe zu viert
06. Die Zeit steht still
07. Eine Maschine will ich sein
08. Mono-Poly
09. Der Computer Nr. 3
10. Liebeskrieg
11. Tanzpalast
12. Fernweh

Autorin: Tanja Pannwitz


Diese CD bei Amazon bestellen: Die Funkhausgruppe – Mono-PolyDie Funkhausgruppe - Mono-Poly

 

More from Sparklingphotos.de

TORUL & EGOAMP – Oberhausen, Kulttempel (11.10.2015)

EGOamp wurde von Asmodi Caligari und Cesare Insomnia gegründet. Das Projekt wird...
Read More