INTERPOL – Hamburg, Mehr!Theater (23.11.2018)

Interpol, (c) Ralf-Michael Benfer
Geschätzte Lesezeit: 3 Minute(n)

Wer der Welt-Tournee der Indie-Rocker von Interpol zum aktuellen Album Marauder beiwohnen wollte, jedoch aber im Herzen Deutschlands oder gar s├╝dlicher wohnt, der musste mit den Orten Hamburg und Berlin eine l├Ąngere Fahrt in Kauf nehmen. Die amerikanische Band hatte keinen Gig in tiefer gelegenen Breitengraden zur Auswahl. Vielleicht konnte man als weiteres Argument zur Anreise die Ausnahme-S├Ąngerin Nil├╝fer Yanya anbringen, die Interpol bei den Auftritten in Europa supportete. Die Entscheidung fiel zugunsten der Millionenstadt im Norden, also ging es in das Mehr!Theater am Gro├čmarkt in Hamburg.

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├ťberp├╝nktlich begann die kleine Frau mit ihrer Band dann das musikalische Geschehen in der zugegebenerma├čen schmucken Halle, die schon einen feinen Standard stellt. Nil├╝fer Yanya und ihre drei Musiker*innen an Schlagzeug und abwechselnd Bass, Keyboard sowie Saxophon spielen einen sehr chilligen Indie-Sound, der durch Yanyas ausdrucksstarke Stimme irgendwo zwischen Sade und Dolores OÔÇÖRiordan (The Cranberries) eine Prise Soul beinhaltet. Bekannt wurde die junge Frau durch eine renommierte Notierung neuer Bands im Jahr 2018 des BBC. Dabei hatte sie gerade mal ein kleine E.P. namens Do You Like Pain am Start. Trotzdem nutzte sie mit ihrer Combo die halbe Stunde im Mehr!Theater und stellte Songs wie Thanks 4 Nothing oder das sich steigernde Monsters vor. Leger im blau-wei├č-roten Jogginganzug gekleidet erfreute sich die Londonerin, die eine ziemlich franz├Âsische Ausstrahlung hat (wobei die Farben des Sportdresses etwas beeinflussend wirkten), welch freudige Zustimmung ihr das schon zahlreich anwesende Publikum entgegen brachte. Mit dem bezaubernd arrangierten Heavyweight Champion Of The Year verabschiedete sich Miss Yanya dann, um die B├╝hne f├╝r Interpol freizugeben. Diesen wie auch der BBC muss man eingestehen, in diesem Fall ein gutes Ohr f├╝r aufstrebende K├╝nster*innen bewiesen zu haben.

Do You Like Pain?

Preis: EUR 14,37

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14 neu & gebraucht ab EUR 9,44

Setlist NIL├ťFER YANYA @ Hamburg (23.11.2018):

01. Monsters
02. Golden Cage
03. Baby Luv
04. In Your Head
05. Thanks 4 Nothing
06. The Florist
07. Angels
08. Heavyweight Champion Of This Year

Dank flotten Umbauten musste die nun recht ansehnlich gef├╝llte Halle des Mehr!Theaters gar nicht so lange auf die Indie-Rocker von Interpol warten. Mit dem verhaltenen Song Untitled bauten S├Ąnger und Gitarrist Paul Banks, Schlagzeuger Samuel Fogarino und Gitarrist Daniel Kessler mitsamt ihren Live-Kollegen an Bass und Keyboard eine Spannung auf, die sich schon im flotten Folge-Track CÔÇÖMere entfachen sollte. Die allesamt in schwarzen Anz├╝gen auftretenden Herren ÔÇô mit Ausnahme von Samuel im Grau-Hemd ÔÇô brachten mit wohlbekannten Songs wie Say Hello To The Angels oder dem kultigen Rest My Chemistry die Meute zum Tanzen, Hopsen oder schlicht Mitsingen.

Leider wurde die Stimmung ein wenig durch den nicht nur vor der B├╝hne recht matschig wirkenden Sound ein klein wenig getr├╝bt ÔÇô ich wei├č nicht, ob das nur an der recht hohen R├Ąumlichkeit lag; es war mein erster Besuch am Gro├čmarkt. Nicht ganz ├╝berraschend war die Sattelfestigkeit der Fans bei den Texten der neuen Lieder des j├╝ngsten Albums┬áMarauder, wie das schon fast rotzig wirkende The Rover oder das dunklere NYSMAW; das Album ├╝berzeugt nun mal im Player als auch live. Paul Banks nutzte zwischen diversen Tracks die Gelegenheit, das Quartett um sich herum vorzustellen. Ansonsten beschr├Ąnkte er sich auf fast sch├╝chterne Dankesworte beim frenetischen Applaus. Leider verstand man die Worte sowieso mehr schlecht als recht. Auf der zumeist in kaltem blau strahlenden B├╝hne ÔÇô wenn man da noch von strahlend reden darf ÔÇô brachten die Herrschaften aus ├ťbersee zur Freude vieler angereister Fans alte Lieder zu Tage. Und die Musiker waren in einem sehr vertrauten Element. Kesslers Tanzeinlagen beim Gitarrenspiel offenbarten schwarz-wei├č geringelte Socken; ein wahrhaftiger Kontrast im dezenten Lichtspiel. Dieses schien haupts├Ąchlich bei Aktivierung der Disco-Kugel zu explodieren, ein Effekt, der bei manchen Liedern wie dem Klassiker NYC auch punktgenau eingesetzt wurde. Als Banks mit dem Namen Rosemarie den letzten Song Evil anstimmte, konnte man ├╝berrascht feststellen, wie flugs die Zeit doch schon voran geschritten war. Es war in der Tat ein kurzweiliges Vergn├╝gen mit Interpol; man wurde sich nun erst bewusst, dass die Band nun schon nicht wenige Jahre aktiv ist und so viele Songs raushauen kann.

Nach lautstarken Bem├╝hungen der Besucher kam das Quintett nun eher locker ohne Jackett bekleidet f├╝r drei Zugaben zur├╝ck. Das sich steigernde Lights bildete dabei einen starken Auftakt, Interpol bewiesen nochmal alle ihre St├Ąrken auf der B├╝hne. Mit Slow Hands endete dann der knapp 90-min├╝tige Gig der Amerikaner. Es ist immer wieder wunderbar, diese Herren auf der B├╝hne zu sehen. Das k├Ânnte ruhig ├Âfters geschehen ÔÇô gerne auch mit besseren Sound.

Marauder

Preis: EUR 11,99

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69 neu & gebraucht ab EUR 7,76

Setlist INTERPOL @ Hamburg (23.11.2018):

01. Untitled
02. CÔÇÖMere
03. If You Really Love Nothing
04. Public Pervert
05. Complications
06. Say Hello To The Angels
07. PDA
08. Number 10
09. NYC
10. The Rover
11. Rest My Chemistry
12. NYSMAW
13. Leif Erickson
14. All The Rage Back Home
15. Flight Of Fancy
16. Evil
17. Lights (Z)
18. Length Of Love (Z)
19. Slow Hands (Z)

Weblinks:

Webseite Interpol: http://www.interpolnyc.com/
Facebook Interpol: https://de-de.facebook.com/interpol
Webseite Nil├╝fer Yanya: http://www.niluferyanya.com/
Facebook Nil├╝fer Yanya: https://de-de.facebook.com/niluferyanya/

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