TRISTAN BRUSCH – Dresden, Ostpol (21.01.2020)

Tristan Brusch, ┬ę Richard Ritzkowski
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K├Ąlte und Sternenhimmel

Mit laufender Nase und warmen Essen im Bauch zieht die klare Stra├če im Laternenlicht in den Ostpol. Viel zu fr├╝h angekommen, genie├čt sich der Abend gut, schl├╝rfend, mit Fassbrause:┬áMent und Tristan Brusch machen sich f├╝r die B├╝hne in der Dresdner Location fertig, w├Ąhrend sich das Publikum in Anzahl und Vorfreude steigern l├Ąsst.

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Die Supportine performt mit ihrer Gitarre und dem Augenmakeup, das in der Ostpolbeleuchtungsanlage mit ihrem L├Ącheln um die Wette funkelt, sch├Ânen, warmen Gesang in den kalten Januarabend hinein. Es passieren Publikumsabstimmungen und irgendwas mit Schleppschinken, w├Ąhrend die zarte Tr├Ągheit des innerw├Âchentlichen Konzertabends ├╝berhaupt nicht st├Ârt.

Im Anschluss daran tut sich wenig, der Ofen heizt weiter und auch der distanzierte Halbkreis der Coolness bleibt vor er B├╝hne bestehen. Nichtsdestrotz performt Tristan Brusch in das Dresdner Publikum hinein – mit Worten, die Geschichten formen wollen, von Unterwasserwelten erz├Ąhlen, die den Bach hinuntergehen und Professionsentscheidungen, die das K├╝nstlerdasein aller Macht vorziehen. Die Bandbesetzung fehlt gar nicht, den Worten und Kl├Ąngen wird nur mehr Raum gegeben. Sch├Ân und melodi├Âs oder blechernd und laut gibt der K├╝nstler seinen Ideen Platz und unterbricht seine musikalischen Darbietung mit bunten Berichten: Beispielsweise davon, wie er w├Ąhrend des Videodrehs einen Unfall erlitt, der den Track-Titel viel ironischer erscheinen l├Ąsst – Ich lass Dich nie los (als ob). Das geht gut in die Momentaufnahme des┬áNeujahrsschnee ├╝ber, die Silhouetten an den Decken bewegen sich langsamer, das Leben in der Echokammer soll endlich in Tr├╝mmer geschlagen werden. Es wabert. Zum Ende der Ger├Ąuschen der Willk├╝r erz├Ąhlt jemand von Bedeutung in den stillsten Konzertmoment hinein, dass die F├╝├če kribbeln w├╝rden – da k├Ânnen Gesten und Worte noch so gro├č sein. Zur Zugabe dr├Ąngt sich der Pulk aneinander und nach vorn, die L├╝cke r├╝ckt nach hinten, durchatmen und die n├Ąchsten Nebelschwaden abwartend, findet gendern in den Lyrics statt. Mit einem sch├Ânen Publikumschor im hellen Scheinwerferlicht findet der Dienstagabend seinen Ausklang. Fin.

Geschrieben von
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Fotos: KOSMOS CHEMNITZ #WIRBLEIBENMEHR

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