Reingehört: NEW ORDER, THERAPY?, DISTRICT 13, LIFE ON MARS, SECOND STILL, ISOLATED YOUTH

Geschätzte Lesezeit: 4 Minute(n)

Immer wieder erreicht uns eine Vielzahl von Neuveröffentlichungen und getreu des Mottos „So many records – so little time“ wĂŒrden die meisten davon untergehen. In unserer Rubrik >Reingehört< stellen wir Euch daher einige Releases im „Schnelldurchlauf“ vor:

Lass Dir den Beitrag vorlesen:
DISTRICT 13 – Life In Chains:

Ein weiteres Werk aus der Schmiede Per-Anders Kurenbach ist District 13, bestehend aus Komponistin Marie Christin Kurenbach und SĂ€nger/Texter Alexander Erbacher aus Aschaffenburg. Die 2011 gegrĂŒndete Band beschreibt ihren Stil als ElectroSynth – SynthPop – Dark Electro, man könnte noch Futurepop hinzufĂŒgen. Die Songs des Albums Life In Chains handeln von der Liebe an und fĂŒr sich und werden von SĂ€nger Alexander sehr emotional vorgetragen, die Produktion von Producer Kurenbach unterstreicht dies perfekt. WeÂŽre All Doing Wrong, Will I Ever See The Light und Sorrow, Pain & Lonely Tears gehen gut nach vorne und lassen das Tanzbein jucken. On The Day We Die und ganz besonders A Nightmare sorgen fĂŒr wohlige Schauer und einen Moment der Besinnung. Es ist also fĂŒr jeden etwas dabei auf Life in Chains – so sollte es auch auf einem guten Album sein, nicht wahr?

DISTRICT 13 – Sorrow, Pain & lonely Tears (official)

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LIFE ON MARS – Candy Pop Monsters:

Life On Mars wurde bereits 2004 gegrĂŒndet, es gibt jedoch erst jetzt das Debutalbum Candy Pop Monsters zu hören. Das Ein-Mann-Projekt von Mastermind Thorsten Nell hat mit Gastmusikern u.a. im Vorprogramm von De/Vision, The Invincible Spirit oder Solitary Experiments gespielt und konnte so Live-Erfahrung sammeln. Die Band konnte als Producer – hoppala, da ist er ja schon wieder – Per-Anders Kurenbach (Psyche, The Eternal Afflict, Shock Therapy, EGOamp) fĂŒr sich gewinnen, der fĂŒr den richtigen Sound sorgt. Den Stil von Life On Mars könne man als Dreamsynthpop beschreiben. Songs wie What You Deserve (De/vision lĂ€sst schön grĂŒĂŸen), die Singles Take Me Back Home und Cold Case, sowie Forward-Rewind werden gefĂŒhlvoll-romantisch prĂ€sentiert, hier trĂ€gt der SĂ€nger sein Herz vor sich her. Auch die ausgesuchten Sounds (wie bei Nothing, Snowflakes) sind weit von den StandardklĂ€ngen der Szene entfernt, so dass das Album frisch und unverbraucht klingt. EingĂ€ngige Melodien und AtmosphĂ€re verbreiten gute Laune. Candy Pop Monsters ist eine runde Sache, man darf also gespannt auf den nĂ€chsten Output der Gruppe warten.

Life On Mars – CandyPop Monsters (Album Trailer)

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THERAPY? – Cleave:

Ihr Überalbum Troublegum gehört zweifelsohne zu den besten Rock-Alben der Musikgeschichte, starke Melodien und viel Druck machen Songs wie Screamager, Nowhere oder Die Laughing unsterblich. Ein solcher Erfolg ist allerdings nicht immer nur Segen, sondern kann auch ein Fluch fĂŒr die Zukunft bedeuten. Und so haben Therapy? seither zwar immer wieder gute Alben veröffentlicht, konnten aber nie wieder an den Erfolg des Klassikers anknĂŒpfen. Im vergangenen Herbst ist mit Cleave wieder ein neuer Langspieler erschienen und der ist wieder richtig gut. Zwar vielleicht nicht ganz so gut wie der Klassiker und auch nicht ganz so melodiös, dafĂŒr aber mit ausgereiften und zeitlosen Songs, die fĂŒr Abwechslung sorgen und den Hörer nicht nur bei Tracks wie Callow, Expelled oder Crutch mitreißen.

Therapy? – Callow (official promo video)

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New Order: ?(No,12k,Lg,17Mif) New Order + Liam Gillick – So it goes …

Das Melken des eigenen Backkatalogs (und der eigenen Fans, *hust*) hat bei New Order, beziehungsweise Joy Division ja schon lange Methode. Nach der x-ten Best-of-Compilation folgt nun das x-te Livealbum. Fairerweise muss man allerdings sagen, dass sich die Anschaffung der arg sperrig betitelten Scheibe ?(No,12k,Lg,17Mif) New Order + Liam Gillick: So it goes durchaus lohnt. Denn zu einem besonderen Anlass spielten die drei verbliebenen Original-Mitglieder Bernard Sumner, Gilian Gilbert und Stephen Morris mit ihren konstanten Tourneebegleitern Phil Cunningham und Tom Chapman ein paar ganz besondere Sets. FĂŒr fĂŒnf Auftritte kehrten zumindest Sumner und Morris auf die BĂŒhne zurĂŒck, auf der sie anno 1978 mit Joy Division ihr TV-DebĂŒt gaben. Die Zuschauer, die fĂŒr die Shows in den Old Granada Studios in Manchester Tickets bekamen, durften sich glĂŒcklich schĂ€tzen: New Order holten massig RaritĂ€ten aus der Schublade, vom Jahrzehnte nicht gespielten Unknown Pleasures-Track Disorder geht es ĂŒber das Ian Curtis gewidmete 1985er-Instrumental Elegia und den 20 Jahre jĂŒngeren Waiting For The Sirens Call-Opener Who’s Joe? bis zur Single Plastic vom aktuellsten Studioalbum Music Complete einmal quer durch die gesamte Historie. 18 Tracks, aufgenommen bei bester QualitĂ€t, die beweisen, warum jeder im Herbst die Chance nutzen sollte, New Order auf ihrer Europa-Festland-Tour zu besuchen. Ab 12. Juli 2019 erhĂ€ltlich, auch als Triple-Vinyl.

New Order – Sub-Culture (Live at MIF)

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Second Still – Violet Phase

2011 formten SĂ€ngerin Suki San, Ryan Walker und Alex Hartman Second Still. Das Projekt bewegt sich musikalisch zwischen Dark Wave, Cold Wave und Post-Punk und konnte sich zumindest in ihrer Heimat-Szene (sprich: in Kalifornien) einen Namen machen. In Europa kam von dem Trio jedoch bislang recht wenig an. Dass sich das mit dem neuen Release Violet Phase Ă€ndert, darf bezweifelt werden. Eigentlich schade, wissen Produktion und Stimme doch absolut zu ĂŒberzeugen. Wer allerdings auf 28 Minuten GesamtspiellĂ€nge keine einzige Hook zustandebekommt, die sich im Ohr festsetzt, geht zwangslĂ€ufig in der Masse unter. Die acht Tracks machen sich als Hintergrundmusik beim Vortrinken fĂŒr die nĂ€chste Batcave-Party ganz gut, mehr aber auch nicht. Da wĂŒrde ein wenig Nachhilfe in Sachen Songwriting bei artverwandten Bands wie Ash Code oder She Past Away vielleicht ganz gut tun.

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Isolated Youth – Warfare

Apropos She Past Away: Mit denen durften die Norweger von Isolated Youth bereits touren. Klanglich haben beide Acts nicht viel miteinander zu tun. Dem stampfenden Dark Wave der beiden TĂŒrken setzen die Nordlichter Lo-Fi-Oldschool-Post-Punk entgegen. Egon Westberg Larsson, Andreas Geidemark, William MĂ„rdberg und Axel MĂ„rdberg scheinen Gefallen an den Goth-KlĂ€ngen der spĂ€ten 70er und frĂŒhen 80er gefunden zu haben. Reduziert, dennoch meist trotzdem treibend und hypnotisch kommen die fĂŒnf StĂŒcke der DebĂŒt-EP Warfare daher. PrĂ€gend fĂŒr den Sound ist aber vor allem die quĂ€kig-androgyne Stimme von Axel MĂ„rdberg, ein absolutes Erkennungsmerkmal, an dem sich aber sicher die Geister scheiden werden. GefĂ€llt das Vokale, darf der klassische Goth hier gerne mehr als nur ein Ohr riskieren. Besonders eingĂ€ngig und daher als Anspieltipps zu empfehlen sind die Songs Seasons und (siehe Video) Oath. Wobei zu erahnen ist, dass das hier live vermutlich noch ein wenig dringlicher funktioniert als auf Platte …

Isolated Youth – Oath

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