THE PRODIGY / SLAVES – Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle (05.12.2018)

The Prodigy © Michael Gamon
Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Die verflixte Sieben. Mal ehrlich: No Tourists, das neue und insgesamte siebte Album von The Prodigy wurde von so ziemlich jedem Musikmagazin verrissen. Das Standard-„Argument“ der Autoren: Alles klingt so wie in den 90ern – nur halt weitaus weniger innovativ. Wie gut, dass das bei den Live-Konzerten von Liam Howlett, Keith Flint und Keith „Maxim Reality“ Palmer niemanden interessiert. Die gut 5000 Zuschauer in Düsseldorf feierten eine einzige große Big-Beat-Rave-Party – vorher gabs aber erstmal musikalisches Kontrastprogramm auf die Ohren.

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Slaves

Denn Slaves spielen schnoddrigen Garagen-Punk und haben mit elektronischer Musik höchstens privat was am Hut. Laurie Vincent und Isaac Holman stellten Teile ihres dritten, im August veröffentlichten Albums Acts Of Fear And Love vor und verausgabten sich komplett. Steh-Drummer Holman zog schon kurz nach Beginn des knapp 40-minütigen Sets sein Oberteil aus und trommelte sich in einen einzigen schweißtreibenden Rausch. Dazu dicke Riffs von Vincents Gitarre und eingängige Refrains – fertig ist der perfekte Sound für einen kleinen, stickigen Rock-Club. Bei passender Kulisse zündet das sicherlich richtig – ob Slaves allerdings die richtige Wahl für einen Support-Slot bei The Prodigy sind, muss jeder für sich selbst entscheiden. An Energie mangelte es jedenfalls nicht.

Setlist SLAVES @ Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle (05.12.2018)

01. Sockets
02. Bugs
03. Magnolia
04. Fuck The Hi-Hat
05. Cheer Up London
06. The Lives They Wish They Had
07. Chokehold
08. Sugar Coated Bitter Truth
09. Beauty Quest
10. The Hunter

Doch eben jene Energie wollte das Publikum natürlich für den Auftritt von The Prodigy aufsparen. Mit Breathe, dem vielleicht zweitbekanntesten Song der nunmehr 28-jährigen Bandhistorie ging es dann auch gleich direkt in die Vollen. Vor der Kulisse mit zwei riesengroßen Turmbussen (analog zum Album-Artwork) tobten Maxim und Keith hin und her und heizten die ohnehin schon wild pogende Menge immer weiter an. Dazu eine knallbunte und heftig flackernde Laser-/Lichtshow, bei der selbst Drogenabstinenzler mal (in etwa) das Gefühl eines LSD-Trips bekommen – und immer wieder treibende, knallende Beats.

Insgesamt sechs Stücke von No Tourists schafften es in die Setlist – und so schlecht kann die Platte eigentlich nicht sein, wenn man sieht, wie die Leute in Düsseldorf zu Light Up The Sky, We Live Forever oder Need Some1 ausgerastet sind. Dazwischen mixte Sound-Magier Howlett immer wieder alte Klassiker. Und im Gegensatz zu den Vorjahren waren mit Everybody In The Place und sogar Fire auch zwei Songs des Debütalbums Experience von 1992 mit dabei, die ebenfalls begeistert bejubelt wurden. Lediglich die von Band und Fans verschmähte vierte Platte Always Outnumbered, Never Outgunned blieb einmal mehr komplett außen vor.

Nach 80 Minuten und dem Abschluss mit der neuen Single Timebomb Zone (Video siehe unten) war das Gros des Publikums kräftig durchgeschwitzt und konnte vollends zufrieden nach Hause gehen. So überflüssig die neueren Songs für manch einen Kritiker oder auch Fan sein mögen – live bleiben The Prodigy nach wie vor ein absoluter Party-Garant. Angestaubt ist anders.

Setlist THE PRODIGY @ Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle (05.12.2018)

01. Breathe
02. Resonate
03. Nasty
04. Omen
05. Champions Of London
06. Voodoo People
07. Run With The Wolves
08. Need Some1
09. Poison
10. Everybody In The Place
11. Firestarter
12. Roadblox
13. Light Up The Sky
14. No Good
15. Smack My Bitch Up
16. We Live Forever (Z)
17. Fire (Z)
18. Take Me To The Hospital (Z)
19. Timebomb Zone (Z)

Weblinks THE PRODIGY:

https://www.theprodigy.com/
https://www.facebook.com/theprodigyofficial

No Tourists

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The Prodigy – Timebomb Zone (Official Video)

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Geschrieben von
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