ASSEMBLAGE 23 – Hamburg, Indra Club 64 (12.09.2018)

Assemblage 23, © Alf Urbschat
Geschätzte Lesezeit: 2 Minute(n)

Es immer schon merkw√ľrdig, wer denn welche Clubs f√ľr welches Genre bucht. Entweder zu gro√ü oder zu klein, ist meist das gr√∂√üte Problem. Dass man aber definitiv eine falsche Location bucht und dann einen K√ľnstler oder eine Band in einem nicht so guten Licht dastehen l√§sst, ist mir noch nicht so oft untergekommen.

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Der Indra-Club 64 in Hamburg ist eine geschichtstr√§chtige Location. Hier haben die Beatles einen, wenn nicht sogar ihren allerersten, Hamburg-Gig 1962 abgehalten. Viele Mythen ranken sich um den Club. Kiezgr√∂√üen sind hier ein- und ausgegangen, und hier sind nicht nur S√ľ√üigkeiten hinterm Tresen vernascht worden. Heutzutage finden im Indra-Club immer noch Konzerte, Lesungen und Poetry-Veranstaltungen statt. Konzerte dann aber eher als Rock oder Punkveranstaltungen.

Dass Assemblage 23 nach fast f√ľnfzehn Jahren endlich mal wieder an der Elbe zu Gast sind, grenzt schon fast an ein Wunder und es ist schon durchaus mutig, ein A23-Gastspiel im Indra-Club 64 anzusetzen. Und an diesem Abend f√ľllt sich dieser kleine Club dann anfangs auch eher schleppend. Die paar Zuschauer, die sich in den ersten 45 Minuten einfinden, verlieren sich fast in dem Club. Dann, als es in Richtung Showtime geht, f√ľllt es sich zum Gl√ľck doch noch. Die B√ľhne ist recht sparsam gehalten. Ein Mikro und daneben die Synthies f√ľr Paul Seegers, der Mastermind Tom Shear an den Tasten begleitet.

Als Assemblage 23 mit Bravery den Abend starten, ist vor der B√ľhne noch viel Platz zum Tanzen, und Tom tut mir ein bisschen leid. Den langen Weg aus Seattle nach Hamburg gekommen und dann so etwas. Aber er l√§sst sich nicht beirren und bleibt hartn√§ckig dem Publikum gegen√ľber, das langsam auch endlich auftaut und letztendlich mit Tom und Paul eine kleine, aber feine Party feiert. Leider haben sich die Betreiber des Indras sehr lange Zeit gelassen, den Saal lichttechnisch in die richtige Stimmung zu bringen. Eine nostalgische Lichtorgel, die unpassend zur Musik blinkt, ist jetzt nicht das, was ich visuell bei einem Electro-Dance-Act erwarten w√ľrde. Aber auch das fehlende Licht, tat der immer weiter steigenden Stimmung im Saal keinen Abbruch. Ein rundum nostalgischer Abend, der musikalisch mit Sicherheit bemerkenswert war, wenn man den Backkatalog von Assemblage 23 kennt. Ein Klassiker reihte sich an den n√§chsten und mir als Fan blieb eigentlich kein Wunsch unerf√ľllt. Keiner? Doch, irgendwie schade, dass Assemblage 23 erst zwei Jahre nach dem letzten Album Endure nach Deutschland kommen und dann auch kein neues Material vorzuweisen haben.

Aber immerhin sind sie da gewesen. Nach den ausgefallenen Festivalauftritten im Sommer war zu bef√ľrchten, dass evtl. auch die Konzerte im Herbst ausfallen k√∂nnten. Umso mehr freut man sich nat√ľrlich, dass es doch geklappt hat. Und wer wei√ü. Vielleicht m√ľssen wir in Hamburg nicht wieder f√ľnfzehn Jahre warten, bis es ein Wiedersehen gibt.

Endure

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Setlist ASSEMBLAGE 23 – Hamburg, Indra Club 64 (12.09.2018):
  1. Bravery
  2. Naked
  3. Drive
  4. Complacent
  5. Disapoint
  6. Damaged
  7. Document
  8. Let The Wind Erase Me
  9. YouHaven’tEarnedIt
  10. December
  11. The Noise Inside My Head
  12. Let Me Be your Amor
  13. Spark
  14. Salt The Earth
  15. Purgatory
  16. Don’t Change (INXS Cover)
Geschrieben von
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3 Kommentare

  • Moin Alf,

    stimme dir im meisten zu. Der Club hat mir pers√∂nlich √ľberhaupt nicht gefallen. Der Sound war in meinen Ohren miserabel, was im Elektronik-Bereich noch mal √§rgerlicher ist. Kleine Anmerkung nur: das letzte Album hies Endure vor 2 Jahren. Bruise ist bereits 6 Jahre her.

    Beste Gr√ľ√üe

    • Hallo XLF. Du hast nat√ľrlich recht, dass das vor 2 Jahren erschienene Album „Endure“ hie√ü, das ging im Eifer des Gefechts wohl durcheinander und wurde nun von mir angepasst, Danke!

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