Lesedauer: 2 Minuten
Lesedauer: 2 MinutenDie Shoegaze-Rebellen Nothing aus Philadelphia haben zum Jahresbeginn ein weiteres klangliches Statement abgeliefert: „Toothless Coal“ ist die dritte Vorabsingle aus ihrem kommenden fünften Studioalbum „A Short History Of Decay“, das am 27. Februar 2026 via Run For Cover Records erscheint. Und während die zuvor veröffentlichten Singles „Cannibal World“ und „Purple Strings“ bereits die enorme stilistische Bandbreite der Band andeuteten, präsentiert sich „Toothless Coal“ als grinding-industrial Monster, das näher an My Bloody Valentine andockt als an den Madchester-Vibe von „Cannibal World“.
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Nothing waren schon immer Grenzgänger. Seit Frontmann Domenic „Nicky“ Palermo 2010 in seinem Schlafzimmer in Philadelphia das Projekt als therapeutisches Ventil ins Leben rief, hat die Band konsequent den stereotypisch leichtgewichtigen Shoegaze in ihr eigenes, blutverschmiertes amerikanisches Bild umgeschrieben. Palermo, der nach einer Haftstrafe wegen versuchten Mordes im Jahr 2002 ein Jahrzehnt des Verlusts durchlebte, hat in Nothing immer einen Weg gefunden, existenziellen Schmerz in monumentale Klanglandschaften zu verwandeln.
Mit „A Short History Of Decay“ steht nun ihr bisher sonisch expansivstes und emotional direktestes Werk vor der Tür. Die aktuelle Besetzung mit Doyle Martin (Cloakroom) an der Gitarre, Bobb Bruno (Best Coast) am Bass, Zachary Jones (MSC, Manslaughter 777) am Schlagzeug und Cam Smith (Ladder To God, Cloakroom) als drittem Gitarristen bildet das stärkste Arsenal in der wechselvollen Bandhistorie. Unterstützt von Streichern, Blechbläsern und der zurückkehrenden Harfenistin Mary Lattimore, entsteht hier ein Album, das kolossaler klingt als alles zuvor und gleichzeitig verwundbarer als je zuvor.
Tracklisting „A Short History Of Decay“:
- Never Come Never Morning
- Cannibal World
- A Short History Of Decay
- The Rain Don’t Care
- Purple Strings
- Toothless Coal
- Ballet Of The Traitor
- Nerve Scales
- Essential Tremors
Das Album ist eine schonungslose Abrechnung mit der Zeit, mit dem körperlichen Verfall und der Last der Erinnerung. Palermo konfrontiert sich selbst mit einer Klarheit, die erschreckt: Essential Tremors, eine neurologische Störung ähnlich Parkinson, die unkontrolliertes Zittern verursacht, hat in den letzten Jahren zunehmend von ihm Besitz ergriffen. Statt die Symptome unter Effekten zu verstecken, lässt er sein Zittern bewusst hörbar werden – ein radikaler Akt der Ehrlichkeit, der jeden Sound und jede Zeile des Albums durchzieht.
Nach „Guilty of Everything“ (2014), „Tired of Tomorrow“ (2016), „Dance on the Blacktop“ (2018) und „The Great Dismal“ (2020) markiert „A Short History Of Decay“ laut Palermo ein „finales Kapitel“ – nicht das Ende von Nothing, aber den Abschluss einer Geschichte, die mit ihrem Debüt begann. Was bleibt, ist ein Album, das schwer wie tausend Flutwellen ist und leicht wie zehn Tränen.
Im Februar starten Nothing ihre Tournee in Japan an der Seite von Whirr, bevor sie für eine ausgedehnte nordamerikanische Headliner-Tour in die Staaten zurückkehren. Unterstützt werden sie von Full Body 2, Cryogeyser und Violent Magic Orchestra. Den Höhepunkt bildet ihr eigenes Festival „Slide Away“, das in New York City, Chicago und Los Angeles stattfindet und das 10-jährige Jubiläum von „Tired of Tomorrow“ feiert. Mit dabei: Hum, Chapterhouse und Swirlies.
Weblinks NOTHING:
Webseite: www.bandofnothing.com/
Facebook: @BANDOFNOTHING
Instagram: @bandofnothing
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