LASTER – Het Wassen Oog

Geschätzte Lesezeit: 2 Minute(n)

Unsere Bewertung:


9.5

Gesamtnote

9.5

Musik wie ein Arthouse Film

Es gibt diese Momente, da kommt man als Rezensent einfach an seine Grenzen. Das ist der Fall, wenn man beim Ringen um Beschreibungen der Musik, die man da vor sich hat, vor dem Ergebnis steht, nur unzureichende und ungeeignete Worte und Wortgruppen im eigenen Repertoire vorfindet. Vage, dĂŒstere Vorboten darauf, dass das nicht einfach werden wĂŒrde, sandte mir bereits folgende Genre-Aneinanderkettung, die eine grobe Einordnung von Laster vornehmen möchte: „Atmospheric Blackened Shoegaze Space Prog“. Ich will ja wirklich keinem zu nahe treten, aber klingt das nicht selbst ein wenig verzweifelt? Die niederlĂ€ndische Band sieht das natĂŒrlich eine ganze Ecke entspannter und bezeichnet das, was sie da macht, als „obskure Tanzmusik“. Das schafft Raum fĂŒr kreative Erweiterungen, musikalische QuantensprĂŒnge und befreit von den Fesseln, sich festlegen zu mĂŒssen.

Lass Dir den Beitrag vorlesen:

Het Wassen Oog ist das dritte Studioalbum von Laster, Einstand beim Indie-Label Prophecy Productions und ich stelle die Frage: Darf’s ein bisschen mehr sein? Denn auch hier bekommt man wieder einen wahren Katalog unterschiedlichster musikalischer EinflĂŒsse, in zum Teil eigenwilligen KonzeptstĂŒcken geboten. Neben dem immer noch dominierenden (Post-) Black Metal, der sich mit weiten donnernden, sich auftĂŒrmenden GitarrenwĂ€nden, tiefen GrĂ€ben und ausufernden MĂ€andern durch eine Vielzahl der StĂŒcke bahnt, finden sich Elemente aus Jazz, Post-Punk und Pop. Ziemlich schnell wird klar: Die singen hier keine Lieder. Vielmehr scheint das Trio musikalische Bildbeschreibungen zu entwerfen, bei denen einzelne Stilelemente ihre sound-haptischen Wirkung entfalten soll.

Und so geht es Laster nicht um das willkĂŒrliche oder kunsthandwerkliche Anfertigen einer Collage von Stilrichtungen, der schlichten Zusammenschau der Stile wegen. Vielmehr dreht es sich eher um die Visualisierung verborgener, vergrabener und verdrĂ€ngter Bilder und archetypischer Konzepte, von denen keine allgemein gĂŒltigen Bilder existieren, durch diese musikalischen Stile. Diese bekommen einen weiten Raum sich zu entfalten, um die beabsichtigte Wirkung zu erzielen. Und so stoßen sie dann vor den Kopf, entspinnen eine unheimliche Stimmung, waden in zĂ€hen SĂŒmpfen, trĂ€umen in lichten, leeren Weiten seltsamer, unwohler Freiheit und kreischen in den tiefen Abgrund. Dabei nehmen Laster eine mittelbare Perspektive ein, wie Beobachter durch ein Objektiv. Schwer vorstellbar?

Und dabei soll Het Wassen Oog eigentlich das bislang eingÀngigstes Werk von Laster sein. Und das ist es auch. Es ist schwer in Worte zu fassen, aber ein Blick (ich schreibe mit Absicht Blick) in ihre Musik macht sofort deutlich, was damit gemeint ist. Und dann ist es eigentlich ganz einfach, nicht leicht, anspruchsvoll und manchmal anstrengend, aber auf sehr eindringliche Art, sich aus sich selbst heraus erklÀrend. Versprochen. Het Wassen Oog kann man schwer beschreiben, man muss es einfach hören.

Het Wassen Oog wird am 05. April in unterschiedlichen Formaten bei Prophecy Productions erscheinen.

Laster werden auch beim diesjÀhrigen Prophecy Fest am 13/14. September in der Balver Höhle in Balve dabei sein.

Het Wassen Oog (2cd/Book/Incl.Ep)

Preis: EUR 36,01

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Tracklist LASTER – Het Wassen Oog:

01. VacuĂŒm?Behoud
02. Schone Schijn
03. Zomersneeuw
04. Ondersteboven
05. Haat & Bonhomie
06. Blind Staren
07. Weerworm
08. Zinsbetovering

Laster – Haat & Bonhomie

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Weblinks LASTER:

Facebook: https://www.facebook.com/lasterspraak/
Bandcamp: https://laster.bandcamp.com/
Label: https://en.prophecy.de/artists/laster/?lang=1

Geschrieben von
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