WHITE LIES – Five

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Unsere Bewertung:


7

6

6.5

„Die New-Wave-Definition von ‚grundsolide'“

Da sind sie wieder: Gut zweieinviertel Jahre nach Friends melden sich White Lies mit ihrem sinngem├Ą├č betitelten f├╝nften Album Five zur├╝ck. Auf diesem wollten sich Harry McVeigh, Charles Cave und Jack Lawrence-Brown ├╝bereinstimmenden Aussagen zufolge neue Dinge trauen. Soviel vorweg: Das hat nur in Teilen funktioniert. Five liefert Fans das, was sie h├Âren wollen: die bew├Ąhrte Mischung aus Post-Punk, New Wave, Synth-Pop und Stadion-Rock.

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Das Album, das das Trio zum Gro├čteil selbst produziert hat, startet jedoch mit einer ├ťberraschung:┬áTime To Give ist der erste Song der Bandgeschichte, der die Sieben-Minuten-Marke knackt. Ein Song, der die ├╝blichen White-Lies-Klangfarben abbildet, aber im Gegensatz zu fr├╝heren Hits nicht direkt auf den knallenden Refrain abzielt, sondern sich Zeit zum Aufbau l├Ąsst. Langsam legen der Druck in McVeighs Stimme, Tempo und Instrumentarium zu, eine glasklare Synthie-Melodie ├╝bernimmt und am Ende entl├Ądt sich alles in fast schon majest├Ątischer Manier. Eine gro├če Hymne, die zeigt, wie gut einer Band der Aufenthalt im Randbereich der eigenen Komfortzone tun kann.

So experimentierfreudig geht es allerdings nicht weiter. Never Alone erinnert in Gitarrensound und Arrangement schwer an New Order in ihren grundsolidesten Momenten. Wer mit Kitsch kein Problem hat, den d├╝rften die beiden Balladen Finish Line und Kick Me bei den kommenden Konzerten zum Feuerzeug-/Handytaschenlampen schwenken einladen – mehr aber auch nicht. Spektakul├Ąr ist anders.

Eine Single zum Lieben oder Hassen

In der Albummitte folgt dann der Song, an dem sich die Geister scheiden werden. Tokyo ist Pop. Nichts als Pop. Und ein Riesenhit f├╝rs Formatradio, dem viele Fans der ja recht d├╝steren Deb├╝tplatte …To Lose My Life wahrscheinlich mit purer Verachtung gegen├╝berstehen werden. Trotzdem gilt: F├╝r einen Song mit derartigem Instant-Ohrwurm-Potenzial w├╝rde so manch Songwriter seine Gro├čmutter verkaufen.

Zappeligen Post-Punk mit starkem Chorus und ordentlichem elektronischen Unterbau liefert das durchaus an Maximo Park erinnernde Jo?, w├Ąhrend es das flache┬áDenial mit Coldplayschem‘ Stadion-Pathos leider ├╝bertreibt. Ein weiterer gro├čer Hit steht mit dem wiederum stark synthetisch vorangetriebenen Believe It noch auf der Tracklist, das von ungewohnt harten Gitarren gest├╝tzte┬áFire And Wings┬áhingegen h├Ąlt sich zum Schluss der rund 42 Minuten langen Scheibe eher im Midtempo auf und hinterl├Ąsst auch dank McVeighs Vokal-Performance ein leicht positives Gef├╝hl beim H├Ârer. Wie das ganze Album.

White Lies – Believe It (Official Video)

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Auf Gesamtl├Ąnge einer LP ├╝berzeugen k├Ânnen die Briten einmal mehr nicht. Hier und da schielen McVeigh & Co. zu sehr auf Teufel komm raus auf die ganz gro├čen B├╝hnen und suhlen knochentief im Kitsch. Was zu einer Band, die┬áallem Anschein nach nie sowieso wirklich aus den kleinen Clubs nach oben kommen wird (zumindest auf dem europ├Ąischen Festland), einfach nicht wirklich passt. Wem die Pathos-und-Pomp-Songs immer schon missfallen haben, findet auf Five aber immer noch genug dunklere und treibende Lieder zum Liebhaben. Fazit: Wer die vergangenen vier Alben mochte, macht hier mit dem Kauf nichts falsch.

Tracklist WHITE LIES – Five

01. Time To Give
02. Never Alone
03. Finish Line
04. Kick Me
05. Tokyo
06. Jo?
07. Denial
08. Believe It
09. Fire And Wings

Weblinks White Lies:

Homepage: www.whitelies.com
Facebook: www.facebook.com/whitelies

Five

Preis: EUR 15,99

4.1 von 5 Sternen (7 Kundenbewertungen)

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