SOLAR FAKE & SEADRAKE: Tourfinale in Hamburg, 09.03.2019

Solar Fake ©Alf Urbschat - OneEye-Photo
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Es ist Samstagnachmittag im eisigen Hamburg. Auch wenn der hanseatische Restwinter nicht seinem Namen gerecht wird, es ist ungem√ľtlich. Die Hamburger Markthalle f√ľllt sich nur langsam, aber stetig. Der Grund ist ganz einfach. Die Electrowaver von Solar Fake feiern heute das Finale ihrer You win, who cares?-Tour. Da die letzten Gastspiele von Mastermind Sven Friedrich und Tastendevil Andre Feller immer ein Erfolg waren, sollte das an diesem Abend auch bestimmt wieder so sein.

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Doch bevor Solar Fake zur letzten Schicht antreten, √ľberlassen Sie dem Deutsch-Schweizer-Schweden-Trio Seadrake erst einmal die B√ľhne. Drei Burschen, die jedem Electro/Wave-Fan nicht unbekannt sein d√ľrften. Keyboarder Mathias Th√ľrk dr√ľckte urspr√ľnglich bei Minerve die Tasten, Rickard Gunnarsson zupfte bei Statemachine die Saiten und zuletzt noch S√§nger Hilton Theissen, den man von dem Projekt Akanoid kennen sollte.

Im Gep√§ck haben die drei ihr 2018 erschienenes Album Isola. Und vom ersten Moment an gehen Seadrake nach vorne. Es ist zum einen die Mischung aus guten Electropopsongs und zum anderen das verdammt gute Auftreten von Hilton als Frontman. Der Mann hat das, was viele andere sich w√ľnschen k√∂nnten. Ausstrahlung, Charisma und dann auch noch eine sehr gute Live-Stimme. Herz, was willst Du mehr. Und das bemerkt auch das anfangs etwas unterk√ľhlte Hamburger Publikum und taute langsam, aber sicher auf. Frontman Hilton verzichtet auf gro√üe Gesten und braucht sich nicht verstellen. Man nimmt ihm und der gesamten Band ab, dass sich hier etwas gefunden hat, das nach innen und au√üen eine Gemeinschaft darstellt. Und Hamburg wei√ü das zu w√ľrdigen. Zum Ende des Mainsets kamen tats√§chlich Solar Fake mit auf die B√ľhne um bei Something Durable gesanglich und musikalisch zu unterst√ľtzen.

Setlist SEADRAKE @ Hamburg, Markthalle (09.03.2019)

01. Lower than us
02. Daydream
03. What you do to me
04. On the run
05. Conformity Loves Co
06. Get it on
07. No matter
08. Something Durable
09. Down to the ground (Minerve-Cover)

Weblinks SEADRAKE:

Homepage: www.seadrakemusic.com
Facebook: www.facebook.com/seadrakemusic

Nach einer Zugabe von Seadrake und einer kurzen Umbaupause hie√ü es dann, B√ľhne frei f√ľr Solar Fake. Moment, B√ľhne frei? Den ganzen Abend h√∂rte man immer wieder Ger√ľchte, dass Sven Friedrich angeschlagen sein soll. Das obligatorische Meet&Greet am Merch wurde bereits abgesagt und auch bei Seadrake auf der B√ľhne schien er gesanglich nicht auf der H√∂he zu sein.

Doch bereits zu den ersten T√∂nen von Not What I Wanted waren die Bef√ľrchtungen, Sven Friedrich k√∂nne nicht singen, wie weggewischt. W√§hrend Andre Feller sein Keyboard maltr√§tiert, h√ľpft und springt Sven Friedrich √ľber die B√ľhne und Solar Fake starten ein Feuerwerk an Hits quer durch ihre mittlerweile auch schon zehnj√§hrige und f√ľnf Alben andauernde Karriere. Dass diese Band gewachsen ist, l√§sst sich an verschiedenen Punkten feststellen. Die B√ľhnenshow ist ausgereift und durch LED-Screens angereichert, und der Zugang von Drummer Jeans Halbauer rundet die Show zu einem Gesamtkonzept ab, welches mir in der Vergangenheit eher unbekannt war. Gerade durch die Livedrums bekommen auch die Tracks vom letzten Album, die teilweise etwas luftleer klingen, einen kr√§ftigen Schub.

Und Hamburg feiert nach bester Manier ab. Es wird getanzt, gesungen, und Sven Friedrich kann auch getrost mal das Mikro in die Menge richten, und die Hamburger singen f√ľr ihn mit. Seltsamerweise gehen Friedrich und Feller aber doch auf Nummer Sicher und greifen mit Sick Of You erst als dritten Track auf das aktuelle Album zur√ľck, welches dann mit neun Tracks doch noch in den Fokus des Abends ger√ľckt wird. Also alles gut an diesem Abend? Andre Feller drischt wie ein Derwisch auf sein Keyboard ein, so dass es das gute St√ľck irgendwann vom Standfu√ü fegt. Durch seine Show ist er ein Eyecatcher, und er erg√§nzt sich fabelhaft in der B√ľhnenpr√§senz mit Sven Friedrich. Ein Top Abend also? Ja, nein, vielleicht. Sven Friedrich greift ja bekanntlich sehr gerne in die Trickkiste und zaubert auf jedem SF-Album einem musikalischen Klassiker neues Leben ein. Von daher h√§tte ich eigentlich erwartet, dass Solar Fake mit ihrer Version von Such A Shame dem kurz zuvor verstorbenen Talk Talk-Frontmann Mark Hollis gedenken. Stattdessen greifen sie auch in dieser Show auf den f√ľr mich entt√§uschendsten Moment von You win, Who cares? Zur√ľck. Eine Coverversion des Editors-Hits Papillon. Sorry, aber das elektronische Gewand steht diesem Track meiner Meinung nach √ľberhaupt nicht. Okay, die Hamburger sehen es anders, und die Stimmung in der Markthalle war selten besser gewesen.

Nach ganzen 24 St√ľcken und einem immer wieder vor Begeisterung sprachlosen Sven Friedrich war es dann doch soweit, dass Solar Fake ihre Tour bis hierhin beendet haben. Ein Abend f√ľr die Ewigkeit? Kann man schon sagen. Man hat an diesem Abend wieder einmal sehen k√∂nnen, dass Solar Fake ein sehr inniges Verh√§ltnis zu ihren Fans haben. Die R√ľhrung Sven Friedrichs war nicht gespielt, und Andre Feller w√ľrde sich wohl kaum so zerst√∂ren, wenn es ihm nicht eine Herzenssache w√§re.

Bitte mehr davon, immer wieder!!!

Setlist SOLAR FAKE @ Hamburg, Markthalle (09.03.2019)

01. Not What I Wanted
02. Under Control
03. Sick Of You
04. A Bullet Left For You
05. Here I Stand
06. All The Things You Say
07. I Don’t Want You In Here
08. Reset To Default
09. The Pain That Kills You Too<
10. Invisible
11. Anything You Want
12. More Than This
13. Parasites
14. Too Late
15. Just Like This
16. If This Is Hope
17. What If There’s Nothing
18. Papillon (Z, Editors Cover)
19. Observer (Z)
20. The Pages (Z)
21. I Hate You More Than My Life (Z)
22. Where Are You (Z)
23. My Spaces (Z)
24. Stay (Z)

Weblinks SOLAR FAKE:

Homepage: https://solarfake.de/
Facebook: www.facebook.com/SolarFake

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