MATTHIAS SCHWEIGHÖFER – Essen, Colosseum (18.01.2019)

Fotos: MATTHIAS SCHWEIGHÖFER
Matthias Schweighöfer © Angela Trabert
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Matthias Schweighöfer live in concert… klingt komisch, ist aber so! Da ich nun mal ein ziemlich neugieriger Mensch bin, wollte ich mich davon selbst überzeugen. Und so machte ich mich an einem dunkel kalten Freitagabend auf nach Essen, in das sehr schöne Colosseum. Für Konzertfotografen nicht die einfachste Location, da man grundsätzlich nicht vor der Bühne fotografieren darf, sondern nur von der Seite. Schließlich möchte man aber ja auch nicht den Zuschauern in den ersten Reihen ständig die Sicht nehmen.

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Eröffnen durften an diesem Abend die Band Retter aus Berlin, die einen Teil der Lachen Weinen Tanzen Tour als Support begleiten. Pünktlich um 20:00 Uhr betraten sie die Bühne und überzeugten mit ihrer Darbietung das schon zahlreich anwesende Publikum.

Gegen 20:45 Uhr erklang ein letztes Mal die Pausenklingel des Colosseum Theaters und rief die noch Abwesenden herbei. Kurz darauf gingen die Lichter aus und die über den Abend immer wieder tolle Licht- und Effektshow begann mit dem Titel der Tour Lachen Weinen Tanzen auf einem herabhängenden Vorhang.

Für Bester Freund wurde die Bühne wieder, wie zu Beginn auch, mit einem Vorhang abgeteilt und Matthias wurde nur von Gitarre und Klavier, sowie den beiden Sängerinnen begleitet. Für das nachfolgende Am Ende des Tages setzte sich Schweighöfer selbst ans Klavier und wurde hierbei nur noch von den beiden Ladies begleitet, die eine im Gesang, die andere an der Geige. Während des Songs konnte man die hinter dem Vorhang mitspielenden Musiker durchleuchten sehen. Überhaupt ist das Lichtkonzept sehr durchdacht und folgt einer ganz eigenen, sehr stimmigen Dramaturgie. Matthias erzählte auch so einige Dinge aus seinem Leben und darüber, dass er es sehr schätzt, live unterwegs zu sein und es ebenso sehr schätzt Märchen zu erzählen. Hiermit leitete er geschickt zu Durch den Sturm über und damit dazu, dass es ein sehr persönlicher Song für ihn ist, da er viel aus seinem Leben erzählen würde.

In akustische und visuelle Regentropfen gehüllt, gab Matthias, nunmehr alleine auf der Bühne, Regen zum besten. Mit Hintergrundfotos von Sam Wieland, einem kürzlich verstorbenen Songschreiber und Freund von Matthias Schweighöfer, stimmte dieser den mit Sam geschriebenen Song Auf uns Zwei an. Beim nachfolgenden Stück rappte Schweighöfer zusammen mit dem Gitarristen los, überhaupt bindet er seine achtköpfige Begleitband immer wieder über den Abend hinweg mit ein. Auch wenn er im wortwörtlichen Rampenlicht steht, ist die Band nicht nur für die Hintergrundmusik zuständig, da Matthias selbst nicht als begnadeter Sänger durchgeht und den Abend alleine eher nicht tragen könnte. Durch die großartigen Musiker, die er um sich herum versammelt hat wurde das Konzert aber zu einer soliden Leistung und überraschte mich durchaus positiv. Für einen ersten Konzertabend der Tour vor rund 1.000 Gästen gibt Matthias einen guten Entertainer und Unterhalter, jedoch musikalisch wäre das durchaus noch ausbaufähig.

Passend zu Ich lauf machte er sich auf den Weg durchs Publikum und schüttelte dabei fleißig Hände, half einer jungen Frau, die gestolpert war, dabei wieder auf die Füße. Bei Echolot gab es wieder eine schöne visuelle „Unterstützung“, man merkt, dass hier Leute am Werk sind, die ihr Handwerk diesbezüglich verstehen und ich glaube fast, dass Matthias Schweighöfer selbst viel dazu beigetragen hat, ist er doch nicht nur Schauspieler und Produzent, sondern glänzt auch als Regisseur.

Für Fliegen erbat er die Mithilfe des Publikums, überhaupt band Matthias Schweighöfer das Publikum immer wieder in seine Darbietung mit ein. Das Essener Publikum brauchte jedoch eine Weile, um wirklich aufzutauen und erst gegen Ende des Konzertes vermochte er die rund eintausend Gäste wirklich mitzureißen und deren vollen Support zu erhalten.

Fazit des Abends: Matthias Schweighöfer ist ein wirklich guter Entertainer, der in den nicht ganz 2 Stunden des Konzertes viel über sich verriet, die Begleitband kann was und der Sound im Colosseum war hervorragend. Als Sänger muss er wohl leider noch ein wenig üben, aber da geht sicherlich noch etwas.

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