Spectra Paris – License To Kill (CD+DVD)

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Spectra Paris – License To Kill (CD+DVD)



Mit Kirlian Camera hat Elena Fossi bereits seit Jahren viele Erfolge gefeiert und darf sich einer exklusiven Fangemeinde erfreuen, die sich nahezu jedem Song annimmt. Dass das bei Kirlian Camera nicht immer ein leichtes Unterfangen ist und dass man sich einige Songs jahrelang anhören muss, bis man sie endlich begreift und mag, ist kein Geheimnis. Aber vielleicht macht auch gerade das diese Band aus.

Wer die gutaussehende Italienerin auch außerhalb von Kirlian Camera im Auge behalten hat, an dem wird ihr eigenes Projekt Spectra*Paris nicht vorüber gegangen sein. Als gutes Gegenstück zu der von Männern dominierten Formation bei Kirlian Camera schart Fossi bei Spectra*Paris nur optisch ansprechende Damen um sich, die sowohl auf Bildern als auch bei Live- Performances stets eine gute Figur machen. Dass so viel Weiblichkeit auch vernünftige, ansprechend klingende Musik hervorbringt, durften wir bereits auf ihrem Debutalbum ?Dead Model’s Society? bestaunen. Der Nachfolger und gleichzeitig aktuelle Scheibe ?License To Kill? lässt einen aber ebenso wenig kalt. Zum einen ist die Platte mit einem düsteren Papp- Cover optisch attraktiv verpackt. Das CD- Cover selbst ist ebenso ansprechend: laszive Posen der Italienerinnen, die zwar schon sehr sexy, aber eben nicht billig wirken. Und da das Auge ja für gewöhnlich immer auch mitisst, spricht mich das Ganze im Vergleich zu manchen 08/15- Covern, die keiner Erwähnung bedürfen, wirklich an.

Aber kommen wir zur Musik, die die Silberscheibe mitbringt. Legt man sie in den CD- Player ein, geht es beim ersten Track direkt zur Sache. Der Titelsong ?License To Kill? löst sofort Wohlklang in meinen Ohren aus, denn er hält genau das bereit, was ich von einer Elena Fossi bei Spectra*Paris erwarte: Atmosphäre schaffender Gesang, düstere Grundbasis, treibender Rhythmus. Zwar sind die jahrelangen Einflüsse von Kirlian Camera nicht von der Hand zu weisen, aber wahrscheinlich klingt das Ganze so gut, weil wir eben bekannte Elemente wiederfinden. Bei ? A Clockwork London? und ?007 Gold? wird es dann schon einmal etwas schwierig, in die Songs hinein zu finden. Ich musste sie mehrmals hören, um sie richtig gut zu finden, was sicherlich an einigen etwas gewöhnungsbedürftigen Synthie- Effekten liegt. ?Movie Ghouls? beginnt wie ein Kirlian Camera- Stück und gefällt sehr, denn es wird eine tolle düstere Atmosphäre geschaffen, die leider an einigen Stellen durch abermals seltsame Effekte wieder aufgelöst wird. Schade! Bis hier hin hatten wir schon eine Menge Abwechslung; abwechslungsreich soll es dann auch weiter gehen. ?Aston Martin DBS? stellt ein kurzes, aber Rock- Gitarren- lastiges Intermezzo dar, bis es schließlich zu ?Carrie Satan? übergeht, zu welchem bereits ein toller Video- Clip kursiert. Mir gefällt der Song persönlich wirklich gut, denn er hat eine treibende Rhythmik und mir gefallende Synthie- Effekte, die in diesem Song an den jeweiligen Stellen wirklich passen. Zwar mögen einige behaupten, dass im Song nicht allzu viel passiert, was ich auch bejahen kann, dennoch gefällt er mir persönlich sehr. ?Death Records? ist ein weiteres starkes Stück auf dieser Scheibe. Trotz der rockigen Grundbasis findet man immer wieder poppige Elemente in diesem Song, was im Endeffekt eine tolle Mischung ergibt. Für die letzten drei Songs muss man sich hingegen ganz besonders viel Zeit nehmen, denn das Prädikat ?schwer zugänglich? lastet diesen Songs an wie keinem anderen auf ?License To Kill?. ?Lost Highway Voices? ist ein typisches Atmosphärenstück, das an die Schwerzugänglichkeit einiger Kirlian Camera Stücke erinnert. ?S.I.S. Soundtrack? klingt beim ersten und auch beim zweiten Hören leider nur nach Gespiele mit Effekten und mit ?Phantom?s Theme? wird es ungewöhnlich, denn man hört zunächst einmal nur ein Gitarresolo und Elenas Stimme, bis es mit poppigen Synthie- Effekten und Rockgitarren etwas härter wird. An Songs wie diese muss man sich erst einmal gewöhnen!

Abschließend bleibt zu sagen, dass Spectra*Paris? neueste Scheibe zwar der Eingängigkeit von ?Dead Model’s Society? nachsteht, jedoch mit einer enormen Portion Abwechslung überzeugen kann. Als kleiner Bonus liegt der CD noch eine DVD mit Live Clips unter anderem zu ?Spectra Murder Show? und ?Size Zero? sowie einem Short Promo Clip zu ?A Clockwork London? und einem Behind- The- Scenes bei. Darüber freut sich sicher jeder Fan!

Tracklist CD:
01. License to Kill (4:31)
02. A Clockwork London (5:41)
03. 007 Gold (4:20)
04. Movie Ghouls (4:06)
05. Aston Martin Dbs (1:11)
06. Carrie Satan (5:13)
07. Death Records (5:09)
08. Lost Highway Voices (4:21)
09. S.I.S. Soundtrack (1:34)
10. Phantoms Theme (4:23)

Tracklist DVD:
01. Spectra Murder Show (Live At Odeon TV)
02. Mad World (Live At Odeon TV)
03. Size Zero (Live At Odeon TV)
04. Antland (Club Show Live In Germany)

05. A Clockwork London (Short Promo Clip)

06. Behind The Scenes And Beyond Infinity

Autorin: Tanja Sunshine


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