15. Elektrisch Festival – Zwickau, BPM-Club (09.10.2010)

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Anfang Oktober war es in Zwickau wieder Zeit fĂŒr das mittlerweile 15. Elektrisch Festival. Vor allem Fans, die auf Old School EBM, Elektro-Industrial und Dark Elektro stehen, kommen hier immer auf ihre Kosten. FĂŒr diesen Abend standen 5 Bands auf dem Programm, 4 aus Deutschland und eine aus Belgien.

Der Einlass war fĂŒr 18:00 Uhr angesetzt. Es gab etwas Verzögerung, aber zu diesem Zeitpunkt waren ohnehin erst einige Besucher da. Diese nutzten anschließend die Zeit, um sich an den Merchandising-StĂ€nden umzuschauen, wo es wieder jede Menge CDs und T-Shirt gab.

Gegen 19:45 Uhr begann das Festival mit dem aus Berlin stammenden Duo AD:Key [GALLERY]. Das Elektro-Projekt wurde 2007 von RenĂ© Nowotny und seiner Frau Andrea gegrĂŒndet. RenĂ© Nowotny war zuvor Keyboarder bei Armageddon Dildos. UnlĂ€ngst erschien ihr 2. Album "That’s it". Musikalisch treffen AD:Key voll den EBM-Nerv: tanzbare Tracks mit vorwiegend deutschen Texten. Die Titel gehen sofort ins Ohr. Die ersten Fans trauten sich auch schon nach vorn. AD:Key sorgten fĂŒr einen gelungenen Auftakt des Festivals und fĂŒr frischen Wind in der EBM-Szene.

Setlist:
01. Wahrheit
02. Our World of EBM
03. Pissed Off
04. Pornös
05. Thats it
06. ElitÀr
07. Hinter den Tresen
08. Hoch die HĂ€mmer

Die Leipziger Elektro-Band Amnistia [GALLERY] setzte nach kurzem Umbau das Festival gegen 20:30 Uhr fort. GegrĂŒndet wurde Amnistia 2003 von Stefan Schoetz und Tino Claus. ZunĂ€chst haben sie einige CD-Rs auf Konzerten verteilt, dann folgte 2006 ein Vertrag mit dem Label Scanner und das erste Album "Neophyte". Zwei weitere Veröffentlichungen sowie zahlreiche Live-Auftritte schlossen sich an. Amnistia war vielen Anwesenden bereits ein Begriff, so dass viele Besucher in den ersten Reihen standen und den vielschichtigen KlĂ€ngen der Band lauschten.

Setlist:
01. Elements
02. Kraft
03. Research
04. Sermon
05. Egotrap
06. Prosperity
07. Tempted
08. Faceless
09. Komplex
10. Self-Defence (Steel-Alloyed Edit)

Den Ă€lteren GĂ€sten des Abends dĂŒrfte hingegen amGod [GALLERY] noch aus der ersten HĂ€lfte der 90er Jahre ein Begriff sein. Nach seiner Trennung von yelworC im Jahre 1993 grĂŒndete Dominik van Reich mit amGod sein eigenes Dark-Elektro-Projekt. Ein Jahr spĂ€ter erschien das dĂŒstere DebĂŒt "Half Rotten and Decayed". FĂŒnf Jahre spĂ€ter folgte das Album "Crime", das zunĂ€chst jedoch nur als Download verfĂŒgbar war. 2004 konnte man seine Sammlung mit der "Half Rotten and Decayed" Box komplettieren, die beide Alben sowie eine Live-CD + DVD enthielt. Ende November diesen Jahres erscheint nach einem Jahr Produktionszeit das neue Album "Dreamcatcher". AmGod war der dĂŒsterste Akt des Abends. Hier war fĂŒr die Besucher eher entspanntes Zuschauen angesagt. PrĂ€sentiert wurden sowohl jede Menge neue StĂŒcke wie "Pain & Desire" und "Massaker", als auch Ă€ltere Titel. Highlights waren natĂŒrlich auch yelworC-Klassiker wie "Sacred City" und "Soulhunter".

Setlist:
01. God-Like (Part2)
02. Fight!
03. Sacred City
04. Pain & Desire
05. War Trap
06. Like a Prayer
07. Fire
08. On the Hunt
09. Dreamcatcher
10. Massaker
11. CyberChrist
12. Soulhunter

Als nĂ€chstes stand die Drum’n Bass Formation Nude [GALLERY] auf dem Programm. Stilistisch etwas anderes als das, was man vom Elektrisch Festival gewöhnt ist, aber auf jeden Fall mitreißend und tanzbar. In den 90ern waren SĂ€ngerin Isabelle Gernand und Keyboarder Marc Werner mit der Elektro-Band Sabotage Q.C.Q.C. unterwegs. Hier konnte sie bereits einige Clubhits verzeichnen, unter anderem "Souvenir" (1995). 2008 veröffentlichte Nude das erste Album "Black Box". UnlĂ€ngst erschien die EP "Let me go" und ganz aktuell (22.10.) ist das neue Album "Basic Guerilla Moves". Auch Nude wollten den Besuchern die neuen Titel nicht vorenthalten. So gab es Songs wie "Panic Attack", "Here I go" und das Human League Cover "Being Boiled" zu hören. Als Highlight ist zweifelsohne auch "Souvenir" anzusehen, bei dem Marc Werner hinter seinem Keyboard hervorkam und den Gesang ĂŒbernahm. Die Show war fĂŒr alle schweißtreibend. Die große Menge stand nicht vor der BĂŒhne, aber die wenigen haben dafĂŒr den Platz ausreichend zum Tanzen genutzt. Nach einigen Zugaben und ca. 70 Minuten Spielzeit beendeten Nude ihre tolle Show.

Setlist:
01. Intro
02. Panic Attack
03. Being Boiled
04. All We Want
05. Excitement
06. Upbeat
07. Inside
08. Headbite
09. RRR
10. Showtime
11. You Had It
12. Let Me Go
13. Souvenir
14. Here I Come
15. Inside
16. Sound

Gegen 1:00 Uhr war es dann Zeit fĂŒr die letzte Band des Abends, die belgische Kult-Formation The Klinik [GALLERY]. SĂ€nger Dirk Ivens war bereits mit Absolute Body Control und Dive auf dem Elektrisch Festival vertreten. The Klinik wurde 1981 von Marc Verhaeghen gegrĂŒndet. SpĂ€ter kam Dirk Ivens hinzu. In dieser Konstellation prĂ€gten sie die Elektro-Szene in der 2. HĂ€lfte der 80er und frĂŒhen 90er Jahre. Kennzeichen ihrer Musik waren minimalistische Texte und kalte, raue Elektro-Sounds. Aufgrund musikalischer Differenzen trennte man sich 1991. Dirk Ivens machte mit seinem Solo-Projekt Dive weiter und Marc Verhaeghen fĂŒhrte das Projekt unter dem Namen Klinik weiter, musikalisch dann aber eher in Richtung Ambient / InstrumentalstĂŒcke. 2004 gab es wieder einen gemeinsamen Live-Auftritt auf dem Wave Gotik Treffen in Leipzig. Seitdem gab es immer wieder vereinzelte Auftritte im Stil der spĂ€ten 80er.

Erwartungsvoll standen nun sehr viele Fans im BĂŒhnenbereich. Jetzt sollte noch mal richtig getanzt werden. Wie frĂŒher betrat Dirk Ivens mit schwarzen Mantel bekleidet und Mullbinden um den Kopf die BĂŒhne. Am Keyboard stand ihm Peter Mastbooms zur Seite, da Marc Verhaeghen aufgrund gesundheitlicher Probleme an keinen Live-Auftritten mehr teilnimmt. Eine Videoshow untermalte den Auftritt. Zu hören waren Songs wie "Braindamage", "Moving Hands", und "Pain and Pleasure". Die Besucher tanzten enthusiastisch mit. In der Zugaberunde trat Dirk Ivens noch einmal ohne Mullbinde vor das Publikum. Nach ca. 70 Minuten verabschiedete sich The Klinik mit "Go Back".

Setlist:
01. Surviving In Europe
02. Braindamage
03. Murder
04. Walking With Shadows
05. Quiet In The Room
06. Black Leather
07. Pain And Pleasure
08. Mindswitch
09. Obsession
10. Sick In Your Mind
11. Moving Hands
12. Memories
13. Lies
14. Hours And Hours (Z)
15. In Your Room (Z)
16. Go Back (Z)

Das 15. Elektrisch Festival bot fĂŒr alle Fans des EBM / Industrial ein abwechslungsreiches Programm mit vielen Highlights in angenehmer AtmosphĂ€re. Hier hatte man eine gute Gelegenheit, Bands zu sehen, die nur selten live zu bewundern sind.

Bilder des Festivals befinden sich in unserer Concert-Pictures Sektion (fĂŒr Bildkommentare muss man aus SpamverhinderungsgrĂŒnden leider angemeldet sein) oder direkt durch Anklicken der jeweiligen Bandfotos bzw. der Gallery-Links.

Autor & Fotos : Thomas Bunge

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