JIMMY BARNES – NL-Amsterdam, Melkweg (16.07.2019)

Jimmy Barnes, ┬ę Nick M├╝ller
Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Auch wenn er bei uns noch relativ unbekannt ist, in Australien ist Jimmy Barnes ein regelrechter Superstar. Geboren wurde er im schottischen Glasgow, doch als er vier Jahre alt war, zog er mit seinen Eltern nach Adelaide „down under“ und wuchs dort in einer Umgebung von Armut und Alkoholismus auf. Und das hat ihn sp├Ąter als S├Ąnger auf der B├╝hne gepr├Ągt. Seine Gef├╝hle auf einem Podium ausdr├╝cken zu k├Ânnen, war ein Ventil f├╝r ihn: in den 70er Jahren mit der in Australien gewaltig popul├Ąren Rockband Cold Chisel, und seit einem Jahrzehnt sp├Ąter auf eigenen Beinen mit einer dort nicht weniger erfolgreichen Solokarriere.

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Sein Sound, der – so merkw├╝rdig es auch klingt – eine Art Mischung aus AC/DC und Bob Seger ist, hat anno 2019 noch immer keinen gro├čen Anhang au├čerhalb von Australien. Aber in den Niederlanden hat sich Jimmy Barnes nichtsdestotrotz eine beachtliche Fangemeinde erobert, wie die gut gef├╝llte Halle in Amsterdam beweist. Und einmal auf der B├╝hne l├Ąsst der kernige Rocker bei den sowieso schon hohen sommerlichen Temperaturen den Liebhabern keinen einzigen Augenblick mehr zum aufatmen. Schon beim Opener I’m In A Bad Mood peitscht er seine Energie und Kraft in den Saal, um erst nach 90 Minuten wieder loszulassen und Luft zu holen.

Jimmy Barnes singt sich mit aller Kraft die Seele aus dem Leib, voller Gef├╝hl, voller Soul. AC/DC h├Ątte im Prinzip gar nicht so weit von ihrer australischen Heimat suchen brauchen, um f├╝r ihren Frontmann Brian Johnson einen Ersatz zu finden. Sie h├Ątten sich damit sogar dem urspr├╝nglichen Soul von Bon Scott angen├Ąhert. Wenn man h├Ârt, was Jimmy Barnes w├Ąhrend einer ganzen Show mit seinen Stimmb├Ąndern macht, w├╝rde man denken, dass er dies keine zweite Show durchh├Ąlt. Aber kein Problem: Jeden Abend mit anhaltender Energie und vollem Drive – selbstverst├Ąndlich auch heute. Umringt von Musikern – fast ausschlie├člich Familienmitglieder – die seine kr├Ąftige Stimme instrumental perfekt einbetten.

H├Âhepunkte der Show sind das beeindruckende Shutting Down Our Town, aus seinem neuesten Werk My Criminal Record, und die Nummern aus seinen beiden wahrscheinlich wohl besten Alben For The Working Class Man und Freight Train Heart, wie das bluesige Too Much Ain’t Enough Love, das getriebene Driving Wheels und sein Signature Song Working Class Man, nicht so poliert wie die Studioversionen, aber daf├╝r nicht weniger berauschend. Khe Sanh ist einer der ersten Songs von Cold Chisel, absolute Topnummer, und wirkt heute noch genauso schwungvoll und mitrei├čend wie vor 40 Jahren.

Nur die Magie von John Lennons Working Class Hero kann er nicht r├╝berbringen. Mit Lennons Original mithalten ist auch v├Âllig unm├Âglich, k├Ânnte man meinen, aber da sollten Neugierige doch mal in die umarrangierte Version von Little Steven hinein h├Âren. Aber wer sich auch immer an dieses Juwel herantraut, verdient Lob, auch wenn es Jimmy Barnes vermutlich vor allem um den textlichen Inhalt ging.

Und dann macht Barnes mit dem swingendem Rythm & Blues van Cold Chisels Goodbye (Astrid Goodbye) kurzerhand klar, dass die Zugaben fertig sind, und verl├Ąsst die B├╝hne. Auch wenn es durchaus noch l├Ąnger h├Ątte dauern d├╝rfen, nach dem Erlebnis h├Ârt man niemanden klagen.

My Criminal Record

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Setlist JIMMY BARNES @ NL-Amsterdam, Melkweg (16.07.2019):

01. I’m In A Bad Mood
02. My Criminal Record
03. I’d Die To Be With You Tonight
04. Ride The Night Away
05. Love & Hate
06. Working Class Hero
07. Stargazer
08. Lay Down Your Guns
09. Boys Cry Out For War
10. Red Hot
11. Too Much Ain’t Enough Love
12. Resurrection Shuffle
13. Flame Trees
14. No Second Prize
15. Shutting Down Our Town
16. Seven Days
17. Khe Sanh
18. Working Class Man
19. Driving Wheels (Z)
20. Goodbye (Astrid Goodbye) (Z)

Weblinks JIMMY BARNES:

Official: https://www.jimmybarnes.com
Facebook: https://www.facebook.com/jimmybarnesofficial

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