Depeche Mode – Remixes 2: 81-11

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Depeche Mode – Remixes 2: 81-11

Depeche Mode haben wieder zugeschlagen und prĂ€sentieren ihre zweite Remixscheibe, um den Fans das Warten auf neues Material zu verkĂŒrzen. So heißt es. Oder ist es pure Geldschneiderei? Beides muss man konstatieren. NatĂŒrlich ist die CD etwas fĂŒr Hardcore Fans, die den Geldbeutel fĂŒr jeden offiziellen Output der Briten öffnen. Sogenannte Fans, die ĂŒber jeden Release meckern und eigentlich seit „Violator“-Zeiten den Faden zu Gore, Gahan und Fletch verloren haben, sollten also gar nicht erst hineinhören. Eine Grundsatzdiskussion ĂŒber Sinn und Unsinn von Remix CDs anzustacheln soll aber nicht der Inhalt dieser Rezension sein.

Zuerst zu den Formaten: Es gibt eine Standard-CD, eine 3-CD-Box , eine Download CD und eine spezielle 6×12? LP-Box. Der Schwerpunkt der Rezension liegt hier in der 3-CD Version. CD 1 zeigt einen Überblick ĂŒber bekannte Maxiversionen der Zeit von 1993 bis 2011 inklusive der aktuellen Single „Personal Jesus – The Stargate Mix“. Interessant wird es auf CD 2, auf der es das groovige „ A Pain That I’m Used To“ in der Version von Jacques Lu Cont zu bestaunen gibt. Der Track ist in dieser Fassung fast besser als das rockige Original. Beim „Death Mix“ von „Fly on the Windscreen“ werden schöne Erinnerungen wach und bei „Ghost“ im „Le Weekend Remix“ kann man gut sehen, dass der Song auch in dieser Version bestens auf dem Album „Sounds of the Universe“ gepasst hĂ€tte. Wirklich lohnenswert ist fĂŒr Fans auf jeden Fall die dritte CD der Box, befinden sich hier Remixes von Musikern, denen man nie zugetraut hĂ€tte, dass sie jemals wieder Hand an einem DM-Track legen wĂŒrden. Die aktuelle Depeche Mode Single „Personal Jesus“ ist hier direkt zweimal vertreten, nĂ€mlich im netten „Sir Medway-Smith Remix“ und dem ungleich sperrigeren „Alex Metric Remix Edit“. Absoluter Tiefpunkt der gesamten CDs ist der an die Wand gefahrene „Eric Prydz Remix“ von „ Never Let Me Down Again“, denn hier macht sich gepflegte Langeweile breit. Wunderschön gelungen ist der Song „Puppets“ vom ersten Album „Speak and Spell“, den Röyksopp in liebevoller Art und Weise in neue SphĂ€ren katapultiert. An diesem Beispiel kann man sehen, wie man anhand guter Ideen und KreativitĂ€t ein kleines Meisterwerk inszenieren kann. Chapeau! SuperschrĂ€g und fast an der Grenze der Frechheit (im positivsten Sinne) haben sich Karlsson & Winnberg (von Miike Snow) dem Klassiker „Tora! Tora! Tora!“ angenommen. So einen experimentellen Remix hat es wohl noch nicht von der Band gegeben: knarzende, fast kollabierende BĂ€sse, TempoĂ€nderungen und technische Spielereien. Synthiepop Puristen wĂŒrden sich – falls sie tot wĂ€ren – im Grabe umdrehen, Freunde experimenteller Elektronik schnalzen mit der Zunge. Hohe Erwartungen wurden an den Remix von Ex-Bandmitglied Vince Clarke gesetzt und diese werden nicht enttĂ€uscht, denn „Behind the Wheel“ ist eine nette Housenummer geworden. Noch höhere Erwartungen hatten die Fans an Ex-Bandmitglied Nr.2 Alan Wilder und was das Recoil Mastermind mit „In Chains“ des aktuellen Albums gemacht hat, verschlĂ€gt einem glatt die Sprache. Er hĂ€tte wenig Zeit fĂŒr den Remix gehabt, hat Wilder in einem Interview zugegeben. Da lĂ€sst sich mutmaßen, was passiert wĂ€re, hĂ€tte er mehr davon gehabt. Leise, fast intim beginnt der Track, lĂ€sst Gahans Stimme viel Freiraum, bevor der Track zunehmens spannender wird, bevor er sich in einer „Songs of Faith and Devotion“ Ă€hnlichen Art und Weise entwickelt, die den Hörer sofort gefangen nimmt. Nach gefĂŒhlten 3 Minuten ist Wilders MeisterstĂŒck vorbei und man möchte sofort die Wiederholtaste drĂŒcken. Fazit: „Remixes 2: 81-11“ bietet eine schöne Zusammenstellung meist guter Remixes, lohnenswert aber nur fĂŒr „echte“ Fans.

Diese CD könnte euch gefallen, wenn ihr auf Depeche Mode und Remixes steht.

Tracklist CD 1:
01. Dream On – Bushwacka Tough Guy Mix (2001)
02. Suffer Well – M83 Remix (2006)
03. John The Revelator – UNKLE Reconstruction (2006)
04. In Chains – Tigerskin’s No Sleep Remix (2009)
05. Peace – SixToes Remix (2009)
06. Lilian – Chab Vocal Remix Edit (2006)
07. Never Let Me Down Again – Digitalism Remix (2006)
08. Corrupt – Efdemin Remix (2009)
09. Everything Counts – Oliver Huntemann And Stephan Bodzin Dub (2006)
10. Happiest Girl – The Pulsating Orbital Vocal Mix (1990)
11. Walking In My Shoes – Anandamidic Mix (1993)
12. Personal Jesus – The Stargate Mix (2011)
13. Slowblow – Darren Price Mix (1997)

Tracklist CD 2:
01. Wrong – Trentemþller Club Remix (2009)
02. World In My Eyes – Dub In My Eyes (1990)
03. Fragile Tension – Peter Bjorn and John Remix (2009)
04. Strangelove – Tim Simenon/Mark Saunders Remix (1998)
05. A Pain That I’m Used To – Jacques Lu Cont Remix (2005)
06. The Darkest Star – Monolake Remix (2006)
07. I Feel You – Helmet At The Helm Mix (1993)
08. Higher Love – Adrenaline Mix Edit (2004)
09. Fly On The Windscreen – Death Mix (1985)
10. Barrel Of A Gun – United Mix (1997)
11. Only When I Lose Myself – Dan The Automator Mix (1998)
12. Ghost – Le Weekend Remix (2009)

Tracklist CD 3:
01. Personal Jesus – Alex Metric Remix Edit (2011)
02. Never Let Me Down Again – Eric Prydz Remix (2011)
03. Behind The Wheel – Vince Clarke Remix (2011)
04. Leave In Silence – Claro Intelecto ‘The Last Time’ Remix (2011)
05. In Chains – Alan Wilder Remix (2011)
06. When The Body Speaks – Karlsson And Winnberg Remix (2011)
07. Puppets – Röyksopp Remix (2011)
08. Tora! Tora! Tora! – Karlsson And Winnberg (from Miike Snow) Remix (2011)
09. Freestate – Clark Remix (2011)
10. I Want It All – Roland M. Dill Remix (2011)
11. A Question Of Time – Joebot Presents ‘Radio Face’ Remix (2011)
12. Personal Jesus – Sir Medway-Smith Remix (2011)

Bewertung: 9/10 Punkte

Autor: Frank Stienen

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