Editors – In This Light And On This Evening

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Editors – In This Light And On This Evening


"We Hate It When Our Friends Become Sucessful" heißt ein Song von Großmeister Morrissey und irgendwie kann man sich als musikbegeisterter Mensch auch im musikalischen Bereich nicht vollkommen von diesem Grundsatz freisprechen und so muss ich gleich vorweg schicken, dass es mit schwer fällt, das neue Editors Album "In This Light And On This Evening" rein musikalisch zu betrachten. Ausverkauf will und kann ich der Band aus Birmingham nicht vorwerfen, aber der verstärkte Einsatz von Synthesizern in ihrer Musik wird sicher dazu führen, dass die Editors ihre Fanschar deutlich vergrößern werden, eröffnen sich in diesem Bereich für sie doch geradezu ungeahnte Möglichkeiten. Und da die Qualität ihrer Songs im Vergleich zu den beiden Klassikern "The Back Room" und "An End Has A Start" ebenfalls nicht wirklich gelitten hat, sondern lediglich eine Weiterentwicklung stattgefunden hat, werden sie auch kaum Fans der ersten Stunde verlieren. Letzteres erfordert allerdings zugegebenermaßen ein gewisses Zutun der Fans, denn an den neuen Sound muss man sich erstmal gewöhnen, insbesondere ?Eat Raw Meat = Blood Drool? sticht mehr als deutlich aus den bekannten Gitarrenwällen der Editors hervor. Aber trotz der weiter vorhandenen Qualität kommt in mir immer wieder diese eine Frage hoch: Warum mussten die Editors erst Gitarren gegen Synthies eintauschen, um scheinbar auch auf breiter Front außerhalb Englands endlich die Anerkennung zu erhalten, die ihnen seit Anbeginn ihrer Karriere schon zustand? Dass dem nun so sein wird, daran hab ich keinerlei Zweifel, erste Reaktionen im Internet auf die Vorabsingle "Papillon" sprechen hier Bände …

Düster geht?s mit dem Titeltrack und Tom?s Sprachgesang los, bevor mit ?Bricks And Mortar? einer der besten Songs des neuen Albums erklingt und bereits die neue Marschroute vorgibt, quasi eine Art ?Editors 2.0?, bevor mit ?Papillon? die schon erwähnte neue Hymne ertönt, die den Editors allerhand Türen öffnen wird. Der Synth-Rhythmus bohrt sich direkt in den Gehörgang des Zuhörers und setzt sich dort auf ewig fest. Aber für mich sind es gerade Songs wie ?Bricks And Mortar? oder die Balladen ?The Boxer? und ?Walk The Fleet Road?, die viel eher die Stärken der Editors in sich vereinen. Die Editors begeistern seit jeher mit unglaublich schönen Melodien und Tom?s Gesang, der so viel Gefühl transportiert, dass man Angst haben muss, ein LKW könnte auf der erzeugten Gänsehaut zu schwerem Schaden kommen. Vermissen tue ich allerdings komplett die druckvollen Gitarrennummern der Marke ?An End Has A Start? oder gar ein Meisterwerk wie ?Munich?, aber damit muss man sich -zumindest für den Moment- wohl abfinden.

Trotz aller Vorbehalte belegen die Editors auf ?In This Light And On This Evening? meine schon vor Jahren aufgestellte These, dass sie scheinbar keine schlechten Songs machen können, selbst wenn sie es wollten. Auch ein recht krasser Stilwechsel konnte der Qualität keinen Abbruch verleihen und so ist ?In This Light And On This Evening? wieder einmal ein tolles Album geworden. Ich persönlich bevorzuge zwar die beiden Debütalben, kann mich dem Charme der neuen Songs aber auch nicht entziehen. Gespannt bin ich, wie die neuen Songs im Livegewand aussehen werden, wenn die Editors im November wieder auf Deutschlandtour kommen. Dann aber natürlich auch wieder mit einigen Gitarren im Gepäck!

Tracklist:
01. In This Light And On This Evening
02. Bricks and Mortar
03. Papillon
04. You Don?t Know Love
05. The Big Exit
06. The Boxer
07. Like Treasure
08. Eat Raw Meat = Blood Drool
09. Walk the Fleet Road

Bewertung : 8 / 10 Punkte

Autor: Michael Gamon

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